Tour de France 2025 - Diskussion um schwere Schlussetappe in Paris: Tadej Pogacar blickt Spektakel skeptisch entgegen
Anstatt mit dem gewohnten Schaulaufen für Sprinter endet die Tour de France 2025 mit einer letzten, giftigen Herausforderung. Drei Mal Montmartre, fünf Bergwertungen und enge Straßen sorgen auf der Schlussetappe für einen letzten Nervenkitzel im Peloton. Experten wie Jens Voigt kritisieren die Entscheidung, während Tadej Pogacar und Florian Lipowitz vor allem eins wollen: Heil in Paris ankommen.
Expertenvorschau zur Schlussetappe: "Richtig harter Tag für alle"
Quelle: Eurosport
Auf die Hochglanzbilder, auf denen der Träger des Gelben Trikots mit einem Glas Champagner in Richtung Paris rollt, müssen Radsportfans in diesem Jahr verzichten.
Stattdessen wartet anlässlich der 50. Ankunft der Tour de France auf dem Champs-Élysées eine allerletzte knifflige Aufgabe auf das Peloton.
Gleich dreimal müssen Tadej Pogacar und Co. am Sonntag auf der Schlussetappe den Künstlerhügel Montmartre überqueren.
Insgesamt fünf Bergwertungen machen aus dem einst entspannten einen unangenehmen Abschluss, der etatmäßige Sprint Royal auf der Pariser Prachtstraße ist diesmal nicht gesetzt.
Genau das sorgt im Vorfeld des Schlussaktes der 112. Frankreich-Rundfahrt für Diskussionen.
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Tour-Strecke, 21. Etappe: Neues Finale in Paris
Quelle: Eurosport
Voigt: "Nicht notwendige Erhöhung des Stresslevels"
"Ich finde, es ist eine nicht notwendige Erhöhung des Stresslevels für alle. Die Organisatoren hätten es so lassen sollen, wie es war", sagte Eurosport-Experte Jens Voigt im Velo Club und ergänzte: "Warum gibt man den Sprintern nicht auch eine Chance, sich nochmal zu zeigen? Sie hatten während der gesamten Tour nicht viele Gelegenheiten."
Tatsächlich gab es bei der diesjährigen Tour nur fünf klassische Sprint-Etappen.
Allerdings steht am Sonntag nicht nur den schnellen Jungs im Feld eine anspruchsvolle Aufgabe bevor, wie Voigt weiter vorausblickte.
- Gesamtwertung und Ergebnisse: So steht's im Kampf ums Podium der Tour
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Voigt und Bengsch wegen Paris-Spektakel skeptisch
"Für die Klassementfahrer wird es ein unheimlich stressiger, nervöser Tag, weil die letzte Bergwertung sechs Kilometer vor dem Ziel und auch die Straße sehr schmal ist", so der 53-Jährige.
"Für die Zuschauer ist das spektakulär, aber für die Fahrer wird es ein richtig harter Tag und sie hatten ja schon viele harte Tage", führte Voigt weiter aus.
Sein Expertenkollege bei Eurosport, Robert Bengsch, pflichtete dem Ex-Profi bei: "Das war alles toll und jetzt will man nochmal Spannung reinbringen - wir hatten aber so viel Spannung und so viel Show."
Einer der Hauptverantwortlichen dieser Show in den vergangenen drei Wochen war Florian Lipowitz, der die erste Podestplatzierung eines Deutschen seit 2006 direkt vor Augen hat.
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Florian Lipowitz auf der 20. Tour-Etappe
Fotocredit: Getty Images
Lipowitz: "Bin froh, wenn der Tag vorbei ist"
Für den 24-Jährigen lautet das oberste Gebot jedoch Vorsicht.
"Ich bin froh, wenn der Tag morgen vorbei ist. Wir müssen fokussiert bleiben und sicher ins Ziel kommen", sagte Lipowitz am Eurosport-Mikrofon.
Mit ähnlichen Gefühlen blickte der Gesamtführende Pogacar dem Schlussspektakel entgegen. Auf die Frage, ob die Vorfreude bei ihm besonders groß sei, da er die Olympischen Sommerspiele an gleicher Ort und Stelle im Vorjahr ausgelassen hatte, entgegnete er: "Ja oder nein - ich weiß es nicht. Es kommt ganz darauf an, mit welchem Gefühl wir morgen aufwachen."
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Tadej Pogacar geht im Gelben Trikot in die Schlussetappe der Tour
Fotocredit: Getty Images
Etappensieg in Paris? Pogacar hält sich bedeckt
Es stellt sich daher die Frage, wer im großen Finale noch einmal einen Versuch wagen wird, die Tour mit einem persönlichen Erfolgserlebnis abzuschließen.
"Ich tendiere zu Pogacar und glaube, dass er im Gelben Trikot attackiert und nochmal gewinnt. Das ist für mich das wahrscheinlichste Szenario", prognostizierte Voigt.
Der Tour-Dominator selbst hielt sich dagegen bedeckt. "Wenn wir vorne mitfahren können, werden wir das machen. Wenn nicht, werden wir es genießen, in Paris zu sein", erklärte der Slowene.
"Wir haben ein gutes Team für morgen, speziell Nils (Politt; Anm. d. Red.) und Jhonatan (Narváez; Anm. d. Red.). Es ist nicht notwendig, irgendein Risiko einzugehen. Wir werden sehen, wie sich das Rennen entwickelt. Alles kann passieren, aber ich werde nichts versprechen", führte er weiter aus.
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"Schade!" Greipel mit klarer Meinung zum neuen Tour-Finale in Paris
Quelle: Eurosport
Greipel: "Finde es mega schade"
Einer, der weiß, wie es sich anfühlt, auf dem Champs-Élysées zu triumphieren, ist André Greipel. Gleich zweimal holte sich der "Gorilla" während seiner aktiven Karriere den Tagessieg in der Stadt der Liebe.
Auch der Rostocker bedauert die Entwicklung rund um die Schlussetappe. "Ich finde es mega schade. Als Sprinter gibt man alles dafür, um vielleicht nochmal auf dem Champs-Élysées kämpfen zu können - was in diesem Jahr leider nicht der Fall ist", sagte er exklusiv bei Eurosport.
Gut möglich also, dass es die traditionellen Champagner-Bilder diesmal erst bei der offiziellen Siegerehrung gibt.
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Highlights: Groves nutzt Uneinigkeit seiner Kollegen aus
Quelle: Eurosport
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