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Tour de France: Jonas Vingegaard, Tadej Pogacar, Mark Cavendish und Co. - zehn Top-Stars im Portrait
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Publiziert 28/06/2023 um 18:10 GMT+2 Uhr
176 Radprofis nehmen am Samstag in Bilbao die 110. Tour de France in Angriff. Während sich Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar wohl erneut im Kampf um das Gelbe Trikot gegenüberstehen werden, feiert Ex-Champion Egan Bernal sein Traum-Comeback. Emanuel Buchmann und Simon Geschke halten indes die deutsche Fahne hoch. Eurosport stellt einige der Top-Stars der Tour de France hier vor.
Tour-Strecke: Der Kurs mit allen 21 Etappen von Bilbao nach Paris
Quelle: Eurosport
Jonas Vingegaard (26/Jumbo-Visma): Der Titelverteidiger. Im Vorjahr, als die Tour de France in seiner dänischen Heimat begann, ging der Stern des Kletterspezialisten endgültig auf. Vingegaard war der beste Fahrer in den Bergen und entthronte den scheinbar übermächtigen Rivalen Tadej Pogacar.
Ein Jahr später ist der 26-Jährige wieder in blendender Verfassung - sein Gesamtsieg beim Vorbereitungsrennen Criterium du Dauphine legt das nahe. Sein Team Jumbo-Visma ist wieder stark besetzt. Allerdings muss Vingegaard erst unter Beweis stellen, dass er dem großen Druck bei der Frankreich-Rundfahrt auch in der Rolle des Gejagten gewachsen ist. Die Erwartungshaltung ist enorm.
Tadej Pogacar (24/UAE Team Emirates): Der Herausforderer. Zwei Mal gewann der Slowene die Frankreich-Rundfahrt bereits, am 23. Juli will Pogacar zum dritten Mal im Gelben Trikot auf dem Podium in Paris stehen. Pogacar ist ein starkes Frühjahr gefahren, bis ihn ein Kahnbeinbruch nach einem schweren Sturz beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich ausbremste.
Die Zwangspause hat er gut genutzt. Zuletzt dominierte er die nationalen Meisterschaften. Pogacar ist im Vergleich zu Vingegaard der vielseitigere und explosivere Fahrer. Auch aus taktischen Fehlern des Vorjahres dürfte er gelernt haben. Im Duell um das Gelbe Trikot ist Pogacar mindestens ebenbürtig.
Egan Bernal (26/Ineos Grenadiers): Der Rückkehrer. Dass der Champion von 2019 überhaupt wieder auf dem Rad sitzt, ist ein kleines Wunder. Anfang 2022 prallte der Kolumbianer in seiner Heimat bei einer Trainingsfahrt gegen einen stehenden Bus und erlitt zahlreiche Brüche sowie Verletzungen an der Wirbelsäule.
In der ersten Reha-Phase saß Bernal im Rollstuhl, nun greift er für das Team Ineos Grenadiers wieder bei der Großen Schleife ins Geschehen ein. Mit dem Top-Duo Vingegaard und Pogacar dürfte er aber noch nicht mithalten können. Sein Start allein ist jedoch schon ein Erfolg.
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Egan Bernal
Fotocredit: Getty Images
Emanuel Buchmann (30/Bora-hansgrohe): Der Edelhelfer. Der frisch gekürte deutsche Meister kratzte 2019 als Gesamtvierter am Podium in Paris, dieses Mal verzichtet Buchmann auf das Kapitänsamt. Beim deutschen Top-Team Bora-hansgrohe ist Buchmann als wichtigste Unterstützung für Jai Hindley eingeplant.
Der Australier soll der deutschen Mannschaft ein Jahr nach seinem Gesamtsieg beim Giro d'Italia das erste Tour-Podest bescheren. Buchmann soll ihm im Hochgebirge zur Seite stehen. Dass er selbst zumindest auf Etappenjagd gehen kann, ist nicht auszuschließen und hängt vom Rennverlauf ab.
Simon Geschke (37/Cofidis): Die Bergziege. 2022 war der gebürtige Berliner einer der großen Stars der Tour. Über eine Woche trug der Mann mit dem markanten Bart das Bergtrikot und prägte so aus deutscher Sicht die Frankreich-Rundfahrt. Die aktuelle Saison verlief bislang allerdings nicht nach Geschkes Wunsch, die Form des Vorjahres hat er (noch) nicht.
