Tour de France 2021: Konrad lässt Bora nochmal jubeln - Solo-Sieg in Pyrenäen

Patrick Konard hat dem deutschen Team Bora – hansgrohe fünf Tage nach Nils Politts Triumph in Nimes den zweiten Etappensieg bei der 108. Tour de France beschert. Der Österreichische Meister setzte sich in Saint-Gaudens in den Pyrenäen zum Auftakt der Schlusswoche nach einem 36 Kilometer langen Solo durch und feierte den ersten österreichischen Tour-Tageserfolg seit 16 Jahren.

Patrick Konrad

Fotocredit: Getty Images

"Ich habe mir eigentlich schon nach meinem zweiten Platz gedacht: Wenn ich noch mal in die Situation komme, dann bin ich der Erste, der angreift. Ich habe meine Chance genutzt und bis zur Ziellinie gekämpft. Jetzt bin ich ein bisschen sprachlos", sagte Konrad, der am Samstag auf der ersten Pyrenäenetappe hinter Solist Bauke Mollema (Trek - Segafredo) bereits Zweiter geworden war.
"Ich bin mit dem Ziel Etappensieg angereist und war schon einmal ganz knapp dran. Dass es mir heute gelungen ist, macht mich irrsinnig stolz. Es ist ein Befreiungsschlag", so Konrad, der zwar 2018 und 2020 bereits in die Top 10 der Gesamtwertung beim Giro d'Italia gefahren war, trotzdem aber bislang ohne Profi-Sieg außerhalb Österreichs war.
"Mein Schwager hat mir gestern am Ruhetag gesagt: Der Fleißige erntet das Glück. Ich habe bis zur Ziellinie gekämpft, habe gewusst, dass ich die Beine, die Form und das Talent habe, sowas zu gewinnen", freute sich der 29-Jährige.
Tageszweiter wurde 42 Sekunden hinter dem Österreicher der italienische Meister Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) vor Michael Matthews (BikeExchange) im Sprint einer am Ende neunköpfigen Verfolgergruppe.
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Highlights: Konrad belohnt sich für furiosen Ritt durch den Regen

Quelle: Eurosport

16. Etappe: Favoriten belauern sich weiter

An der Spitze der Gesamtwertung tat sich nichts. Die Top 10 erreichten das Ziel nach 169 Kilometern gemeinsam mit 13:49 Minuten Rückstand auf den Sieger.
Allerdings hatte eine Tempoverschärfung von Wout Van Aert (Jumbo – Visma) am letzten Hügel des Tages, einem Bergpreis der 4. Kategorie sieben Kilometer vor dem Ziel, dafür gesorgt, dass es nach einem sonst sehr ruhigen Tag für die Favoriten doch nochmal hektisch wurde. Dort bildete sich eine zwölfköpfige Gruppe, die dann aber bis ins Ziel zusammenblieb.
Konrad, für den es der erste Profi-Sieg außerhalb seines Heimatlandes war, ist insgesamt der erst dritte österreichische Etappensieger bei der Frankreich-Rundfahrt. Vor ihm gewannen 1931 Max Bulla drei Etappen und Georg Totschnig im Jahr 2005 in Ax-3-Domaines ebenfalls in den Pyrenäen.
Während Pogacar das Gelbe und Weiße Trikot behielt, verteidigte auch Wout Poels (Bahrain Victorious) seine Führung in der Bergwertung mit weiterhin acht Punkten Vorsprung auf Michael Woods (Israel Start-Up Nation). Das Grüne Trikot blieb auf den Schultern von Mark Cavendish (Deceuninck – Quick-Step), dessen Vorsprung auf Matthews aber von 72 auf 37 Punkte zusammenschmolz.

