Tour de France 2024: Jonas Vingegaard nur als Edelhelfer nach Frankreich? Comeback beschäftigt Experten
Update 08/05/2024 um 14:15 GMT+2 Uhr
Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) hat sich rund einen Monat nach seinem schweren Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt zurückgemeldet. Mit der Wiederaufnahme seines Trainings rückt der Däne hinsichtlich der Tour de France natürlich wieder in den Fokus. Der dritte Gesamtsieg scheint aktuell aber noch in weiter Ferne zu sein, erklärten Fabian Wegmann und Robert Bengsch im Velo Club bei Eurosport.
Wegmann: "Mit 80 Prozent Form braucht Vingegaard nicht zur Tour"
Quelle: Eurosport
"Ich hoffe, dass ich am Start stehen kann", sagte Vingegaard in dem von seinem Team Visma-Lease a Bike auf Instagram publizierten Video. "Ich kann aktuell nicht sagen, wie meine Form und meine Regeneration voranschreiten werden. Aber ich werde alles geben, um in Top-Form zurückzukehren."
Viel Zeit bleibt Vingegaard dafür nicht, der Startschuss für die Tour de France fällt immerhin in knapp zweieinhalb Monaten (29. Juni bis 21. Juli live und on-demand bei discovery+).
"Die perfekte Vorbereitung wird er bis zur Tour nicht mehr erlangen", erklärte Wegmann. "Aber er ist ein Kämpfer. Sein Ziel muss es sein, dort am Start zu stehen. So muss er in die Regeneration starten, jeden Morgen aufstehen und an seiner Physis arbeiten - mit allen Möglichkeiten, die er hat."
Angesichts seines gebrochenen Schlüsselbeins, mehrer Rippenbrüche, einer Lungenquetschung und eines Pneumothorax erweist sich die Rückkehr auf die große Bühne alles andere als leicht. Der dritte Tour-Gesamtsieg in Folge ähnelt daher einer Mammutaufgabe.
Wegmann: "Mit 80 Prozent braucht er nicht am Start stehen"
Für einen Triumph in Gelb auf der "Grande Boucle" muss sich Vingegaard nämlich auf allerhöchstem Niveau befinden, vor allem wenn sich sein ärgster Konkurrent Tadej Pogacar zurzeit beim Giro d'Italia (live und on-demand bei discovery+) von seiner besten Seite zeigt.
"Wenn er nicht bei 100 Prozent ist, wird er nicht bei der Tour starten", ist sich Eurosport-Experte Robert Bengsch sicher. Ein schwerer Sturz wie jener von Vingegaard "macht etwas mit dir und deinem Kopf. Wie viel Risiko geht er noch ein?", stellte er die Frage nach etwaigen traumatischen Konsequenzen.
Wegmann schloss sich dieser Ansicht an und unterstrich: "Mit 80 Prozent braucht er nicht am Start stehen."
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Quelle: Eurosport
Vingegaard als Edelhelfer bei der Tour?
Die Entscheidung über einen möglichen Start auf der "Großen Schleife" trifft Vingegaard aber ohnehin nicht alleine, sondern gemeinsam mit seinem Team.
Daher könnte sich auch ein besonderes Szenario ergeben: Sehen wir Vingegaard womöglich sogar in der ungewohnten Rolle des Etappenjägers oder Edelhelfers?
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass der dort am Start steht und irgendwie versucht, eine Etappe zu gewinnen", meinte Wegmann. "Dafür waren seine beiden Gesamtsiege zu souverän. Dann wird er sich eher auf die Vuelta konzentrieren, die vielleicht gewinnen und im nächsten Jahr wiederkommen."
Bengsch kann sich hingegen eine untergeordnete Rolle seitens Vingegaard bei der Tour durchaus vorstellen. "Wenn er gesund ist und der Chef das sagt, dann wird er sich unterordnen. Aber das ist eine gemeinsame Entscheidung, sodass alle mitspielen und zufrieden sind."
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