Jonathan Milan gewinnt die 8. Etappe der Tour de France vor Wout van Aert - Pascal Ackermann auf Platz vier in Laval

Jonathan Milan hat sich in Laval auf der 8. Etappe der Tour de France 2025 seinen ersten Tagessieg bei seiner ersten Frankreich-Rundfahrt gesichert und dabei Wout van Aert souverän auf Rang zwei verdrängt. Pascal Ackermann kam hinter Kaden Groves als Etappenvierter über den Zielstrich. Das Gelbe Trikot behauptete Titelverteidiger Tadej Pogacar, der ohne Zeitverlust im Hauptfeld ins Ziel kam.

Highlights: Milan lässt den Knoten platzen - Ackermann stark

Quelle: Eurosport

Tour-Debütant Milan (Lidl-Trek) sorgte mit seinem überlegenen Sprintsieg für den ersten Etappenerfolg eines Italieners bei der Frankreich-Rundfahrt seit sechs Jahren, seit dem Tageserfolg von Vincenzo Nibali in Val Thorens auf der 20. Etappe 2019.
"Ich denke, ich habe noch gar nicht richtig realisiert, was wir geschafft haben", sagte Milan im ersten Sieger-Interview. "Wir kamen hierher mit Erwartungen und Träumen, aber irgendetwas vorherzusagen und es auch nach Hause zu bringen, das sind zwei verschiedene paar Schuhe."
Milan hatte auf der 1. Etappe den entscheidenden Split an der Windkante verpasst und konnte dort in Lille daher nicht um den Tagessieg kämpfen. Zwei Tage später im zweiten Massensprint der Tour 2025 wurde er knapp hinter Tim Merlier (Soudal-Quick-Step) Etappenzweiter. Auf der erst dritten echten Flachetappe nun klappte es aber mit dem Sieg.
"Es war schon beim letzten Mal recht knapp, da war ich noch etwas zu zeitig losgefahren. Heute waren wir sehr fokussiert, wir haben alle dran geglaubt", erzählte der 24-Jährige und schilderte das Finale von Laval: "Die letzten 1,5 Kilometer waren stressiger als gedacht. Ich musste so lange warten wie möglich. Das Level hier ist so hoch, aber wir haben uns den Sieg verdient."
picture

Milan feiert Premierensieg - Van Aert geschlagen

Quelle: Eurosport

Milan übernahm durch seinen Etappensieg die Führung in der Punktewertung dieser 112. Tour de France wieder von Pogacar (UAE-Emirates-XRG), nachdem er zuvor auch schon den Zwischensprint zu Etappenhalbzeit gewonnen hatte. Daran änderte auch ein Punktabzug durch die Jury wegen Behinderns eines Kontrahenten - welche Szene man genau meinte, teilte man nicht mit - um zehn Zähler nichts.
Der Italiener hat mit 182 Punkten nun deren 26 Vorsprung auf den Mann im Gelben Trikot aus Slowenien. Nahezu leer ging im Kampf um Grün Biniam Girmay (Intermarché-Wanty) aus, der nicht über Rang 19 in Laval hinauskam und nun schon 58 Punkte Rückstand auf Milan hat.
"Jetzt müssen wir so viel es geht schlafen und gut regenerieren", sagte Milan mit dem Blick bereits voraus auf den Sonntag, wenn in Chateauroux gleich die nächste Chance auf einen Sprintsieg wartet - und auf den Ausbau seiner Führung in der Punktewertung.
Während Milan das Grüne Trikot übernahm und Pogacar das Gelbe Trikot behielt - Verschiebungen in den Top 10 der Gesamtwertung gab es keine - blieb bei nur einem Bergpreis auf der 8. Etappe auch in der Bergwertung alles beim Alten: Tim Wellens (UAE-Emirates-XRG) ist weiterhin Besitzer des Gepunkteten Trikots. Die Nachwuchswertung wird nach wie vor dem Teilstück in Laval von Remco Evenepoel (Soudal-Quick-Step) angeführt und Visma-Lease a Bike ist noch immer Erster in der Teamwertung.
Viel passierte auf dem 171,4 Kilometer langen Teilstück von Saint-Méen-Le-Grand vorbei an Rennes und nach Laval nicht. Das Hauptfeld blieb bis zum Zwischensprint in Vitré bei Kilometer 85 geschlossen und dort sicherte sich Milan die 20 Punkte für den ersten Platz vor Anthony Turgis (TotalEnergies), Merlier und Girmay.
picture

Milan holt sich den Zwischensprint in Vitré vor Merlier

Quelle: Eurosport

Kurz nach dem Zwischensprint setzten sich Mathieu Burgaudeau und Mattéo Vercher zusammen ab und zeigten die Trikots ihres vor dem Aus stehenden TotalEnergies-Teams zu zweit länger im Fernsehen. Hinter ihnen aber kontrollierten Intermarché-Wanty und Lidl-Trek - vor allem mit Jonas Rutsch und Quinn Simmons - das Rennen souverän und ließen nie einen Zweifel daran aufkommen, dass diese Etappe im Massensprint enden würde.
Bis auf eine Minute ließ man das TotalEnergies-Duo davonziehen, bevor die zwei Franzosen 35 Kilometer vor Schluss mit einem Ruck beinahe eingeholt wurden, als hinten das Tempo in die Höhe schnellte, weil an einem Linksabzweig Windkantengefahr drohte. Danach ging die Lücke nochmal auf über eine Minute auf. Knapp 20 Kilometer vor dem Ziel stürzte Rutsch am Ende des Feldes und blieb zunächst regungslos liegen, konnte aber nach kurzer Behandlung doch noch ins Ziel fahren.
picture

Böser Sturz: Rutsch fliegt beinahe in den Graben

Quelle: Eurosport

12,5 Kilometer vor Schluss verabschiedete sich Vercher an der Spitze und ließ Burgaudeau allein weiterfahren. Gleichzeitig hatte Merlier einen Defekt, wurde von seinem Teamwagen im Konvoi anschließend aber extrem schnell wieder vorgebracht und war schon neun Kilometer vor dem Ziel wieder im Feld dabei, als dort auch Burgaudeau eingeholt wurde.

Merlier mit spätem Defekt

In den direkten Sprint-Vorbereitungen übernahm zunächst eingangs der letzten drei Kilometer Alpecin-Deceuninck das Zepter und ließ sich dann auf den ansteigenden zwei Schlusskilometern nochmal von Lidl-Trek ablösen, bevor Mathieu van der Poel den finalen Sprint von vorne anfuhr - mit Groves an seinem Hinterrad und Milan sowie Ackermann und van Aert dahinter.
Milan sprintete auf den letzten 200 Metern, die sich in einer sehr langen Linkskurve in Richtung Ziellinie zogen, außen herum am ausscherenden Alpecin-Anfahrer vorbei, übernahm die Führung und war dann klar der Stärkste. Nur van Aert, der direkt in seinem Windschatten sprintete, konnte am Italiener dranbleiben, hatte aber auch keine Chance mehr, zum Überholen auszuscheren.
Das könnte Dich auch interessieren: Del Toro gewinnt die Königsetappe der Tour of Austria
picture

Tour-Strecke, 9. Etappe: Sprinter-Gipfel in Chateauroux

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen