Tour de France 2021: Dritter Streich! Cavendish nur noch einen Sieg hinter Merckx

Mark Cavendish hat eine Traum-Vorarbeit seines Teams vollendet und sich in Valence den dritten Etappensieg bei der 108. Tour de France gesichert. Der Brite setzte sich im Massensprint nach 190,7 Kilometern vor Wout Van Aert und Jasper Philipsen durch und feierte so den bereits 33. Tageserfolg in seiner Tour-Karriere. Damit fehlt dem Briten nur noch ein Sieg zum ewigen Rekord von Eddy Merckx.

Mark Cavendish

Fotocredit: Getty Images

Das Gelbe Trikot verteidigte der Slowene Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) souverän. Der 22-Jährige, der gleichzeitig auch die Nachwuchswertung anführt, kam zeitgleich mit den Sprintern im Hauptfeld ins Ziel.
"Die Sprint-Vorbereitung war wie aus dem Radsport-Lehrbuch", strahlte Cavendish ob der Vorarbeit seines beeindruckenden Teams, das ihn einmal mehr perfekt auf der Zielgeraden abgeliefert hatte, so dass Cavendish nur noch rund 150 Meter überhaupt sprinten musste.
"Der Sieger der Flandern-Rundfahrt, der Weltmeister und Morkov sind alle für mich angefahren. Da musste ich es einfach schaffen. Bis 150 Meter vor dem Ziel musste ich auch kaum etwas selbst machen, das war wirklich ein Sieg des Teams. Ich bin ein gesegneter Mann - glücklich und demütig, dass ich solhe Fahrer habe, die mich zum Ziel bringen."
Mit seinem Sieg wurde Cavendish sowohl zum ersten Fahrer, der in sieben verschiedenen Frankreich-Rundfahrten je drei Etappen gewann, als auch zum ältesten Fahrer mit drei Etappensiegen innerhalb einer Tour.
Viel wichtiger dürfte ihm aber - auch wenn Cavendish darüber weiterhin nicht sprechen möchte - der ewige Rekord von Eddy Merckx sein, zu dem ihm nur noch ein Etappensieg fehlt. Drei Chancen, die Nr. 34 zu holen, hat 'Cav' bei dieser Tour wohl noch.
Schon am Donnerstag in Nimes könnte es soweit sein. Danach dürfte auch die Etappe 19 in Libourne und natürlich das Finale in Paris mit einem Massensprint enden. Damit wäre auch Cavendishs eigener Tour-Bestwert von fünf Siegen bei der Frankreich-Rundfahrt 2011 noch greifbar und sogar überbietbar.
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Finale der 10. Etappe: Cavendish vollendet Traumvorarbeit

Quelle: Eurosport

André Greipel (Israel Start-Up Nation), der knapp 15 Kilometer vor dem Ziel bei einer Windkantenaktion der Konkurrenz in einer zweiten Gruppe saß, wurde auf jener Zielgeraden, auf der er vor sechs Jahren gewonnen hatte, Tagessiebter und holte somit das bislang beste deutsche Ergebnis bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Er hatte es sechs Kilometer vor Schluss wieder ins erste Feld geschafft.
Mit seinem Etappensieg baute Cavendish auch die Führung in der Punktewertung ums Grüne Trikot weiter aus. Er liegt nun 59 Punkte vor Michael Matthews (BikeExchange) und 82 Punkte vor Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious). Beide hatten Cavendish am Zwischensprint unter Druck gesetzt und kurzzeitig abgeschüttelt, um ihm dort Punkte abnehmen zu können. In Valence aber waren sie dann chancenlos.
"Wenn ich auf Grün fahre, fahre ich nicht auf Grün, sondern auf Etappen. Aber meine Konkurrenten machen das anders", sagte Cavendish nach der Etappe. "Sie müssen natürlich etwas probieren, es ist schließlich ein Radrennen. Und ich wusste, dass ich es nur über die Berge schaffen musste, um zum Sprint zu kommen."
Keine Veränderungen gab es auch an der Spitze der Bergwertung, die weiterhin Nairo Quintana (Arkéa – Samsic) anführt.

