"Es wäre schön gewesen - und ist jetzt superschade", sagte Geschke danach in seinem ersten Interview nach der Ankunft.
Der Freiburger musste einem leid tun.
Seitdem er das Bergtrikot auf der 9. Etappe in Câatel mit einem ersten großen Kraftakt erobert hatte, kämpfte er leidenschaftlich um das Kult-Jersey mit den roten Punkten.
Deutschland-Tour
Attacke bei der Deutschland-Tour: Geschke hofft auf Sieg am Trainingsberg
UPDATE 23/08/2022 UM 12:43 UHR

Großer Kampf in den Alpen: So fuhr Geschke ins Bergtrikot

Er verteidigte es über die Alpen, sammelte dort wichtige Punkte am Col du Telegraphe sowie Col du Galibier und investierte viel in insgesamt sechs Auftritte in Fluchtgruppen - wie etwa auf dem Weg nach Mende, wo am Ende aber nur drei Punkte heraussprangen.
Ein starker Auftritt am Port de Lers eingangs der Pyrenäen ließ den Traum davon, die Bergwertung auch in Paris noch anzuführen, realistischer werden. Tagsdrauf kämpfte er ach am Col d'Aspin stark, doch die Angriffswut von Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard ließ seinen Vorsprung auf der 17. Etappe gefährlich schmelzen.

Geschke setzt alles aufs Bergtrikot: Wichtiger Coup am Port de Lers

Es war klar: Sollten die beiden Streithähne um den Tour-Sieg auch die letzte Bergankunft in Hautacam unter sich ausmachen, würde Geschke am Donnerstag am ersten Pass des Tages punkten müssen. Wieder warf er deshalb in der hektischen Anfangsphase alles in die Waagschale. Und ausgerechnet diesmal gingen die Kräfte aus.
"Ich hätte am Aubisque punkten müssen. Deshalb war das Ziel, mich am Anfang in die Gruppe zu kriegen", erzählte er.
"Leider hat das nicht geklappt. Das Team hat dann einen wunderbaren Job gemacht, und die Gruppe nah gehalten. Wenn ich die Beine gehabt hätte, hätte ich dann noch vorfahren können am Berg. Aber heute war leider nicht mehr so viel im Tank, wie nötig gewesen wäre. Da ich am Aubisque dann keine Punkte holen konnte, wusste ich eigentlich da schon: Game Over!"
Durch Vingegaards Sieg in Hautacam wurde es am Ende dann sogar doch recht deutlich: Mit acht Punkten Vorsprung vor dem Deutschen übernahm der Mann im Gelben Trikot auch die Führung in der Bergwertung. "Das Bergtrikot ist für den besten Bergfahrer der Tour, und der hat es jetzt", erkannte Geschke aufrichtig an, was enorm weh tat.

Highlights: Vingegaard-Doppelschlag trifft Pogacar und Geschke hart

Und noch schmerzhafter wird es nun wohl in den kommenden Tagen werden. Denn so sehr die Medienvertreter im Zielbereich in Hautacam versuchten, irgendetwas positives in Geschkes Kopf hineinzubekommen, so sehr wurden dabei die falschen Knöpfe gedrückt.

"Das Schlimmste ist, das Trikot weiter tragen zu müssen"

Darauf, dass er mit neun Tagen im Bergtrikot einen neuen deutschen Rekord aufgestellt habe, wurde er mal wieder angesprochen. Und dann auch noch gefragt, ob es denn wenigstens schön sei, das Trikot stellvertretend für Vingegaard noch bis Paris zu bringen.
Geschke hielt die Fassung und antwortete so freundlich er konnte. "Der Rekord ist auch schön, aber dafür gibt's halt leider kein Preisgeld", sagte er – und:
"Das ist eigentlich das Schlimmste, das Trikot jetzt weiter zu tragen. Da habe ich jetzt gar keinen Bock drauf. Aber gut: Das ist die Regel und ich muss damit leben, dass ich es jetzt stellvertretend durch die Gegend trage. Das ist nicht das schönste Gefühl."
Das könnte Dich auch interessieren: Pogacar gibt sich geschlagen: "Heute habe ich die Tour verloren"

Großes Fair Play! Pogacar stürzt in der Abfahrt - Vingegaard wartet

Deutschland-Tour
Die Deutschland-Tour live bei Eurosport mit discovery+
UPDATE 23/08/2022 UM 10:03 UHR
Tour de France
Geschke übt scharfe Kritik: "Weiß nicht, warum die Tour einen Fetisch dafür hat"
UPDATE 25/07/2022 UM 15:57 UHR