Damit baute Van Aert seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus und wird auf der 5. Etappe über das Kopfsteinpflaster weiter das maillot jaune tragen.
"Das Trikot verleiht dir Flügel", sagte van Aert nach seiner Machtdemonstration. "Ich wollte einfach auf Nummer Sicher gehen", meinte er mit einem Augenzwinkern auf die Frage, ob er keine Lust mehr auf Massensprints habe.
Mit acht Sekunden Rückstand auf den jubelnden Tagessieger kam Jasper Philipsen als Sieger des sprintenden Feldes ins Ziel - und wähnte sich als Triumphator: Frenetisch jubelnd feierte der Belgier, bis er über seinen Fauxpas aufgeklärt wurde. Dritter wurde Van Aerts französischer Jumbo-Teamkollege Christophe Laporte, für Bora-hansgrohe kam der Niederländer Danny van Poppel auf Rang sieben. Bester Deutscher im Tagesklassement war Alexander Krieger als 18. der Etappe.
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Ergebnisse und Gesamtwertungen: Der Endstand der Tour de France 2022
UPDATE 01/07/2022 UM 08:02 UHR
In der Gesamtwertung liegt Van Aert nun 25 Sekunden vor Auftaktsieger Yves Lampaert und 32 vor Topfavorit Tadej Pogacar. Der Slowene ließ sich aber von der Attacke an der nur 900 Meter langen Côte du Cap Blanc-Nez überraschen - als Jumbo mit voller Kraft in den Angriff ging, war er lange nicht zu sehen, während Team Ineos mit Adam Yates und Geraint Thomas dem Vorstoß der niederländischen Rivalen folgen konnte.

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Van Aert endlich belohnt: "Vollgas und leiden"

An der Bergwertung entschied sich Van Aert dann, als Solist durchzuziehen - und wurde dafür mit dem Triumph nach 171,5 Kilometern belohnt. Dahinter formierte sich das Feld wieder, konnte die Lücke aber nicht mehr schließen.
"Wir waren in einer perfekten Position: Über den Funk hörten wir, dass unsere Aktion schon einiges an Schaden angerichtet hatte", schilderte Van Aert die entscheidende Situation. "Ich bin dann bis zur Kuppe Vollgas gefahren und habe geschaut, was bis dahin passiert. Ich war dann alleine vorne und war mir nicht sicher, ob ich auf Jonas [Teamkollege Vingegaard, d. Red.] und Yates warten sollte. Ich habe mich dann aber entschieden, es alleine durchzuziehen, die letzten zehn Kilometer waren nur noch Vollgas und leiden.“

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Cort baut Siegesserie an Bergwertungen aus

Wie schon bei den beiden langen Etappen in seiner Heimat hatte der Däne Magnus Cort (EF Education-EasyPost) früh die Flucht nach vorne angetreten. "Ich habe hier die besten Tage meiner Karriere, das ist alles ein Traum für mich", sagte der Mann mit dem markanten Schnauzbart, der rund 450 der bisherigen 570 Rennkilometer als Ausreißer bestritten hat.
Mit dem Träger des Bergtrikots setzte sich am Dienstag nur der Franzose Anthony Perez (Cofidis) ab, beide fuhren zeitweise über sieben Minuten Vorsprung heraus. Die deutschen Kandidaten für eine Ausreißergruppe wie Landesmeister Nils Politt (Bora-hansgrohe) hielten sich zurück.

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Weil das Feld angesichts der harten kommenden Tage Körner sparen wollte, durften sich Cort und Perez lange an der Spitze austoben. Erst in der zweiten Rennhälfte beendete das Peloton den "Bummelstreik". 45 km vor dem Ziel ließ Perez Cort stehen, beide wurden aber vom Feld geschluckt - Perez am letzten Anstieg.
Die Favoriten um Titelverteidiger Tadej Pogacar (Slowenien) verlebten lange einen ruhigen Tag - bis van Aert und Jumbo ernst machten. Auf der fünften Etappe werden die Topstars mehr Arbeit haben: Zwischen Lille und Arenberg stehen elf der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Sektoren an, die auch beim Klassiker Paris-Roubaix absolviert werden. Für die teils federleichten Klassementfahrer ist die Gefahr des Zeitverlusts gegeben, die Spezialisten hingegen wittern ihre Chance.
"Die Vorfreude ist groß", sagte John Degenkolb, einer von nur zwei deutschen Gewinnern von Paris-Roubaix (2015) und Gewinner des bislang letzten Tour-Ausflugs aufs Kopfsteinpflaster (2018).
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(mit SID)

Tour-Strecke, 5. Etappe: Kopfsteinpflaster fordert die Favoriten

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