In den Bergen dürfte er aber erneut sein Glück in Fluchtgruppen suchen und so möglicherweise seinen zweiten Tour-Etappensieg nach 2015 feiern.
Mark Cavendish (38/Astana Qazaqstan): Der Rekordjäger. Die 14. und letzte Tour de France einer unglaublichen Karriere wird für den Briten keineswegs zum gemütlichen Ausrollen. Vielmehr hofft Cavendish auf die Krönung: Mit Etappensieg Nummer 35 will der viermalige Weltmeister die belgische Legende Eddy Merckx überflügeln, zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen und endgültig eines der bedeutendsten Kapitel der Radsportgeschichte schreiben.
Dazu gilt es unter anderem Jasper Philipsen in Schach zu halten. Der Belgier ist der wohl beste Sprinter im Feld und einer der größten Konkurrenten Cavendishs.
Thibaut Pinot (33/Groupama-FDJ): Der Lokalmatador. Der Liebling der Franzosen ist Pinot weiterhin, ein ernsthafter Anwärter auf den Gesamtsieg aber nicht mehr. Auch in diesem Jahr wird er die Hoffnung seiner Landsleute auf den ersten französischen Tour-Sieg seit Bernard Hinault 1985 nicht erfüllen - doch den ein oder anderen Etappenerfolg hat Pinot allemal noch im Tank.
Neben dem Gesamtdritten von 2014 ruhen die Hoffnung der Grande Nation zudem auf Rückkehrer Julian Alaphilippe. Seit seinem zweiten Weltmeistertitel im Jahr 2021 hat der Weltklasse-Allrounder mit Verletzungen und Erkrankungen zu kämpfen. Ein Tour-Etappensieg käme einer Erlösung gleich.
Mathieu van der Poel (28/Alpecin-Deceuninck): Der Klassikerspezialist. Nach einer Horror-Tour im vergangenen Jahr, als der entkräftete Niederländer zunächst nur hinterherfuhr und schließlich vorzeitig vom Rad stieg, ist van der Poel in diesem Jahr wieder in Topform. Bei den prestigeträchtigen Frühjahrsklassikern war er der überragende Mann, siegte bei Mailand-Sanremo sowie in der "Hölle des Nordens" bei Paris-Roubaix.
Nun soll es für den Enkelsohn der 2019 verstorbenen französischen Radsport-Legende Raymond Poulidor endlich mit dem zweiten Tour-Etappensieg nach 2021 klappen. Auf mittelschweren Teilstücken ist van der Poel der Fahrer, den es zu schlagen gilt.
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Mathieu van der Poel
Fotocredit: Getty Images
Wout van Aert (28/Jumbo-Visma): Der Alleskönner. Zu behaupten, dass der Belgier in den vergangenen Jahren im Radsport gänzlich neue Maßstäbe gesetzt hat, ist kaum übertrieben. Klettern, Sprinten, Zeitfahren: Es gibt nichts, was van Aert nicht auf Weltklasse-Niveau beherrscht. Im vergangenen Jahr führte er im grünen Trikot des punktbesten Fahrers (!) Kapitän Vingegaard durchs Hochgebirge.
Mit seinem Gesamtpaket zählt van Aert im Grunde bei jeder der 21 Tour-Etappen zum erweiterten Favoritenkreis. Wie oft er die Freigabe erhält und um den Sieg fahren kann, anstatt Vingegaard zu helfen, bleibt allerdings abzuwarten.
Biniam Girmay (23/Intermarche-Circus-Wanty): Der Pionier. Beim Giro im vergangenen Jahr schrieb der Mann aus Eritrea Geschichte: Als erster schwarzer Afrikaner gewann er im noch immer westlich geprägten Profiradsport eine Grand-Tour-Etappe.
Nun will Girmay seine Heldentaten auch auf der ganz großen Bühne fortführen, und die Chancen stehen nicht schlecht: Girmay ist eine hochveranlagter, sprintstarker Fahrer, dem die Zukunft offen steht. Vielleicht auch schon die unmittelbare.
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(SID)
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Tour-Comeback nach Horror-Unfall: Bernal greift wieder an
Quelle: Eurosport
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