Tour de France 2025: Jan Ullrich exklusiv vor Königsetappe am Col de la Loze - "alle haben davor Angst und Respekt"
VonJan Zesewitz
Publiziert 24/07/2025 um 00:21 GMT+2 Uhr
Drei Pässe der schwersten Kategorie, der Hors Catégorie, 5500 Höhenmeter und eine Bergankunft auf 2304 Metern. Die 18. Etappe von Vif nach Courchevel zum Col de la Loze hat alles, was eine Königsetappe der Tour de France braucht. Auch die Protagonisten sind bereit: Jonas Vingegaard als kampfeslustiger Herausforderer, Tadej Pogacar als Titelverteidiger. Jan Ullrich kennt das Etappenprofil gut.
Tour-Strecke, 18. Etappe: Königsetappe zum Col de la Loze
Quelle: Eurosport
"Der Madeleine war mein Lieblingsberg, ich hatte da immer gute Beine", sagte der Tour-Sieger von 1997 im Velo Club bei Eurosport. "Ich kenne die Etappe mit fast genau dieser Streckenführung, nur der Schlussanstieg war anders – 1997 waren diese Anstiege im Programm, das Ziel war aber in Courchevel – und Virenque gewann vor mir."
Der Col de la Madeleine ist der zweite Berg dieses Teilstücks. Mit 19,3 Kilometern bei durchschnittlich 7,8 Prozent ein echtes "Monster" der Alpen. 1998 gewann Ullrich eine Etappe über den Madeleine, einen Tag nach seinem schweren Einbruch nach Les Deux Alpes. Zuvor klettert das Peloton über den Col du Glandon (21,7 Kilometer mit 5,1 Prozent Steigung).
Der Col de la Loze ist noch nicht so lange im Tour-Programm wie die anderen beiden. Zweimal verlor Pogacar dort allerdings bereits Zeit auf seine Konkurrenten. 2020 schien sich Primoz Roglic dort den Tour-Sieg sichern zu können, nur um im abschließenden Zeitfahren noch von seinem Landsmann entthront zu werden. 2023 brach Pogacar früh am Anstieg ein und sagte ins Teamradio "Ich bin fertig, ich bin tot" - er verlor mehr als fünf Minuten auf Vingegaard.
In diesem Jahr erwartet Ullrich erneut ein Feuerwerk - möglicherweise schon vor dem Col de la Loze: "Es kann durchaus sein, dass morgen schon am ersten Berg richtig attackiert wird", sagte er. "Visma muss sich etwas überlegen, wenn sie noch gewinnen wollen – davon ist Vingegaard auch noch sehr überzeugt. Sie müssen etwas probieren, nicht erst am letzten Anstieg, sondern eigentlich schon davor. Es ist die schwerste Etappe der Tour mit knapp 5500 Höhenmetern. Da haben sicherlich alle Angst und Respekt vor."
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Expertenvorschau zur Etappe 18: Wettereinbruch zur Königsetappe
Quelle: Eurosport
Pogacar: "Härtester Anstieg meines Lebens"
"Angst" hat der Träger des Gelben Trikots wohl eher nicht vor der Etappe, zu souverän wirkt er bislang. Sorgen machen dem Slowenen eher das schlechte Wetter. "Eigentlich macht mir das kalte Wetter nichts aus", sagte er nach der 17. Etappe. "Aber je älter ich werde, desto mehr bevorzuge ich Sonnenschein."
Die Erinnerungen an die Erlebnisse von 2023 sind noch frisch - auch wenn der Anstieg damals von der anderen Seite in Angriff genommen wurde. "Am Col de la Loze habe ich schon übel gegen Jonas verloren. Jetzt geht es mir nicht um Revanche, sondern einfach nur darum, gute Beine zu haben. Das ist einer der härtesten Berge, die ich je gefahren bin, aber ich freue mich darauf. Ich bin sehr optimistisch", sagte Pogacar am Ruhetag.
Sein großer Rivale Vingegaard gibt sich weiter selbstbewusst und kampfeslustig. Der 26,4 Kilometer lange, im Durchschnitt 6,5 Prozent steile Schlussanstieg ist eigentlich genau nach dem Geschmack des Dänen, der die langen, schweren Anstiege der Alpen bevorzugt.
"Morgen ist alles möglich", sagte auch Ullrich über die Aussichten im Kampf um das Gesamtklassement. Auch für die deutsche Hoffnung Florian Lipowitz: "Es sind Radsportler und keine Maschinen. Ich hoffe, dass sich Lipowitz seiner Stärke bewusst ist und mit Roglic hat er einen erfahrenen, einen super Mann an seiner Seite. Ich drücke die Daumen, dass er seinen Platz mindestens hält – und wer weiß? Vielleicht geht sogar noch was nach vorne. Man darf ja träumen."
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Tour-Berge: Längester Anstieg des Rennens - der Col de la Loze
Quelle: Eurosport
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18. Etappe | BergetappeVif → Courchevel Col de la Loze / 171.5 km
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B. O'ConnorBeendet
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