Tour de France: Jonas Vingegaard fährt auf der 9. Etappe 100 km auf dem Rad des Teamkollegen - darum ging der Plan auf
VonJan Zesewitz
Update 08/07/2024 um 07:11 GMT+2 Uhr
Es hätte eine rennentscheidende Szene dieser Tour de France werden können: Jonas Vingegaard hatte 100 Kilometer vor dem Ziel einen Defekt an seinem Rad. Doch das Team Visma-Lease a Bike reagierte schnell: Der Titelverteidiger erhielt direkt die Rennmaschine seines Helfers Jan Tratnik und fuhr damit bis ins Ziel. Die Equipe war gut vorbereitet, sagte der sportliche Leiter Grischa Niermann.
Defekt bei Vingegaard - aber Visma weiß sich zu helfen
Quelle: Eurosport
"Wir haben nicht extra das Rad von Jan vor der Etappe umgebaut, aber wir haben bewusst einen Fahrer dabei, der fast exakt dieselben Abmessungen auf dem Rad hat wie Jonas", erklärte Niermann nach der 9. Etappe auf Nachfrage von Eurosport.
Der Wechsel passierte in einer hektischen Phase des Rennens 100 Kilometer vor dem Ziel der Gravel-Etappe. Auch als sich die Rennphase beruhigte, entschied sich das Team, den zweifachen Tour-Sieger auf dem "fremden" Rad zu belassen.
"Die Sitzhöhe von Jan und Jonas unterscheidet sich um einen Millimeter und auch die anderen Maße sind fast identisch", erklärte Niermann.
"Jonas hat sich auf dem Rad wohlgefühlt und deshalb sind wir auch nicht mehr das Risiko eingegangen, zurück zu wechseln, später im Rennen."
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Highlights: Epischer Fight der Favoriten auf Schotter
Quelle: Eurosport
Jorgenson: Der Radwechsel hat perfekt geklappt
Ein Wechsel auf ein weniger passendes Rad hätte bei Vingegaard zu Problemen führen können. So war er wenig später in der Lage, die Attacken von Tadej Pogacar und Remco Evenepoel zu kontern.
Entscheidend war zudem der reibungslose Ablauf der Operation - und Visma zeigte, dass sie aus Fehlern lernen. Vor zwei Jahren hatte Vingegaard auf der Kopfsteinpflaster-Etappe nach Arenberg ebenfalls einen Defekt, das folgende Hin und Her mit Teamkollegen und Mechanikern mutete eher slapstick-artig an und kostete viel Zeit.
"Der Radwechsel hat perfekt funktioniert", sagte Visma-Fahrer Matteo Jorgenson im Ziel. "Jan hat fast die gleiche Sattelhöhe wie Jonas und daher musste er den ganzen Tag hinter ihm bleiben."
Der Slowene fuhr letztlich nur die halbe Etappe hinter seinem Kapitän. Er wartete längere Zeit aufs Teamfahrzeug und erreichte knapp zehn Minuten hinter Tagessieger Anthony Turgis (TotalEnergies) das Ziel.
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Analyse: Vingegaard kann sich bei drei Mann besonders bedanken
Quelle: Eurosport
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