Jury gibt Coquard Schuld am Sturz von Philipsen - auch van Poppel bekommt Gelbe Karte bei der Tour de France 2025

Die UCI-Jury hat nach dem Sturzchaos von Dünkirchen die Schuldigen klar bestimmt - zumindest auf Sportlerseite. Im sogenannten "Communique" des Kommissärs-Panels teilten die Tour-de-France-Schiedsrichter mit, dass sie vier Fahrern eine Gelbe Karte für irreguläres Verhalten am Zwischensprint beziehungsweise im Zielsprint gegeben haben. Dazu gehören auch Bryan Coquard und Danny van Poppel.

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Quelle: Eurosport

Sowohl Bryan Coquard (Cofidis) als auch Edward Theuns (Lidl-Trek), Davide Ballerini (XDS-Astana) und Danny van Poppel (Red Bull-Bora-hansgrohe) wurden mit einer Geldstrafe von 500 Schweizer Franken belegt, bekamen je 13 Punkte in der Punktewertung abgezogen und wurden mir einer Gelben Karte belegt.
Für Red Bulls niederländischen Meister war es bereits die dritte Gelbe Karte in dieser Saison - kein anderer Fahrer hat mehr auf seinem Konto. Sammelt eine Person im Zeitraum von zwölf Monaten sechs Gelbe Karten, wird sie für 30 Tage gesperrt. Kommen innerhalb von 30 Tagen drei Gelbe Karten zusammen, gibt es eine 14-tägige Sperre.
Und bekommt jemand innerhalb eines Rennens oder einer Rundfahrt zwei Gelbe Karten, wird er von diesem Event ausgeschlossen und für sieben Tage gesperrt. Sowohl Coquard als auch Theuns, Ballerini und van Poppel fahren den Rest der Tour de France 2025 also vorbelastet durch Frankreich.
Bei Coquard und Theuns bezog sich die Strafe am Montag auf den Zwischensprint in Isbergues 60 Kilometer vor dem Tagesziel. Bei Ballerini und van Poppel ging es um die Auslösung des Sturzes von vier Fahrern rund 300 Meter vor dem Ziel im letzten Rechtsknick.
Dort war die Sache relativ klar: Ballerini hatte bereits mehrmals vehement mit der Schulter gegen den Franzosen Paul Penhoet (Groupama-FDJ) gearbeitet, bevor dann von rechts van Poppel nach links zog und damit Ballerini zu Fall brachte, der wiederum Penhoet, Emilien Jeanniere (TotalEnergies) und Coquard mit sich riss.
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Bis auf Jeanniere konnten alle Beteiligten an diesem Sturz im Sprintfinale relativ schnell Entwarnung geben. Der TotalEnergies-Sprinter, der mit hoher Geschwindigkeit in die Bande krachte, musste genäht werden und habe sich Gesichtsverletzungen zugezogen, teilte sein Team mit. Ob Jeanniere zur 4. Etappe startet, werde erst am Dienstagmorgen entschieden.
Weniger eindeutig schienen dagegen die Entscheidungen zu den Gelben Karten am Zwischensprint zu sein. Dort hatte Theuns beim Versuch, seinem Sprinter Jonathan Milan das Hinterrad freizuhalten, mehrmals den Ellbogen ausgefahren, um sich zu verteidigen, damit aber zunächst niemanden gerempelt. Erst als er zwischen Philipsen und Anthony Turgis (TotalEnergies) eingeklemmt wurde, kam es zu stärkeren Berührungen und schließlich geriet Theuns selbst ins Schlingern und steckte zurück.

Van der Poel und Roodhooft widersprechen Rickaert

Diese Szene ging unter, weil es kurz darauf dann einige Positionen weiter vorne krachte: Coquard wollte dem lossprintenden Milan folgen, bewegte sich leicht nach rechts und berührte dort den seine Linie haltenden Laurenz Rex (Intermarché-Wanty). Dabei kam Coquard aus dem Pedal, verlor die Kontrolle und kippte nach links in Philipsen, der daraufhin schwer stürzte und sich das Schlüsselbein sowie mindestens eine Rippe brach, so dass er die Tour im Grünen Trikot aufgeben musste.
Coquard bekam schon Sekunden danach den Frust von Philipsens Teamkollege Jonas Rickaert zu spüren, der ihn wild gestikulierend anschrie. "Er sagte, er konnte nichts dafür, aber es ist nicht das erste Mal, dass er bei einem Zwischensprint zu große Risiken eingeht", ärgerte sich Rickaert auch im Ziel noch über Coquard. "Und das, obwohl er höchstens Sechster oder so im Punkteklassement werden kann. Dass er beim Finish mitsprintet, okay. Dann geht es um den Sieg. Aber sein Leben für zehn Punkte zu riskieren, dafür fehlen mir einfach die Worte."
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Rickaerts Teamkollege Mathieu van der Poel aber widersprach dem etwas. Er betonte in seinen Mixed-Zone-Interviews nach der Podiumszeremonie für das Gelbe Trikot, dass natürlich jeder mitsprinten könne, der das wolle. Alpecin-Teammanager Philip Roodhooft sah das genauso. Er sprach von einem Rennunfall und wollte Coquard auch keine Schuld geben. "Es gibt einen Unterschied zwischen Ursache und Schuld", so Roodhooft. "Natürlich wird gesprintet, wenn irgendwo ein Strich gezogen wurde. Und dann kann so etwas passieren."

Coquard steigen Tränen in die Augen

Coquard selbst sorgte im Ziel nach einem für ihn nach dem Vorfall mit Philipsen und seinem eigenen Sturz im Sprint-Finale, wo er einen spektakulären Salto schlug, schrecklichen Tag für emotionale Bilder. Im Interview betonte er mehrmals, dass er nicht wisse, was beim Zwischensprint genau passiert sei und dass er plötzlich aus dem Pedal gerutscht war.
"Ich möchte mich entschuldige, auch wenn es keine Absicht war", sagte er im Kampf um Worte. "Es war keine Absicht, aber ich möchte mich bei Philipsen und Alpecin entschuldigen. Ich bin kein schlechter Mensch." Dann stiegen ihm Tränen in die Augen: "Ich habe Sie alle hier erwartet", sagte Coquard zu den Reportern und erklärte, dass er zunächst gar nicht mehr am Zielsprint hatte teilnehmen wollen. "Aber ich habe mich wieder gesammelt - und dann bin ich natürlich wieder gestürzt!"
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