Eddy Merckx und Roger de Vlaeminck kritisieren aktuelle Radsport-Generation um Jonas Vingegard und Mads Pedersen

Eddy Merckx feiert am 17. Juni seinen 80. Geburtstag. Für die belgische Zeitung "Het Nieuwsblad" der Anlass, um ein Treffen mit einem seiner großen Konkurrenten und Wegbegleiter Roger De Vlaeminck zu arrangieren. Im Gespräch sprechen die beiden belgischen Stars über den Vergleich der Topfahrer von heute und zu ihrer Zeit. Vor allem Jonas Vingegaard kommt dabei nicht gut weg.

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Quelle: Eurosport

"Vingegaard ist sicher ein sehr guter Rundfahrer", sagte De Vlaeminck über den Dänen: "Aber er fährt nicht. Wofür bezahlen sie ihn das ganze Jahr?" Der zweifache Tour-Sieger kommt in diesem Jahr nach einer Gehirnerschütterung bei Paris - Nizza auf nur 18 Renntage vor der Tour de France.
Beide Stars der 70er Jahre sahen in ihrer Generation eine größere Konkurrenz um die großen Titel als in der heutigen Zeit. "Wen haben wir in diesem Frühjahr gesehen?", fragte Merckx. "Mathieu van der Poel. Und Remco Evenepoel, wenn er fit war. Zu meiner Zeit gab es Walter Godefroot, Roger de Vlaeminck, Freddy Maertens ... Und bei den Grand Tours: Felice Gimondi, Gianni Motta, Luis Ocana, José Manuel Fuente. Heute ist es alles etwas weniger beeindruckend."
Tadej Pogacars Dominanz führt insbesondere De Vlaeminck auf die schwächere Konkurrenz zurück - weswegen sich ein Vergleich zu Merckx in seinen Augen verbiete: "Wie oft hat Eddy den Giro gewonnen, fünf Mal? Pogacar wird sich beeilen müssen", sagte der 76-Jährige.
Die von Merckx genannten Grand-Tour-Konkurrenten kamen in ihrer Karriere auf insgesamt zwei Siege bei der Tour de France (Gimondi 1965, Ocana 1973) und vier Siege bei je dem Giro und der Vuelta.

De Vlaeminck: "Pedersen ist kein guter Fahrer"

Bis heute gilt der "Kannibale" Merckx mit elf Grand-Tour-Siegen, 19 Siegen bei Monumenten des Radsports und drei Weltmeistertiteln als der größte Radsportler aller Zeiten. De Vlaeminck steht als Sieger bei elf Monumenten und zahlreichen weiteren Siegen bei Etappenrennen und Eintagesrennen ebenfalls zurecht weit oben im Radsport-Olymp.
Höhen, die nach Meinung des 76-Jährigen ein Fahrer wie Mads Pedersen nie erreichen wird. "Es gibt diesen Hype um ihn, weil er ein paar Etappen beim Giro gewonnen hat, aber er kann kein Zeitfahren und keine Bergetappen gewinnen", sagte De Vlaeminck über den Top-Sprinter: "Für mich ist das kein Super-Fahrer. Was hat Pedersen bisher gewonnen?"
Merckx verteidigte den Dänen von Lidl-Trek mit Verweis auf die Leistungen beim Giro, bei Gent - Wevelgem oder bei Paris - Roubaix, aber davon wollte sein alter Wegbegleiter nichts hören: "Ich habe 22 Etappen beim Giro gewonnen und bin Gesamt-Vierter geworden", sagte er.
De Vlaeminck nahm in seiner Karriere als Eintagesspezialist an 13 Grand Tours teil, neun Mal davon beim Giro. 1975 gewann er sieben Etappen und wurde Vierter in der Gesamtwertung, zwei weitere Male schaffte er es als Siebter unter die ersten Zehn. Von seinen 13 Grand Tours beendete er vier, darunter keine Tour de France. Einen Etappensieg konnte er bei der Grand Bouce verbuchen - einen weniger als Mads Pedersen.
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Quelle: Eurosport


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