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Tour de France 2023 - Philippe Gilbert rät Jumbo-Visma für Duell mit Tadej Pogacar: "Vom ersten Tag Vollgas geben"
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Publiziert 29/06/2023 um 13:49 GMT+2 Uhr
Titelverteidiger Jonas Vingegaard von Jumbo-Visma geht bei der Tour der France (ab 1. Juli live bei Eurosport und discovery+) erneut als Topfavorit ins Rennen. Doch auch Hauptkonkurrent Tadej Pogacar (UAE Team Emirates), den eine Verletzung zurückgeworfen hatte, ist am Start. Eurosport-Experte Philippe Gilbert rät deshalb: "Wenn ich Jumbo-Visma wäre, würde ich vom ersten Tag an Vollgas geben."
Tour-Strecke: Der Kurs mit allen 21 Etappen von Bilbao nach Paris
Quelle: Eurosport
Bora - Aufgebot
Ich hätte ähnlich nominiert, mit der Auswahl starker Helfer für Jai Hindley, toller Allrounder und auch dem Verzicht auf Sam Bennett. Er ist für mich ein Wackelkandidat von dem ich nicht weiß, wie er unter Druck funktioniert. Bei der Tour muss man aber körperlich, aber auch mental, bei 100% sein. Ein junger Wilder wie Jordi Meeus kann da die bessere Wahl gewesen sein.
Hätte es Sinn gemacht, Lennard Kämna wie letztes Jahr das Double aus Giro und Tour fahren zu lassen?
Kämna hat sich in seiner Kapitänsrolle in Italien diesmal anders verausgabt als beim Giro 2022, deshalb macht die Pause völlig Sinn. Zumal der Giro dieses Jahr noch härter war als sonst mit den vielen Schlechtwetteretappen. Da sind die Fahrer am Ende völlig kaputt gewesen. Es hat ja seinen Grund, warum auch Primoz Roglic und Geraint Thomas nicht bei der Tour dabei sind, obwohl sie stärker als die meisten in ihren Teams gewesen wären.
Deutsche Chancen, Denz als Vorbild
Es gibt ganz sicher Chancen auf deutsche Etappensiege. Nils Politt hat ja 2021 schon gezeigt, dass er neben seinen ganz wichtigen Helferdiensten auch als Ausreißer siegen kann. Emanuel Buchmann ist das als begnadetem Bergfahrer auch zuzutrauen, wenn er an einzelnen Tagen mal freie Fahrt bekommt. Georg Zimmermann ist ja zuletzt als Etappensieger bei der Dauphiné ganz stark gefahren, von ihm kann man auch etwas erwarten.
Bahrain
Die beiden sind ein tolles „duo infernale“! Besonders Bauhaus ist im Sprint immer da und wenn er einmal ein Quäntchen Glück hat, gewinnt er auch. Arndt könnte bei der Tour in den Kreis jener Fahrer aufsteigen, die bei allen großen Rundfahrten Etappen gewinnen konnten, er hat also bei Giro und Vuelta schon gezeigt, dass er auf jeden Fall das Zeug dazu hat.
Dege / Geschke
Zwei Routiniers, die beide schon ganz oben bei einer Tour-Siegerehrung standen. Wer Degenkolb schon abgeschrieben hatte, der wurde dieses Jahr bei Paris – Roubaix belehrt, was er noch drauf hat. Geschke hat uns letztes Jahr alle begeistert mit seinem Kampf ums Bergtrikot, aber diesmal wird er meistens wohl den Edelhelfer für seinen Kapitän Guillaume Martin geben müssen. Hoffen wir, dass er auch seine eigene Chance ab und zu nutzen darf.
Kl Aufgebot
Ich hätte gerne ein paar mehr Deutsche am Start gesehen, aber man darf nicht vergessen, dass wir beim Giro immerhin elf Profis dabei hatten. Es gibt durchaus Talente bei uns, aber noch nicht alle sind reif für die Tour.
Cav gegen starke Konkurrenz
Es ist an sich schon mal toll, dass Cavendish noch einmal bei der Tour am Start ist. Ich weiß aber gar nicht richtig, ob ich möchte, dass der Rekord gebrochen wird oder nicht. Ich bin mit dem Gleichstand ganz zufrieden: Es sind verschiedene Typen von Rennfahrern, beide absolut großartig und vielleicht ist es gut, wenn sie beide Rekordhalter bleiben.
Hat er den Speed
Dass Cavendish noch immer ein Siegkandidat ist, hat er uns auf der Giro-Schussetappe bewiesen – auch wenn da 50% des Erfolges an seinen alten Kumpel Geraint Thomas gingen, der ihm über Teamgrenzen hinweg den weg zum Sieg bereitet hat. Und wie oft hat uns Cavendish in seiner Kariere schon überrascht, wenn er abgeschrieben war – er ist wie ein Kirmesboxer, der auch angeschlagen noch einen lucky punch landen kann. Man darf ihn also nie abschreiben, aber auf dem Papier spricht mehr gegen als für einen Etappensieg.
Renshaw als ExperteDas ist ein sehr guter Schachzug, von dem Cavendish massiv profitieren wird. Das hat keine nostalgischen Gründe, sondern das sind Vollprofis. Der Australier erspart Cavendish viel Arbeit in der Vorbereitung auf die Sprints – er vertraut Renshaw komplett und wenn der nach minutiösem Vorab-Studium von Strecke, Konkurrenz, Wind etc mit einem Plan ankommt, dann hat sein Wort Gewicht und Cavendish muss diese Infos nicht alle selbst sichten, sondern kann derweil regenerieren.
Man dürfe "nicht warten, bis er wieder ins Rennen kommt. Denn wenn Pogacar nicht bereit ist, dann in der ersten Woche", erklärte der ehemalige Radprofi.
Pogacar hatte sich nach einem Sturz beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich das Handgelenk gebrochen und wurde deshalb zuletzt etwas ausgebremst.
"Er wird vielleicht nach etwas Geschwindigkeit in den Beinen suchen, vielleicht nach einem Wettkampfrhythmus. Und wenn man ihn wieder ins Rennen lässt, wird es zu spät sein", so Gilbert.
Daher erwarte er, "dass Jumbo-Visma vom ersten Tag an Vollgas geben und auf ihn so viel Abstand wie möglich herausfahren wird, in der Hoffnung, dass er nicht vor dem Ende der Tour zurückkommen wird". Daher sei mit einem sehr interessanten Tour-Start zu rechnen, ist sich der Belgier sicher.
Im vergangenen Jahr hatte Vingegaard sich als zweiter Däne überhaupt das berühmte Gelbe Trikot gesichert. Pogacar wurde Zweiter, nachdem er 2021 die Tour de France noch vor Vingegaard gewonnen hatte.
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Quelle: Eurosport
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