Tour de France - Wie Jan Ullrich 2003: Jonas Vingegaard mit fairer Geste: Warten auf Tadej Pogacar nach Sturz

Jonas Vingegaard beeindruckte auf der 17. Etappe der Tour de France neben seiner famosen sportlichen Leistung mit einer Fair-Play-Geste gegenüber seinem schärfsten Rivalen Tadej Pogacar. Zu Beginn des Tages stürzte der Slowene, weil er am Hinterrad eines Konkurrenten hängen blieb. Vingegaard nutzte diese Situation aber nicht aus, sondern wartete auf seinen Gegner, bis der wieder im Hauptfeld war.

Pogacar stürzt im Anstieg: Schrecksekunde auf Königsetappe

Quelle: Eurosport

"Ich war direkt hinter Tadej, als er stürzte. Jemand zog vor ihm rüber und hat sein Rad touchiert, Tadej konnte nichts machen. Es ist unglücklich für ihn, dass das passiert ist", beschrieb der Däne den Sturz des Zweitplatzierten im Gesamtklassement aus seiner Sicht.
Anschließend drückte Vingegaard mit seinem Team Jumbo-Visma jedoch nicht aufs Tempo, um den Hauptkonkurrenten ums Gelbe Trikot abzuhängen, sondern schaltete einen Gang zurück. Der Slowene konnte daraufhin wieder zurück ins Hauptfeld rollen und zu Vingegaard aufschließen.
"Wir haben etwas gewartet, bis er nach dem Sturz zurückkam, und haben nicht Druck gemacht, um ihn richtig abzuhängen. Wir sind defensiv gefahren, wollten nicht davon profitieren, sondern ihn wieder aufschließen lassen", erklärte der Träger des Gelben Trikots die Situation nach dem Rennen im Tour-Interview.
Die Geste erinnerte an eine ähnliche Situation bei der vergangenen Tour de France. Damals wartete auf seinen ärgsten Widersacher, als dieser sich verbremste und stürzte. Pogacar honorierte die Aktion damals mit einem Abklatscher.
Jan Ullrich, Toursieger von 1997, nahm bei der Frankreich-Rundfahrt 2003 das Tempo raus, als Erzrivale Lance Armstrong sich am 21.07.2003 auf der Bergetappe hinauf nach Luz-Ardiden auf die Straße legte. Der US-Amerikaner, dem wegen seiner Dopingvergehen alle sieben Siege auf der Großen Schleife aberkannt wurden, blieb damals mit dem Lenker an einem Beutel eines Zuschauers hängen. Ullrich forcierte das Tempo nicht, sondern wartete auf Armstrong.
Umgekehrt nahm der Texaner am selben Tag des Jahres 2001 auf einer Abfahrt auf der 13. Etappe in den Pyrenäen Rücksicht auf seinen ärgsten Widersacher, als dieser im Trikot des deutschen Meisters in einer Kurve über die Leitplanke ins Gemüse schoss.

Pogacar bricht völlig ein

Diesmal kam hinzu, dass der Stand in der Gesamtwertung zwischen Vingegaard und Pogacar deutlich enger war und zu diesem Zeitpunkt der Etappe der Däne und sein Team nicht wussten, in welchem Leistungszustand sich Pogacar befand. Der 24-Jährige hätte das "Geschenk" von Vingegaard annehmen und im Anschluss seine Chance am Col de la Loze nutzen können, um den Rückstand in der Gesamtwertung wettzumachen.
Doch einige Stunden später half Pogacar auch die Fair-Play-Geste von Vingegaard nichts mehr. Am wohl schwersten Berg der diesjährigen Tour konnte der Slowene dem hohen Tempo von Jumbo-Visma nicht mehr folgen und brach völlig ein.
5:45 Minuten nahm Vingegaard seinem Hauptkontrahenten im letzten Anstieg des Tages ab und kam seinem Ziel, dem Gesamtsieg, einen großen Schritt näher.
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Highlights: Pogacar leidet - Vingegaard sorgt für Vorentscheidung

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"Es ist schwer zu sagen, ob der Sturz der Grund für seine Leistung war", analysierte Vingegaard nach dem Rennen den Leistungseinbruch von Pogacar, der nun 7:35 min Rückstand auf den Führenden in der Gesamtwertung hat.

Pogacar bedient: "Kein guter Tag"

Pogacar selbst wollte nicht ganz ausschließen, dass der Sturz negative Auswirkungen auf seine Leistung auf der 17. Etappe hatte, diesen indes nicht als Ausrede nehmen.
Die Folgen des Sturzes bereiteten ihm zwar keine "großen Schmerzen", dennoch sei er nicht sicher, ob der Fall nicht doch "eine Auswirkung auf seinen Körper" hatte. Am Ende sei es schlicht und einfach "kein guter Tag" gewesen.
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szenen"Ich bin am Ende": Dramatische Szenen um Pogacar

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Viel mehr habe ihm die Nahrungsaufnahme während des Rennens zu schaffen gemacht. "Ich habe versucht, so viel wie möglich zu essen, aber es ist nichts in meinen Beinen abgekommen, stattdessen blieb alles in meinem Magen. Ich war nach dreieinhalb Stunden völlig leer am Anfang des Loze", erklärte der 24-Jährige.

Kurioser Zwischenfall bei Vingegaard

Knifflig hätte es für Vingegaard noch mal knapp 2,5 Kilometer vor dem Gipfel des Col de la Loze werden können. Dort behinderten ein stehen gebliebenes Motorrad sowie das Jury-Fahrzeug den Gesamtführenden und seinen Helfer Sepp Kuss.
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Chaos am Berg: Vingegaard gestoppt - Fahrzeuge verstopfen Straße

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Ein abgewürgter Motor des Begleit-Motorrads, das Probleme mit der massiven Steigung des Berges von bis zu 24 Prozent hatte, sorgte für den Stau auf der Strecke, der Vingegaard in etwa 15 Sekunden kostete.
"Es war verrückt am Col de la Loze, so viele Leute! Zwischendrin musste ich sogar hinter dem Auto stoppen. Das war unglücklich, aber so etwas passiert, wenn man Passagen mit 20% in der Tour hat", nahm Vingegaard den Zwischenfall sportlich und freute sich über einen fast perfekten Tag für ihn und sein Team.
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Tour de France 2023 : Stage 17 - Tadej Pogacar interview at finish

Quelle: Eurosport

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