Der Rennverlauf:

Einmal mehr dauerte es lange, bis sich die Ausreißergruppe des Tages bildete. Nach der Abfahrt von der französisch-andorranischen Grenze nach Tarascon-sur-Ariege wurde viel attackiert. Über den Col de Port hinweg lagen die Deceuninck – Quick-Step-Fahrer Mattia Cattaneo und Kasper Asgreen mit dem Polen Michal Kwiatkowski (Ineos Grenadiers) einige Sekunden vor dem bereits sehr zersprengten Hauptfeld.
Doch in der Abfahrt von diesem ersten Berg des Tages, der nach 54 Kilometern überquert wurde, wurde das Trio wieder eingeholt und es bildete sich ein neues Ausreißertrio mit Christopher Juul Jensen (BikeExchange), Fabien Doubey (TotalEnergies) und Jan Bakelants (Intermarche – Wanty – Gobert). Die Drei fuhren an der Spitze über den Zwischensprint, während sich hinter ihnen um Michael Matthews (BikeExchange), Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) und Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) eine zehnköpfige Verfolgergruppe bildete.
Matthews wurde aus dieser Gruppe Vierter des Zwischensprints und holte so 13 Punkte für den Kampf um Grün, während im Hauptfeld das Tempo nun verringert und die beiden Gruppen weggelassen wurden.
Am Col de la Core fuhr dann Konrad aus der Verfolger- in die Spitzengruppe vor und machte dort sofort Tempo. Dem fiel dann Juul Jensen zum Opfer, der sich zurückfallen lassen musste. Von da an fuhren der österreichische Meister, Doubey und Bakelants zu dritt gegen ihre zehn Verfolger – bei nie viel mehr als einer halben Minute Abstand zwischen beiden Gruppen, während das Hauptfeld zunehmend weiter zurücklag.

Konrad attackiert 36 Kilometer vor Schluss

Konrad holte sich die zehn Bergpunkte am Col de la Core und nahm seine beiden Begleiter, die augenscheinlich klar schwächer waren, auch noch mit in den Col de Portet d'Aspet hinein. Dort aber attackierte der Österreicher vier Kilometer vor dem Gipfel und 36 Kilometer vor dem Ziel noch einmal und startete sein Solo.
Sofort vergrößerte sich sein Vorsprung gegenüber den Verfolgern, bei denen weiterhin Matthews und Colbrelli dabei blieben, auf eine knappe Minute. Dann aber attackierte 34 Kilometer vor dem Ziel David Gaudu (Groupama – FDJ) aus der Gruppe heraus und nur Colbrelli blieb am Hinterrad des Franzosen.
An der Passhöhe des Portet d'Aspet lag Konrad dann 25 Sekunden vor dem Duo und knapp 50 Sekunden vor einem weiteren Quintett, das Matthews über die Bergwertung führte. Das Hauptfeld fuhr in sehr ruhigem Tempo mit mehr als zwölf Minuten Rückstand über den Pass.
In der Abfahrt, in der vor 26 Jahren der Italiener Fabio Casartelli tödlich verunglückte, hielt Konrad seinen Vorsprung auf Colbrelli und Gaudu konstant – und danach ging die Lücke sogar noch auf 45 Sekunden auf. 15 Kilometer vor dem Ziel nahmen die beiden Verfolger dann sogar kurzzeitig die Beine hoch und warteten auf die nächste Gruppe um Matthews, die nun eine Minute hinter dem Spitzenreiter lag.

Cofidis und Van Aert ziehen Tempo nochmal an

Auch an der 800 Meter langen, letzten Steigung des Tages büßte Konrad sieben Kilometer vor dem Ziel nur wenige Sekunden ein und so ging es hinein nach Saint-Gaudens nur noch darum, auf den nassen Straßen nicht mehr zu Fall zu kommen. Das gelang, und so durfte der 29-Jährige bereits auf der Zielgeraden ausgiebig beginnen zu jubeln und sich zum ersten Fahrer krönen, der im Trikot des Österreichischen Meisters eine Grand-Tour-Etappe sicherte.
Während Konrad sich schon als Etappensieger feiern ließ, erhöhte Cofidis mit Simon Geschke und Guillaume Martin acht Kilometer vor dem Ziel an besagter letzter Bergwertung der 4. Kategorie nochmal das Tempo und provozierte so einen Antritt von Wout Van Aert (Jumbo – Visma).
Dadurch explodierte das Tempo noch einmal und eine rund 15-köpfige Gruppe löste sich. Da aber alle Fahrer aus den Top 10 der Gesamtwertung dabei waren, hatte diese Aktion keine Folgen mehr und es kam zu keinen Verschiebungen.
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Ausflug in nasse Wiese: Asgreen vermeidet Sturz eindrucksvoll

Quelle: Eurosport

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