Tour de France 2021: Cavendish ist wieder da! Emotionaler Sieg wie vor 6 Jahren in Fougères
VonFelix Mattis
Publiziert 29/06/2021 um 17:12 GMT+2 Uhr
Mark Cavendish ist endgültig zurück in der absoluten Weltspitze! Der 'Manxman' hat in Fougères im Massensprint die 4. Etappe der Tour de France 2021 gewonnen. Dabei setzte sich der Brite vor dem Franzosen Nacer Bouhanni (Cofidis) und dem Belgier Jasper Philipsen (Alpecin - Fenix) durch. André Greipel (Israel Start-Up Nation) wurde Tageszehnter. Das Gelbe Trikot behauptete Mathieu van der Poel.
Mark Cavendish
Fotocredit: Getty Images
"Ich weiß nicht, was ich sagen soll", begann Cavendish sein erstes Siegerinterview und suchte trotz aller Erfahrung sichtlich nach Worten, um seine Gefühle zu beschreiben. Zuvor waren auf der Zielgeraden bereits zahlreiche Freudentränen über seine Wangen geflossen.
"Überhaupt hier bei der Tour zu sein ist schon besonders genug, es einfach wieder hierher geschafft zu haben", sagte er dann. "Nach all den Jahren ist es einfach schön, auch mal wieder etwas Glück zu haben."
Für Cavendish, der nach drei schweren Jahren in dieser Saison wieder bei seinem Ex-Team Deceuninck – Quick-Step angeheuert hatte, war es der erste Tour-Etappensieg seit fünf Jahren – und insgesamt die Nummer 31. Damit fehlen nur noch drei Tageserfolge zum ewigen Rekord von Eddy Merckx.
"Das Team ist etwas ganz Besonderes. Der Weltmeister fährt im Grünen Trikot und zieht dir dann den Sprint an", schien er selbst kaum zu glauben, was ihm gerade geschah. "Es gab Leute, die haben nicht mehr an mich geglaubt, aber das Team sehr wohl."
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Cavendish überwältigt: "Schön, auch mal wieder etwas Glück zu haben"
Quelle: Eurosport
Durch den Etappensieg und die Tatsache, dass er auch beim Zwischensprint schon 15 Punkte eingesammelt hatte, übernahm Cavendish auch die Führung in der Punktewertung und nahm seinem Teamkollegen Julian Alaphilippe das Grüne Trikot ab.
Während van der Poel Gelb behielt und Cavendish Grün übernahm, blieb das Gepunktete Trikot des besten Kletterers auf den Schultern des Niederländers Ide Schelling (Bora – hansgrohe). Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) behauptete das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.
Etappe beginnt mit Protest des Pelotons
Zu Rennbeginn hielt das Peloton kurz nach der Passage von Kilometer 0 für eine knappe Minute an, um wegen des Sturzfestivals im Finale der 3. Etappe zu protestieren. Den Protest hatte die Fahrergewerkschaft CPA vor der Etappe bereits angekündigt, trotzdem wollten einige Fahrer aber zunächst nicht anhalten und es dauerte einen Moment, bis André Greipel als Wortführer seine Kollegen zum Zusammenhalt überredet hatte.
Nah dem Protest rollte das Peloton zunächst zehn Kilometer ruhig dahin, bevor dann Brent van Moer (Lotto Soudal) attackierte und mit dem Franzosen Pierre-Luc Périchon (Cofidis) das Ausreißerduo des Tages bildete. Die Beiden fuhren den ganzen Tag zu zweit an der Spitze, wurden vom meist durch Deceuninck – Quick-Step, Alpecin – Fenix und Groupama – FDJ angeführten Peloton aber nie weit weggelassen.
Trotzdem machten sie den Zwischensprint 36 Kilometer vor dem Ziel – die einzige Sonderwertung des Tages – noch unter sich aus, während im Peloton 1:15 Minuten dahinter Mark Cavendish (Deceuninck – Quick-Step) vor seinem Anfahrer Michael Morkov und dem Franzosen Nacer Bouhanni (Cofidis) die meisten Punkte einsammelte.
Van Moer erst auf den letzten Meter eingefangen
14 Kilometer vor dem Ziel schüttelte van Moer seinen Begleiter Périchon ab und setzte zum Solo an, um sich der Jury als kämpferischster Fahrer des Tages zu empfehlen. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Vorsprung auf das Hauptfeld nur noch 45 Sekunden und tatsächlich vergrößerte van Moer die Lücke nochmal auf eine Minute.
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Cavendish rauscht an Philipsen vorbei - das Finale der 4. Etappe
Quelle: Eurosport
Diesen Abstand hielt er bis sieben Kilometer vor dem Ziel in beeindruckender Manier konstant. Dann aber beschleunigte das Peloton in der direkten Sprintvorbereitung auf der breiteren Nationalstraße N12 nochmal und es kam zum echten Krimi: Van Moer erreichte den Schlusskilometer noch mit einigen Sekunden Vorsprung. Doch 200 Meter vor dem Ziel spurtete das Peloton angeführt von Jasper Philipsen (Alpecin – Fenix) an ihm vorbei.
Philipsen hatte den Sprint eröffnet, war bei der am Ende aber leicht ansteigenden Ankunft dann etwas zu lang im Wind und wurde schließlich noch souverän von Cavendish abgefangen.
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Cavendish verdirbt Ausreißer van Moer den Tag - die Highlights
Quelle: Eurosport
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