Florian Lipowitz bei der Tour de France auf Podiumskurs - Paris im Blick, doch die schweren Alpen noch vor Augen

Florian Lipowitz ist bei der 112. Tour de France klar auf Podiumskurs. Der Deutsche, der aktuell auch im Weißen Trikot für den besten Nachwuchsfahrer fährt, liegt auf Rang drei des Gesamtklassements. Nur die Superstars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard sind vor ihm. Auch am Mont Ventoux überzeugte er zuletzt, allerdings warten noch die schweren Alpen auf den Fahrer von Red Bull-Bora-hansgrohe.

Ullrich lobt Lipowitz: "Richtig, dass er nicht gleich mitgegangen ist"

Quelle: Eurosport

Die Beine waren noch schwer am Tag nach der infernalischen Schinderei am Mont Ventoux, doch ums Herz war es Florian Lipowitz mit Blick auf das Happy End am Horizont leichter geworden: "Die Vorfreude auf Paris ist auf jeden Fall schon da", sagte der neue deutsche Radsportstar.
Das Ziel seiner traumhaften Tour de France hat Lipowitz dicht vor Augen. Zwischen ihm und der Stadt der Radsport-Liebe liegen aber noch zwei Tage vollgepackt mit den riesigen Pässen der Alpen.
"Es kann noch viel passieren", sagt Lipowitz deshalb. Dritter ist der 24 Jahre alte Ulmer in der Gesamtwertung, trägt das Weiße Trikot des besten Jungprofis. Im Kampf um Podest und Trikot ist sein Polster komfortabel - doch im Gefühl vermeintlicher Sicherheit haben bei der Tour schon sehr viele sehr viel verspielt.
"Die Etappen in den Alpen sind superhart, wir müssen Tag für Tag schauen", sagt Lipowitz. Schon Teil eins von zwei am Donnerstag kann noch einmal alles auf dem Kopf stellen mit dem hundsgemeinen Dreierpack aus Col du Glandon (1924 m), Col de la Madeleine (2000 m) und dem Schlussanstieg zum 2304 m hohen Dach der diesjährigen Tour, dem Col de la Loze.

Pogacars "schwerster Berg"

"Der ist einer der schwersten Berge, die ich je gefahren bin", sagte Tour-Spitzenreiter Tadej Pogacar, der 2023 fast sieben Minuten am "Loze" auf Widersacher Jonas Vingegaard verlor. Lipowitz ist also gewarnt: Gewonnen ist noch nichts.
Zumal für die kommenden Tage in den Hochalpen Regen und empfindliche Kühle angesagt ist. Bedingungen, in denen Jan Ullrich 1998 auf der 15. Etappe nach Les Deux Alpes minderernährt und durchfroren fast neun Minuten und das Gelbe Trikot verlor. "Es ist noch nicht durch", mahnte Ullrich auch deshalb Lipowitz bei Eurosport zur Vorsicht.

Fothen verlor weißes Trikot in den Alpen

Noch ein warnendes Beispiel gefällig? Markus Fothen, der Landwirt aus dem niederrheinischen Kaarst, fuhr 2006 als Gerolsteiner-Profi 15 Etappen lang im Weißen Trikot - und verlor es am drittletzten Tag bei der letzten Bergetappe ebenfalls in den Alpen an den Italiener Damiano Cunego.
Aber, sagte Fothen der "Neuß-Grevenbroicher Zeitung" und machte damit Lipowitz Mut: "Er fährt um Platz drei mit, ich bin damals 15. geworden. Das ist nochmal eine ganz andere Liga. Er scheint alles im Griff zu haben."

Roglic fährt für Lipowitz

Das hat Lipowitz auch, weil ein Teamkollege glänzende Arbeit leistet: Primoz Roglic, eigentlich hochbezahlter Topstar im Red-Bull-Team, fährt mittlerweile immens mannschaftsdienlich. Sprich: für Lipowitz. "Primoz und ich haben uns super ergänzt", sagt der fast zwölf Jahre jüngere Deutsche über den viermaligen Vuelta-Sieger, der nach dem gemeinsamen Kraftakt am Ventoux Gesamtfünfter ist.
Es ist ein gewisser Luxus, der auch in den Alpen entscheidend sein könnte: Kein anderes Team hat zwei Fahrer unter den Top 13 der Gesamtwertung, Red Bull zwei unter den Top 5. "Ich bin stolz auf unsere Mannschaft", sagte Teamchef Ralph Denk: "Wir sind taktisch in einer sehr guten Ausgangsposition."
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Lipowitz über Kampf am Mont Ventoux: "Nicht allzugute Beine"

Quelle: Eurosport


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