Der Rennverlauf

Schon direkt nach dem scharfen Start setzten sich mit Hugo Houle (Astana – Premier Tech) und Tosh van der Sande (Lotto Soudal) zwei Fahrer vom Hauptfeld ab und etablierten schnell einen Vorsprung von einer Minute. Das Peloton blieb zunächst ruhig und die Lücke ging schnell auf bis zu sechs Minuten auf. Nach gut 20 Kilometern versuchten zwar noch einige Fahrer, nach vorne zu springen, sie aber ließ das Feld alle nicht weg.
Dann aber wurde es in der Chartreuse auch im Hauptfeld schneller – vor allem als nach 82 Kilometern am Ende einer kurzen Steigung der Zwischensprint anstand. Dort drückten die Teams von Sonny Colbrelli und Michael Matthews derart aufs Tempo, dass Cavendish nicht mehr mitsprinten konnte. Colbrelli holte dort 15 Punkte, Matthews 13, Philipsen 11 und Sagan 10 – Cavendish ging leer aus.
In der Folge passierte nicht mehr viel: Deceuninck – Quick-Step für Cavendish und das Team DSM für Cees Bol kontrollierten das Tempo im Hauptfeld und verkleinerte den Abstand zu den zwei Spitzenreitern langsam aber sicher.
38 Kilometer vor dem Ziel, in einem nicht kategorisierten Anstieg, schüttelte Houle dann van der Sande ab und setzte seine Flucht noch kurzzeitig alleine fort. Sein Vorsprung aber betrug schon da nur noch 30 Sekunden, da im Anstieg nun auch das Peloton unter dem Diktat von BikeExchange beschleunigte und sich auseinanderzog. Kurz darauf sammelte das Feld auch Houle ein und es ging geschlossen auf die letzten 35 Kilometer.

Schrecksekunde für Colbrelli: Defekt im Finale

Knapp 30 Kilometer vor dem Ziel versuchten es Bora – hansgrohe und Deceuninck – Quick-Step dann, bei stärker werdendem Wind das Hauptfeld zu teilen. Und ausgerechnet in dieser Phase musste Colbrelli 28 Kilometer vor Schluss wegen eines Defekts stoppen. Der Italienische Meister wechselte sein Rad rasend schnell und schaffte es, in der Wagenkolonne zu bleiben. Mit der Hilfe von Marco Haller kam er schon sechs Kilometer später wieder ins Feld hinein, wo kurzzeitig Ruhe einkehrte.
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Da kommt Hektik auf: Defekt stoppt Colbrelli im Windkanten-Finale

Quelle: Eurosport

Auf den letzten 20 Kilometern aber wurde es wieder hektisch: Immer wieder versuchten verschiedene Teams, eine Windkantenaktion zu starten, und 13 Kilometer vor dem Ziel war es soweit: Das Feld zerriss in mehrere Teile. Nach kurzem Durchzählen war aber klar, dass vorne keiner der wichtigen Klassementfahrer und auch kaum ein Spitzensprinter im noch rund 60 Mann großen ersten Feld fehlten – bis auf André Greipel (Israel Start-Up Nation), der in einer zweiten Gruppe saß, dann aber sechs Kilometer vor Schluss doch nochmal vorne rankam.
Im Zielort Valence übernahm dann zunächst Deceuninck – Quick-Step mit Weltmeister Julian Alaphilippe das Zepter und führte das Peloton mit vier Mann – Alaphilippe, Kasper Asgreen, Davide Ballerini und Michael Morkov - vor Cavendish auf die letzten drei Kilometer. Selbst in der letzten langgezogenen Linkskurve knapp 400 Meter vor dem Ziel saßen noch zwei Anfahrer vor dem Mann von der Isle of Man und am Ende lancierte Morkov seinen Kapitän so perfekt, dass der kaum mehr zu schlagen war.
Van Aert und Philipsen hatten in seinem Windschatten zwar die etwas höhere Endgeschwindigkeit, waren aber chancenlos. Colbrelli fehlten im Sprint die nötigen Kräfte und der Italiener kam nicht über Rang 17 hinaus, so dass er im Kampf um Grüne viel Boden einbüßte.
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Auch der Wind kann Cavendish nicht stoppen - die Highlights

Quelle: Eurosport

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