Jan Ullrich blickt behutsam nach vorn: "Stachel ist gezogen, Wunde ist verheilt, mir geht es gut"

Jan Ullrich fühlt sich wieder wohl in seiner Haut. Im Velo Club auf Eurosport hat der Tour-de-France-Sieger von 1997 erklärt, dass er behutsam an seiner Zukunft arbeite und genau wisse, dass für ihn momentan nicht alles zu schnell gehen dürfe. "Man muss immer aufpassen, aber ich habe, glaube ich, ein gutes Team um mich herum", sagte der 50-Jährige: "Jeder ist sensibilisiert und mir geht's gut."

Ullrich blickt nach vorn: "Stachel ist gezogen, Wunde ist verheilt"

Quelle: Eurosport

Ullrich machte bei seinem zweitägigen Besuch bei Eurosport genau wie auch schon eine Woche zuvor bei den Deutschen Radsport-Meisterschaften in Bad Dürrheim einen geerdeten und zufriedenen Eindruck.
Er scheint gut erholt und mit sich selbst im Reinen seit der Veröffentlichung seiner Dokumentation über sein Leben im vergangenen Herbst, mit der 17 Jahre nach der Fuentes-Affäre auch das lang ausgebliebene Dopinggeständnis verbunden war, sowie dem Erscheinen seines Buches vor wenigen Wochen.
Dabei, so erklärte er, wisse er auch, dass er nun auf das richtige Gleichgewicht in seinem Leben achten müsse. "Der Stachel ist gezogen, die Wunde ist verheilt und ich stehe in meiner Mitte, glaube ich. Das fühlt sich gut an", sagte Ullrich am Mittwoch im Velo Club.
"Ich muss aufpassen, dass ich nicht so viele Termine und weniger Reisetage habe", fuhr der 50-Jährige fort, "denn mir ist aufgefallen, dass ich dann nicht mehr so viel zum Radfahren komme und dann auch wieder schnell ansetze. Da muss man eine gesunde Mischung finden, aber ich glaube, die finde ich."
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Ullrich zwischen Gelb 1997 und Rehabilitation 2024

Quelle: Eurosport

In erster Linie geht es Ullrich wohl darum, wieder im Radsport Fuß zu fassen und eine Bedeutung zu haben, die über die seiner reinen Ergebnisse von vor über 20 Jahren hinausgeht.
"Es ist schon einiges, was in dem Jahr passiert ist und es gehen mehr Türen auf als zu. Ich könnte noch bedeutend mehr machen, will mir das aber auch einteilen. Man muss aussortieren", erklärte er und betonte auch, dass seine Familie für ihn ganz zentral sei.

Nachwuchsförderung liegt Ullrich am Herzen

Ullrich: "Ich habe ein strukturiertes Leben, ich liebe den Sport und es wird immer in Richtung Sport bleiben. Da bin ich Meister des Fachs. Ich habe sehr viele Erfahrungen im Leben gemacht und möchte die weitergeben und vielleicht ein Stückchen dazu beitragen, dass der Radsport in Deutschland auch in der Jugend angekurbelt wird und die Zukunft rosig aussieht."
Aktuell versteigert er beispielsweise bis zum Ende der Tour de France am 21. Juli sein Original-Rad aus dem Jahr 1998 und will den gesamten Erlös der Nachwuchsförderung im Radsport zugutekommen lassen.
Vom Velo Club, wo er sich riesig über den 35. Tour-Etappensieg von Mark Cavendish freute, reiste er am Mittwochabend in Richtung Schwarzwald ab, wo vom 4. bis 7. Juli eines seiner Re:Tour-Events stattfindet, bei dem er zusammen mit Fans einige Tage auf dem Rad und im Hotel verbringt.
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Exklusiv: Ullrich im großen Eurosport-Interview zur Tour de France

Quelle: Eurosport


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Ullrich analysiert Tour-Strecke: "Musst mit 99% Form reingehen"

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