Florian Lipowitz, Primoz Roglic und die Kapitänsrolle bei der Tour de France: "Noch ist alles drin für Platz drei"

Florian Lipowitz und Primoz Roglic liegen bei der Tour de France nur durch wenige Sekunden getrennt in den Top Ten der Gesamtwertung. Doch wie lange kann Team Red Bull-Bora-hansgrohe weiter auf die Strategie mit einer Doppelspitze setzen - und könnte Lipowitz in die Rolle des alleinigen Kapitäns schlüpfen? Die Einschätzung der Eurosport-Experten Robert Bengsch, Simon Geschke und Karsten Migels.

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Quelle: Eurosport

Die ersten zehn Etappen der Tour de France haben Routinier Roglic und Youngster Lipowitz fast im Gleichschritt absolviert, sieben Sekunden liegen zur Halbzeit des Rennens zwischen den Teamkollegen.
Auf wen sollte der Rennstall setzen, wenn sich die Teamleitung bei den anstehenden Pyrenäen-Etappen festlegen müsste? "Ich würde es ihnen fast wünschen, dass sich etwas mehr herauskristallisiert, wer wirklich der Stärkere ist", so Simon Geschke. "Man hat zum Teil den Eindruck, dass Lipowitz etwas aktiver ist. Den haben wir schon attackieren sehen und er kommt auch ab und zu ein paar Meter vor Roglic ins Ziel. Aber einen richtigen Unterschied habe ich noch nicht gesehen."
"Es ist ja auch nicht falsch, erstmal mit zwei Fahrern zu probieren, auf Gesamtwertung zu fahren", betont der Ex-Profi, "wenn es dann aber hart auf hart kommt, muss man natürlich so ehrlich sein, dass der eine dem anderen das auch gönnt und sagt: Okay, ich fahr' jetzt ab sofort für Dich! Da muss die Teamleitung vielleicht auch irgendwann sagen: Ihr seid jetzt beide wieder allein in der Gruppe und wir müssen eine Entscheidung treffen".
Der einstige Tour-Etappensieger setzt darauf, dass die Chemie zwischen den beiden Topfahrern stimmt. "Ich hoffe, dass die beiden sich grün sind und sich gegenseitig das Ergebnis gönnen. Wir haben auch Roglic schon in einer Helferrolle gesehen. Das ist selten, einfach weil er ein so guter Fahrer ist. Aber ich kann mich erinnern, dass er 2022 nach einem Sturz in Diensten von Jonas Vingegaard gefahren ist, bevor er später ausgestiegen ist. Aber er kann das."
Lipowitz wiederum hat bei der Spanien-Rundfahrt im letzten Spätsommer als wichtigster Helfer für Roglic großen Anteil an dessen Gesamtsieg bei der Vuelta gehabt. "Das Rennen wird es für die beiden entscheiden. Sie werden nicht bis Paris beide auf Gesamtwertung fahren können", unterstreicht Geschke.
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Tour: Pyrenäen werden für Klarheit sorgen

Im Klassement ist für das Duo noch viel möglich, Experte Robert Bengsch traut gerade Tour-Neuling Lipowitz viel zu. "Es ist noch alles drin für Platz drei", betont er, der Ulmer sei insbesondere "ein Riesenzeitfahren gefahren".
Auch Kommentator Karsten Migels sieht den Deutschen im Vorteil. "Ich glaube, dass Roglic eher Schwächen hat", so seine Einschätzung. Die nach dem Ruhetag anstehenden Etappen in den Pyrenäen dürften da für mehr Klarheit sorgen.
"Das wird am Donnerstag bei der Bergankunft in Hautacam und vor allem auch im Zeitfahren in Peyragudes interessant werden", betont der Insider. "Ich glaube, auch wenn Roglic in der Vergangenheit sehr gute Zeitfahren gefahren ist, dass Lipowitz dort nochmal Zeit rausholen wird."
Dann könnte der Moment der Wahrheit für die Teamleitung gekommen sein, sich auf einen ihrer Topfahrer als alleinigen Kapitän festzulegen. "Spätestens dann wird man sich entscheiden und Florian ist möglicherweise besser platziert. Da muss dann auch Roglic einen Florian Lipowitz unterstützen."
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