Tour de France 2024: Attacken im Kampf um Gelbes Trikot - Tadej Pogacars Rivalen wittern Chancen in zweiter Woche

Die Gesamtwertung der Tour de France ist auch nach neun Etappen noch völlig offen. Tadej Pogacar trägt weiter das Gelbe Trikot, 33 Sekunden vor Remco Evenepoel, 1:15 Minuten vor Jonas Vingegaard und 1:36 vor Primoz Roglic. Die erwarteten "Großen Vier" liegen am ersten Ruhetag ganz vorne - eine Entscheidung ums Podium in Nizza ist aber längst noch nicht gefallen, die schwersten Etappen kommen nun.

Tour-Zwischenbilanz: Gewinner & Verlierer der ersten Woche

Quelle: Eurosport

Fast nebeneinander rollen die vier Führenden der Rundfahrt in Troyes über die Ziellinie. Dem Patt vor dem Ruhetag ging ein Tag voller Attacken voraus, Evenepoel und Pogacar gingen in die Offensive, Vingegaard und Roglic hielten sich - teilweise mit etwas Glück - schadlos.
Während der ersten neun Tage gab es drei weitere Gelegenheiten, um Zeitunterschiede herzustellen. Diese wurden genutzt und sie deuten schon eine klare Rangordnung an.
Erstens, dass hinter den "Top Four" wohl keiner mehr ein Wort um das Podium mitzureden hat - wenn keiner von ihnen ausfällt. Zweitens gibt es auch innerhalb des Quartetts eine Hierarchie.
Pogacar trägt das Gelbe Trikot und hielt sich bisher schadlos. Am Col du Galibier konnte er sich von allen absetzen, nur im Zeitfahren musste er sich mit Platz zwei begnügen, verlor aber nur zwölf Sekunden auf Evenepoel.

Woche Zwei: Zentralmassiv & Pyrenäen

"Tadej ist wohl ziemlich unerreichbar", musste Evenepoel trotz seines Sieges eingestehen. Nicht ohne Kampfansage an den Slowenen.
"Aber es ist Radsport und man weiß nie, was passiert. Je weiter das Rennen voranschreitet, desto besser werde ich mich fühlen. Wir konzentrieren uns wohl eher aufs Podium. Dafür habe ich die Beine. Wir müssen so weitermachen und diese Tour genießen".
Er ist aktuell am nächsten am Giro-Sieger dran. Das große Fragezeichen beim Belgier liegt in seinen Fähigkeiten im Hochgebirge - vor allem auf über 2000 Metern. Die 11. Etappe führt durch das Zentralmassiv, zum Ende der zweiten Woche stehen die Pyrenäen auf dem Programm.
An den Col du Tourmalet, der während der 14. Etappe auf das Fahrerfeld wartet, hat Evenepoel schlechte Erinnerungen. Bei der Vuelta im vergangenen Jahr verlor er auf der Etappe mit Ziel an dem mythischen Anstieg 27 Minuten auf die Besten und damit die Rundfahrt.
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Analyse: Vingegaard kann sich bei drei Mann besonders bedanken

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Vingegaard hofft auf Formanstieg

Die Etappe gewann damals Jonas Vingegaard. Er hofft darauf, dass seine Formkurve bei der Tour in die richtige Richtung zeigt - und bei seinem großen Rivalen in die falsche.
"Natürlich bin ich jetzt eine Minute und 15 Sekunden zurück, aber letztes Jahr habe ich am Ende der Tour auf zwei Etappen sieben Minuten und 30 Sekunden herausgeholt", sagte der zweimalige Toursieger in der "Jyllands-Posten".
Pogacars Rivalen setzen darauf, dass dem Slowenen im verlauf der Tour vielleicht der Sprit ausgehen könnte - schließlich hat er den Giro in den Beinen - während ihre Formkurve ansteigen sollte.
Vor allem die beiden Tage in den Pyrenäen könnten die Gesamtwertung in Bewegung bringen. Beide Etappen enden mit den ersten schweren Bergankünften diser Tour und weisen mehr als 4000 Höhenmeter auf. Col du Tourmalet, Plateau de Beille, Pla d'Adet, Col de Peyresourde - legendäre Anstiege, die schon manche Frankreich-Rundfahrt entschieden haben.
VIngegaard muss sich auf die Berge verlassen - teilweise zum Unmut seiner Kontrahenten. "Klar bin ich frustriert. Wir hätten mehr Zeit herausfahren können", sagte Pogacar im Ziel der neunten Etappe. "Aber anscheinend möchte Visma das nicht, sie konzentrieren sich nur auf mich."
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De Florence à Nice : le parcours complet du Tour de France 2024

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Roglics Team bleibt angriffslustig

Einer der Fahrer, die von Vismas Taktik profitierten, war Primoz Roglic. Er belegt in der Rangordnung der vier Top-Favoriten eindeutig den vierten Platz. Am zweiten Tag verlor er am Anstieg von San Luca an Boden. Auch auf der vierten Etappe über den Galibier erreichte er mit Glück das Ziel gemeinsam mit Vingegaard und Evenepoel.
Nur im Zeitfahren konnte er auf einen Rivalen Zeit gewinnen: Drei Sekunden war er im Burgund schneller als sein dänischer Ex-Teamkollege. "Die anderen Favoriten haben etwas besser abgeschnitten, aber ich bin optimistisch und schaue voraus", sagte Roglic.
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Steile Rampen laden zu Attacken ein: Ausblick auf 2. Tour-Woche

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Sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe gibt sich nach einer schwierigen Woche, nach der das Team eher besser dasteht als erwartet, kämpferisch.
"Wir werden mit ihnen kämpfen, wenn es so weit ist. Bis jetzt ging es nicht so sehr ums Kämpfen, eher ums Vermeiden", analysiert der sportliche Leiter Rolf Aldag. "Ich weiß nicht, was man von den anderen erwarten kann. Wir konzentrieren uns auf uns und wissen, dass das Finale sehr, sehr schwer werden wird. Bis dahin wollen wir vorn dabei bleiben, sodass wir eine Chance auf Gelb haben."
Neben den Pyrenäen-Etappen bietet da auch der Abstecher ins Zentralmassiv mit seinen steilen Anstiegen eine ideale Chance zum Angriff und mutigen taktischen Varianten.
In einer Woche wird man wissen, ob es vor dem Finale bei den "Großen Vier" bleibt, oder ob sich schon vor den Alpen eine Vorentscheidung abzeichnet. Erst dort wird sich das Rennen wirklich entscheiden - oder gar in einem Showdown am Schlusswochenende rund um Nizza.
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Evenepoel zeigt Mut, aber hat taktisch keine Chance

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