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Tour de France 2023: Rote Karten bald auch im Radsport? Experten-Meinungen gehen auseinander
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Publiziert 05/07/2023 um 23:44 GMT+2 Uhr
Schon länger gibt es im Radsport Diskussionen um die richtige Bestrafung von Fahrern bei Fehlverhalten im Renngeschehen. So nun auch wieder nach der vierten Etappe der Tour de France 2023. Mathieu Van der Poel wurde nach einer Behinderung mit einer Geldstrafe und Rückstufung im Klassement belegt. Doch reicht eine solche Bestrafung aus oder braucht es gelbe und rote Karten?
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Quelle: Eurosport
Die kollektive Stimme der Fahrer fordert die Einführung von Gelben und Roten Karten. Das behauptet zumindest CPA-Präsident Adam Hansen, der sich auf eine Umfrage beruft, die unter den Fahrern stattgefunden hatte.
Eurosport-Experte Adam Blythe stimmte einer solchen Aussage bei den britischen Eurosport-Kollegen in der Show "The Breakaway" zu.
"Wie Mads Pedersen sagte, haben sie Bremsen, sie können nachlassen, wenn es nötig ist, und sie können aus dem Weg gehen. Aber letztendlich glaube ich nicht, dass sich etwas ändern wird, solange es kein System mit Roten und Gelben Karten gibt."
Aufhänger der Diskussion war eine Aktion von Mathieu van der Poel, der während des Sprints auf der vierten Etappe Biniam Girmay (Intermarche-Circus-Wanty) angerempelt hatte und daraufhin mit einer Geldstrafe sowie einer Rückstufung im Klassement belegt wurde.
Bylthe: UCI verhängt zu milde Strafe
Für Adam Blythe ist eine solche Bestrafung keine große Abschreckung für die Fahrer. "Die Aufgabe eines Anführers ist es, seinen Sprinter in Position zu bringen. Was spielt es für eine Rolle, wenn er zurückgestuft wird?"
"Die UCI hat versucht, ein Zeichen zu setzen, aber letztendlich ist er nicht aus dem Rennen, dem Sieger ist nichts passiert. Es ist fast so, als ob gesagt wird: 'Mathieu, du tust, was du tun musst, um deinen Leader in Position zu bringen. Es spielt keine Rolle, ob du zurückgestuft wirst, denn wir haben die Etappe trotzdem gewonnen'", prangerte Blythe die aus seiner Sicht zu milde Bestrafung der UCI an.
Robbie McEwen, 12-facher Etappensieger bei der Tour, ist da anderer Meinung. Aus Sicht des Australiers war an Van der Poels Manöver nichts auszusetzen.
McEwen: "So ist das im Sprint"
"Ich mochte das eigentlich. Mir hat gefallen, dass er Platz gemacht hat, und das ist es, was Sprint ausmacht, es ist Schulter an Schulter", sagte McEwen.
Die Strafe für den Belgier verwunderte den ehemaligen Sprinter. "So ist das im Sprint, und ich war überrascht, dass er ans Ende der Gruppe verwiesen wurde. Aber die UCI ist immer strenger geworden was die Aktionen im Sprint angeht. Wenn er das Gleiche noch einmal macht, wird er wohl aus dem Rennen fliegen", vermutet McEwen und fügte hinzu: "Wenn ich gestern die Jury geleitet hätte, hätte ich gesagt: 'Das war gut, lasst uns am nächsten Tag weitermachen.'"
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Quelle: Eurosport
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