Florian Lipowitz muss allein dem Feld hinterher - deutsche Hoffnung verliert auf 1. Etappe der Tour de France Zeit
VonFelix Mattis
Update 05/07/2025 um 18:15 GMT+2 Uhr
Florian Lipowitz hat auf der 1. Etappe der Tour de France einen ersten kritischen Moment erlebt - und Zeit verloren. Der 24-Jährige wurde just von einem Defekt gebremst, als an der Spitze des Pelotons aufgrund von Seitenwind plötzlich Vollgas gefahren wurde. Lipowitz war anschließend 20 Kilometer lang in einer Gruppe von Abgehängten unterwegs - und verlor später 39 Sekunden Zeit.
Lipowitz ohne Helfer hinter Feld auf der Jagd: "Bin fassungslos"
Quelle: Eurosport
Helfer warteten nach seinem Defekt keine auf ihn. Eurosport-Experte Robert Bengsch äußerte sich ob der ausbleibenden Hilfe der Teamgefährten bei Red Bull-Bora-hansgrohe deutlich: "Ich bin fassungslos, dass man jetzt nicht die Entscheidung trifft. Vorne knallen sie voll weiter und trotzdem ist jetzt keiner bei Florian Lipowitz."
Klar könne Lipowitz später wieder ins Feld zurückkommen. "Aber das kostet ja unendlich viel Kraft und wir gehen nachher nochmal auf die Windkante. Die Kraft brauchst du im Finale und auch in den nächsten drei Wochen", schilderte Bengsch seine Perspektive. Fazit: "Für mich ist es völlig unverständlich, dass da jetzt kein Helfer auf ihn wartet und ihm hilft."
John Degenkolb schätzte die Situation etwas anders ein. "Die Ausrichtung war ganz klar, dass Primoz Roglic die Nummer 1 ist", meinte er in der Eurosport-Live-Übertragung.
Laut Degenkolb müsse ein Team in solchen Situationen "kühlen Kopf bewahren". Selbst wenn man zwei Fahrer nach hinten schicke, "wären sie niemals stark genug, um die Lücke auf Teufel komm raus auf den nächsten Kilometern wieder zu schließen".
Lipowitz kehrt zurück - und wird wieder abgehängt
Lipowitz dürfe auch nicht voll fahren; seine Rückkehr ins Peloton hänge nämlich einzig davon ab, "wie vorne gefahren wird". Bengsch aber hielt nochmal dagegen: "Es geht ja nicht darum, die Lücke sofort zu schließen, sondern darum, eine gleichmäßige Geschwindigkeit zu fahren und ihn aus dem Wind zu halten."
Letztlich kam Lipowitz nach rund 20 Kilometern und 23 Minuten Verfolgungsjagd bei Hochgeschwindigkeit mit seiner Gruppe wieder ins Hauptfeld zurück, als sich dort das Tempo rund um den Zwischensprint etwas beruhigt hatte.
17 Kilometer vor dem Ziel musste er aber mitsamt der ganzen Red-Bull-Bora-Mannschaft im Wind erneut abreißen lassen. Nur knapp 40 Mann fuhren an der Spitze ins Ziel, Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck) schlüpfte als erster Tagessieger der Tour 2025 ins Gelbe Trikot.
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Philipsen triumphiert in Lille - Ackermann sprintet viel zu früh
Quelle: Eurosport
Von den Favoriten der Tour hielten sich Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG/18.) und Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike/20.) schadlos.
Das Gros der anderen - darunter Lipowitz, Primoz Roglic (beide Red Bull-Bora) und Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) - verloren schon auf dem ersten Teilstück der Tour 39 Sekunden.
Kein idealer Start ...
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Windkante zerreißt Feld - Roglic und Evenepoel abgehängt
Quelle: Eurosport
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