Tour de France: Jonas Vingegaard exklusiv über Rivalität mit Tadej Pogacar - Däne bereit für Kampf ums Gelbe Trikot
Publiziert 03/07/2025 um 11:16 GMT+2 Uhr
Die Tour de France 2025 steht ganz im Zeichen eines weiteren Showdowns zwischen Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG). Im exklusiven Interview mit Eurosport blickt Vingegaard auf seinen harten Weg zurück in die Weltspitze und spricht über die Bedeutung seiner Rivalität mit Pogacar. "Wenn ich ohne ihn fahren würde, wäre es nicht dasselbe", sagte er.
Vingegaard exklusiv: "Muss besser als vor zwei Jahren sein"
Quelle: Eurosport
Den 10. Juli 2024 wird Jonas Vingegaard lange nicht vergessen. Nach 211 Kilometern im Zentralmassiv und knackigen 4192 Höhenmetern setzte sich der Däne im Schlusssprint von Le Lioran gegen Tadej Pogacar durch. Ein Sieg um wenige Zentimeter - an den Wochen zuvor nicht zu denken war.
"Wenn ich an die Tour de France im letzten Jahr zurückdenke, glaube ich, dass ich eigentlich gar nicht hätte dort sein sollen. Einfach wegen all dem, was ich durchgemacht habe", bezog sich Vingegaard im exklusiven Interview mit Eurosport auf seinen schweren Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt im April 2024.
Neben einem Schlüsselbein- und mehreren Rippenbrüchen zog sich Vingegaard damals eine Lungenprellung und einen Pneumothorax zu. Doch der 28-Jährige ist ein zäher Hund - und biss sich durch.
"Ich war da. Und darüber bin ich glücklich", so Vingegaard. "Den Etappensieg nach all den Strapazen zu holen - das war unglaublich." Zwischen 5. und 27. Juli will der zweimalige Tour-Triumphator bei der 112. Austragung der Frankreich-Rundfahrt einen drauflegen. Und schickte schon mal einen kleinen Warnschuss an die Konkurrenz.
Vingegaard: Auf dem Niveau vom Tour-Sieg 2023
Neben Vingegaard stehen mit Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) und Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) noch weitere Top-Fahrer bei der Grande Boucle im Rampenlicht. Deren Entwicklung veranlasste Vingegaard zu noch härterem Training.
"Ich muss besser sein als vor zwei Jahren", meinte er mit Bezug auf seinen damaligen Gesamtsieg bei der Tour de France. "Es scheint, als würde gerade jeder einen Schritt nach vorn machen. Aber es fühlt sich auch so an, als würde ich mich verbessern."
Nach einer schwierigen Rückkehr in die Weltspitze wähnt sich Vingegaard sogar auf dem Niveau vom Sommer 2023. "Jetzt ist es wieder vergleichbar mit dem, wie es vor zwei Jahren war."
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Fotofinish der Topfavoriten: Vingegaard kocht Pogacar ab
Quelle: Eurosport
Vingegaard vs. Pogacar: Eine besondere Rivalität
Hinsichtlich seiner Leistung spielt der stete Schlagabtausch mit Pogacar auch eine Rolle. "Wenn ich ohne ihn fahren würde, wäre es nicht dasselbe. Hoffentlich sieht er das umgekehrt genauso", merkte Vingegaard an.
Sicher immer wieder nach seinem lästigen Herausforderer umzusehen mag anstrengend sein, "aber ich denke, es könnte auch ein bisschen langweilig sein, wenn man jede Bergetappe mit zwei Minuten Vorsprung gewinnt", führte der dänische Rad-Star aus. "Also ja, ich genieße es tatsächlich, so einen Rivalen wie ihn zu haben."
Um gegen Pogacar und UAE zu bestehen muss natürlich auch die gesamte Equipe an einem Strang ziehen. Dann ist Vingegaard nicht nur als Ausnahmefahrer gefragt, sondern auch als Anführer.
Eine Rolle, in welcher er sich nicht immer wohlgefühlt hat.
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Vingegaards neuer Helfer: Campenaerts erklärt Visma-Rolle
Quelle: Eurosport
Vingegaard über Unsicherheiten als Kapitän
"Ich glaube nicht, dass ich ein geborener Leader bin", räumte Vingegaard ein. "Aber ich habe irgendwie gelernt, wie man einer wird. Und je öfter ich es mache, desto mehr gefällt es mir auch."
In diesem Prozess seien vor allem Teamkollege Wout van Aert und sein einstiger Teamkollege Roglic von enormer Bedeutung gewesen. "Und jetzt lerne ich auch von mir selbst. Wenn ich also in einem Rennen etwas mache - sei es gut oder schlecht - dann lerne ich daraus", so Vingegaard.
Die Tour 2024 sei dahingehend eine besondere Erfahrung gewesen. "Letztes Jahr war ich nicht der Anführer, der ich gerne gewesen wäre", schilderte er. "Ich war ein bisschen unsicher, habe nicht so kommuniziert, wie ich es wollte."
Die Gründe dafür habe er erkannt, eine Wiederholung werde es daher nicht geben. Die Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit seinem Team könne kaum größer sein. "Auch dieses Jahr werden wir wieder superstark sein. Es wird also interessant."
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