Tour de France 2021: Van der Poel erfüllt sich den Traum von Gelb
VonFelix Mattis
Publiziert 27/06/2021 um 17:45 GMT+2 Uhr
Mathieu van der Poel hat an der Mur de Bretagne die 2. Etappe der Tour de France 2021 gewonnen. Der Niederländer vom Team Alpecin - Fenix setzte sich nach 183,5 Kilometern und dem berüchtigten, zwei Kilometer langen Schlussanstieg mit einer beherzten Attacke auf dem Schlusskilometer als Solist durch. Zweiter wurde Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) mit sechs Sekunden Rückstand.
Mathieu van der Poel (Alpecin-Phoenix) vainqueur de la 2e étape du Tour de France 2021
Fotocredit: Getty Images
Dritter wurde dessen Landsmann Primoz Roglic (Jumbo – Visma) vor Bora – hansgrohe-Kapitän Wilco Kelderman.
Durch den Sieg und weil er sich 15 Kilometer zuvor bei der ersten Zielpassage bereits acht Bonussekunden gesichert hatte, übernahm van der Poel auch die Gesamtführung und erfüllte sich den großen Traum vom Gelben Trikot.
"Mir fehlen die Worte, ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich habe etwas gepokert. Ich habe schon bei der ersten Überquerung alles rausgehauen, da ich die Bonussekunden brauchte, wenn ich eine Chance auf Gelb haben wollte. Es war zugleich auch meine letzte echte Chance auf das Gelbe Trikot, unglaublich, dass es geklappt hat", freute sich van der Poel im Siegerinterview, an dessen Ende ihn seine Emotionen übermannten: "Als ich über die Ziellinie fuhr, dachte ich natürlich an meinen Großvater."
Der nämlich, der französische Tour-Held Raymond Poulidor, ist vor zwei Jahren verstorben. Poulidor war in seiner Karriere acht Mal unter die ersten Drei der Gesamtwertung der Tour de France gefahren, hatte aber nie das Gelbe Trikot getragen.
Van der Poels großes Ziel war deshalb, das nun bei seinem Debüt zu schaffen und seinem verstorbenen Opa zu widmen. Am Auftakttag in Landerneau verpasste er diesen Traum, nun an der Mur de Bretagne erfüllte er ihn sich aber doch.
Der bisherige Träger des Maillot Jaune, Auftaktsieger Julian Alaphilippe (Deceuninck – Quick-Step) kam acht Sekunden nach van der Poel über den Zielstrich und liegt damit nun eben jene acht Sekunden hinter dem Niederländer auf Gesamtrang zwei.
Neben dem Gelben Trikot holte van der Poel durch seine Gala an der Mur de Bretagne auch das Bergtrikot. Die Führung in der Nachwuchswertung um das Weiße Trikot behauptete Pogacar, das Grüne Trikot Alaphilippe.
Nach dem Sturzchaos vom Auftakttag blieb das Peloton diesmal von größeren Schwierigkeiten trotz streckenweise nassen Straßen verschont.
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Finale der 2. Etappe: Van der Poel ist an der Mûr nicht zu halten
Quelle: Eurosport
Zu Rennbeginn gab Ide Schelling (Bora – hansgrohe) alles, um in die Ausreißergruppe des Tages zu kommen. Der Träger des Bergtrikots attackierte mehrmals, kam aber lange nicht weg. Als das Peloton dann eine Gruppe um Jonas Koch (Intermarché – Wanty – Gobert) ziehen ließ, setzte er noch zweimal nach, bis auch Schelling endlich weggelassen wurde und nach vorne aufschließen konnte.
Das Sextett erarbeitete sich schnell knapp vier Minuten Vorsprung und es entwickelte sich ein Duell zwischen Schelling und dem Franzosen Anthony Perez (Cofidis) um die Bergpunkte. Den ersten Bergpreis nach 72 Kilometern sicherte sich Perez knapp vor Schelling, während zwölf Kilometer danach Edward Theuns (Trek – Segafredo) vor Koch den Zwischensprint gewann.
Schelling und Perez bekämpfen sich vergebens
Am zweiten Bergpreis bei Kilometer 103 duellierten sich dann Schelling und Perez erneut, und diesmal setzte sich der Bora-Profi durch, um seine Führung im Kampf ums Gepunktete Trikot mit einem Punkt Vorsprung vor Perez zu behaupten. Am Ende aber verlor er das Trikot trotzdem gegen den an der Mur de Bretagne doppelt punktenden van der Poel.
Nach der Wertung kam das Hauptfeld auf rund eine Minute an die Spitze heran, so dass Theuns genug von der Privatfehde seiner beiden Begleiter bekam und sich vorne absetzte. Ihm folgte Jeremy Cabot (TotalEnergies) und das Duo baute seinen Vorsprung wieder auf über zwei Minuten aus, während die anderen vier ehemaligen Ausreißer ins Hauptfeld zurückfielen.
Rechtzeitig zur ersten Passage der Mur de Bretagne wurden aber auch Theuns und Cabot dann wieder eingeholt. Dort setzte Mathieu van der Poel (Alpecin – Fenix) eine erste Attacke und sicherte sich die acht Bonussekunden sowie den Bergpreis bei der ersten Zielpassage, wurde direkt danach aber von den um die Bonifikationen sprintenden Favoriten wieder gestellt. Pogacar sicherte sich fünf Sekunden, Roglic zwei und Alaphilippe eine.
Van der Poel attackiert schon bei erster Zielpassage
Auf der 15 Kilometer langen Schlussrunde passierte dann nichts mehr, bis es in den zwei Kilometer langen und 6,9 Prozent steilen hineinging. Ineos Grenadiers führte das Feld in die Steigung und Richie Porte übernahm dabei das Zepter.
1,2 Kilometer vor dem Ziel lancierte dann Nairo Quintana (Arkea – Samsic) die erste Attacke, doch van der Poel schloss kurz nach der Flamme Rouge die Lücke. Dann setzte der Italienische Meister Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) den nächsten Stich, aber erneut war van der Poel am Hinterrad. Der Niederländer trat dann 700 Meter vor der Linie noch einmal an und riss sofort eine große Lücke.
Van der Poel zog voll durch und hinter ihm schaute sich die Konkurrenz einen Moment zu lang an, so dass der Niederländer zum Etappensieg durchmarschieren konnte. Hinter ihm spurtete Pogacar vor Roglic und Wilco Kelderman (Bora – hansgrohe) auf Rang zwei.
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