Tour de France 2021: Verantwortung für Stürze? Sagan nimmt Fahrer in die Pflicht

Peter Sagan (Bora – hansgrohe) hat nach dem Protest des Pelotons zu Beginn der 4. Etappe der Tour de France auch die Fahrer selbst mehr in die Pflicht genommen, wenn es um Sicherheit im Rennen geht. "Wir müssen unsere Einstellung ändern, sonst wird es nur immer schlimmer", sagte der dreimalige Weltmeister angesichts des beinahe täglichen Sturzchaos' zu Tour de France-Beginn.

Peter Sagan Tour de France 2021 Pontivy

Fotocredit: Getty Images

"Ich frage mich, was die Proteste verändern werden", so Sagan.
"Wir fahren Rennen, also denke ich, dass das eben auch eine Rolle spielt, wir sind Rivalen. Ich weiß nicht, wem man die Schuld für die Stürze geben kann. Es wird sich nichts ändern. In den letzten zehn Jahren wurde es nur immer schlimmer und schlimmer. Niemand übernimmt Verantwortung. Ich frage mich, wo die (Fahrergewerkschaft, Anm. d. Red.) CPA bei all dem ist? Sie ist unsere Organisation, aber was machen sie? Die CPA muss den Fahrern zuhören und mit der UCI sprechen, um Lösungen zu finden."
Interessant an Sagans Aussagen: Der Ex-Weltmeister selbst gilt nicht unbedingt als ein Fahrer, der nie die Ellenbogen ausfährt. Schon mehrfach gab es auch Kritik durch Konkurrenten an seiner Fahrweise im Peloton.
In den vergangenen Tagen wurden vor allem die 1. und die 3. Etappe von schweren Stürzen überschattet. Die Vorfälle des dritten Teilstücks im Speziellen sorgten dann für Kritik an der Streckenführung und der Wertung des Ergebnisses durch die UCI-Jury. Das Peloton stand daraufhin am Start der 4. Etappe für eine knappe Minute still, um für Sicherheit zu protestieren.
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Greipel spricht Machtwort und führt beim Fahrerprotest Regie

Quelle: Eurosport

Allerdings herrschte dabei ganz offensichtlich keine Einigkeit: Zunächst stoppte das von Julian Alaphilippe (Deceuninck – Quick-Step) angeführte Feld nicht, dann sorgte André Greipel (Israel Start-Up Nation) dafür, dass der vorher besprochene Protest doch stattfand.
Sagan war nicht in den ersten Reihen des Feldes zu sehen, als es zum Stillstand kam. Er hielt sich zurück. Der Slowake war im Finale der 3. Etappe ebenfalls gestürzt – allerdings in einem Sprint-Unfall mit Caleb Ewan (Lotto Soudal), wie er manchmal passiert: Ewan berührte das Hinterrad von Vordermann Tim Merlier (Alpecin – Fenix), ging zu Boden und riss Sagan mit. Der zog sich am rechten Knie und Oberschenkel große Abschürfungen zu.
"Es könnte besser sein, aber auch schlechter", sagte Sagan vor der 4. Etappe und erklärte später im Ziel: "Es wurde auf den letzten 35 Kilometern langsam besser."
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