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Tour de France 2022: Bora-hansgrohe setzt in Frankreich "voll auf eine Karte" - Lennard Kämna und Co. im Fokus
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Publiziert 28/06/2022 um 14:41 GMT+2 Uhr
Nach dem Gesamtsieg beim Giro d'Italia will das deutsche Team Bora-hansgrohe auch bei der Tour de France mit einem Radprofi auf das Podium. Mit Maximilian Schachmann, Lennard Kämna und Nils Politt stehen dabei drei Deutsche im Aufgebot. Ins Rennen um das Gelbe Trikot schickt man indes den Russen Alexander Wlassow. Teamchef Ralph Denk hat eine klare Vision - hält sich aber trotzdem zurück.
Highlights: Vlasov krönt Bora-Gala in Novazzano
Quelle: Eurosport
Denk hat bei der 109. Tour de France Großes vor - nur ans Gelbe Trikot will der Teamchef des deutschen Rad-Rennstalls Bora-hansgrohe nicht so wirklich glauben. "Aus Rosa mach Gelb - das Ziel ist ein bisschen hochgegriffen", sagte Denk im "SID"-Interview vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt am Freitag in Kopenhagen: "Wir würden uns aber nicht wehren, wenn es ein Podium wird."
Der Gesamtsieg bei der Italien-Rundfahrt im Mai und das Rosa Trikot, gewonnen durch den Australier Jai Hindley, ist der bislang größte Erfolg des Raublinger Rennstalls. Der Russe Alexander Wlassow, der eine starke Saison fährt, zuletzt bei der Tour de Suisse aber wegen eines positiven Coronatests aussteigen musste, soll es nun in Frankreich richten. "Wir setzen voll auf eine Karte", sagte Denk.
Drei Deutsche schickt der Bora-Boss als Helfer ins Rennen, es sind die drei derzeit wohl populärsten und erfolgreichsten Fahrer hierzulande. Die deutschen Meister Lennard Kämna und Nils Politt sind bereits Tour-Etappensieger. Maximilian Schachmann hat dazu zweifellos das Zeug.
Sie alle werden Freiheiten für eigene Ambitionen bekommen. "Wir wollen eine Etappe gewinnen", so Denk. Wlassow zu unterstützen bedeute nicht, "dass sieben Mann 3500 Kilometer neben ihm herfahren".
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Tour-de-France-Strecke: Der komplette Kurs mit allen 21 Etappen
Quelle: ASO
Kämna im Fokus: Double aus Giro und Tour möglich
Einer, der als Wlassow-Helfer nicht infrage kommt, ist Sam Bennett. Der Ire, 2020 immerhin Gewinner des Grünen Trikots, war zur laufenden Saison zu Bora zurückgekehrt - mit festen Planungen für die Tour. Im achtköpfigen Kader war nun aber überraschend kein Platz. "Wir werden uns aus den Sprints raushalten", meinte Denk. Wlassow verdiene den "bestmöglichen Support". Für Tagessiege, so das Kalkül, können auch andere sorgen.
Besonders im Fokus steht dabei Kämna. Der 25-Jährige ist im Mai einen herausragenden Giro gefahren, siegte am Ätna auf beeindruckende Weise. Er blickt aber auch auf ein sehr kompliziertes Jahr 2021 zurück, in dem er eine monatelange Pause vom Radsport einlegte.
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Lennard Kämna jubelt über seinen Etappensieg am Ätna beim Giro d'Italia 2022
Fotocredit: Eurosport
Das Double aus Giro und Tour - zu viel für den hochveranlagten Kämna? Nein, führte Denk aus: "Über sein Talent brauchen wir nicht diskutieren, das ist groß. Zum Talent gehört auch eine schnelle Regeneration. Die ist bei ihm vorhanden, sonst hätten wir es nicht gemacht."
Auf Ullrichs Spuren: Entfacht Kämna einen neuen Hype?
Gute Helferdienste in den Bergen sind die Pflicht. Ein Tag in einer Fluchtgruppe, an dessen Ende er im Ziel jubelnd die Arme ausbreitet, wäre die Kür - und würde weitere Hoffnungen schüren. Mittelfristig, das deutete Denk bereits kürzlich an, ist Kämna, dessen Vertrag unlängst verlängert wurde, ein Kandidat für eine Top-Platzierung bei der Tour. Zumindest den Versuch will man in den kommenden Jahren wagen.
25 Jahre nach Jan Ullrichs Triumphfahrt ist es für einen neuerlichen Hype bei der Tour 2022 noch zu früh. In Zukunft, glaubt Denk, könnte sich das ändern. "Wir sind in der Lage, eine Euphorie wie damals Jan Ullrich zu entfachen. Dazu müsste mal ein deutscher Rennfahrer wieder länger im Gelben Trikot fahren", sagte der 48-Jährige: "Wer weiß, vielleicht haben wir ja einen Lucky Punch."
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(SID)
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Tour de France Stage 1 profile and route map: Copenhagen – Copenhagen
Quelle: Eurosport
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