Drei Dinge, die auf der 3 Etappe der Tour de France auffielen: Merlier macht's nach Sturzchaos alleine - Bauhaus stark

Die lange Zeit wenig interessante 3. Etappe der Tour de France ist am Ende im Chaos versunken - und das angesichts des Gegenwindes über beinahe den gesamten Tag wenig überraschend. Stürze prägten das Bild, doch am Ende wurde natürlich trotzdem gejubelt: Tim Merlier zeigte all seine Klasse als Einzelkämpfer im Sprintfinale und Phil Bauhaus beeindruckte auch als Dritter. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Stürze überschatten erste Sprint-Show

Quelle: Eurosport

Tim Merlier (Soudal-Quick-Step) hat in Dünkirchen die 3. Etappe der Tour de France im Massensprint gewonnen und sich dabei im chaotischen Finale als Einzelkämpfer durchschlagen müssen - was er mit Bravour meisterte.
Ähnlich erging es Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), der seinen fünften Tour-de-France-Podestplatz ersprintete und zeigte, dass er zu den Schnellsten gehört - nur eben nicht zu den allerschnellsten Zwei.
Doch das prägendste Bild des Tages waren zwischen Valenciennes und der Küstenstadt die zahlreichen Stürze, durch die auch der Mann im Grünen Trikot, Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck) die Tour aufgeben musste.
Drei Dinge, die auf der 3. Etappe auffielen:

1. Merlier macht's einfach ganz alleine

Nachdem Merlier und seine ganze Mannschaft um Kapitän Remco Evenepoel auf der 1. Etappe rund um Lille den Split des Feldes an der Windkante verpasst hatten und der Belgier somit nicht um den Auftaktsieg und das erste Gelbe Trikot sprinten konnte, hat er nun in Dünkirchen für Wiedergutmachung gesorgt - und das, obwohl er im Sprint-Finale ganz alleine war.
"Die Positionierung war heute sehr schwer, denn vor der letzten Kurve habe ich Bert verloren", erzählte Merlier im Sieger-Interview, dass er ohne seinen Anfahrer Bert Van Lerberghe hatte klarkommen müssen. Tatsächlich sprang Merlier auf den letzten zwei Kilometern immer wieder an der Seite des Feldes im Wind allein weiter nach vorne, um sich dann endlich auf dem Schlusskilometer am Hinterrad von Milan an den Lidl-Sprintzug anzudocken.
Von dort sprintete Merlier schließlich um wenige Zentimeter vor Milan zum Sieg, der allerdings ebenfalls auf seinen etatmäßigen Anfahrer Simone Consonni verzichten musste, weil auch der im Getümmel zuvor "verloren gegangen" war. So gelang Lidl nicht das perfekte Timing und für Milan kam die Ziellinie einen Tick zu spät.
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Analyse: Milan fehlt Anfahrer gegen Merlier aus dem Windschatten

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Allerdings muss man festhalten: Immerhin hatte der Italiener zuvor einen funktionierenden Sprintzug, der ihn aus dem Wind halten konnte - Merlier nicht. "Was Tim gemacht hat, war sehr beeindruckend", lobte daher auch Soudals Sportlicher Leiter Tom Steels, selbst einst ein Weltklassesprinter.
"Kein Sprinter ist im Chaos so gut wie Tim. Er findet immer seinen Weg und wusste, dass er das Hinterrad von Milan haben musste, denn dessen Team war noch organisiert. Dann war es ein Mann-gegen-Mann-Duell und er hat gewonnen."
Überraschend ist diese Qualität von Merlier aber nicht, dafür ist er bekannt - und auch nur deshalb hat er einen Platz im Tour-Kader des eigentlich auf den Kampf ums Gesamtwertungspodium mit Evenepoel ausgerichteten Teams bekommen. Mit dem Etappensieg in Dünkirchen, seinem insgesamt zweiten bei einer Tour, nachdem er 2021 bereits ebenfalls die 3. Etappe gewonnen hatte und seitdem aber nicht mehr in Frankreich dabei war, hat Merlier bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, ihn mitzunehmen.

2. Bauhaus zeigt sein Potenzial

Mit seinem sechsten Top-5-Ergebnis bei seiner dritten Tour-Teilnahme hat Phil Bauhaus auch in Dünkirchen einmal mehr bewiesen: Er gehört zu den schnellsten Männern im Peloton. Einzig für ganz vorne reicht es immer wieder nicht ganz.
"Wie jedes Jahr eigentlich", lachte Bauhaus im Interview mit Eurosport im Ziel, als er darauf angesprochen wurde, dass er am Sieg knapp vorbeigeschrammt sei. "Ich wurde schon mehrmals Zweiter und Dritter. Und ich weiß, dass ich nicht der Schnellste hier bin. Deshalb brauche ich etwas Glück, um gewinnen zu können oder ich muss darauf zählen, dass den anderen zum Schluss die Kraft ausgeht."
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Bauhaus starker Dritter: "Bin eben nicht der Schnellste hier"

Quelle: Eurosport

Gerade letzteres hätte in Dünkirchen durchaus der Fall sein können. Schließlich herrschte Gegenwind und Bauhaus kam aus dem Windschatten von Milan und Merlier. Doch der Italiener und der Belgier sind einfach einen Tick schneller und hielten den Deutschen daher trotzdem klar hinter sich.
"Wegen des Gegenwindes hatte ich noch den Glauben an den Sieg, aber Merlier und Milan sind einfach beeindruckend stark. Ich bin einer der Besten, ich bin schließlich Dritter geworden. Aber die Extra-Magie, die sie haben, die fehlt mir."
Zu dieser Extra-Magie gehören normalerweise auch die Sprintzüge und Anfahrer der beiden momentan endschnellsten Männer der Welt. In Dünkirchen hatten die beide nicht mehr bei sich und so waren Bauhaus' Chancen wohl so groß wie selten. Leider hat es trotzdem nicht zum Sieg gereicht, immerhin aber zum fünften Podestplatz auf einer Tour-Etappe.
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Chaos-Finale in Dünkirchen: Merlier gewinnt Duell der Sprint-Stars

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3. Langsamer Tag sorgt für Sturzchaos

Es ist immer wieder dasselbe bei der Tour de France: Ist eine Etappe im Verlauf eher ereignislos, wird es am Ende umso heftiger.
Das traf auch auf die Ankunft in Dünkirchen wieder zu: Es krachte mehrmals und auch schwer. Am Ende durfte man von Glück reden, dass die meisten Sturzopfer im Chaos dieser 3. Etappe relativ glimpflich davongekommen sind.
Ein Update von Red Bull-Bora-hansgrohe rund um den gut drei Kilometer vor Schluss gestürzten Jordi Meeus, der lange liegenblieb, dann aber doch noch ins Ziel fuhr, ließ am Abend noch auf sich warten. Die anderen Teams der Sturzopfer gaben weitgehend Entwarnung – abgesehen natürlich von Alpecin-Deceuninck, das das Aus von Jasper Philipsen mit mehreren Knochenbrüchen zu beklagen hatte.
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Übler Sturz bei 60 km/h: Tour-Aus für Sprint-Star Philipsen

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Trotzdem blieb einmal mehr die Erkenntnis: Je langsamer das Feld unterwegs fährt, desto mehr Energie hat das gesamte Peloton für das Finale, und auch umso hemmungsloser halten dort alle mit rein.
Entscheidender Faktor war an diesem Montag dabei, dass man den halben Tag im Gegenwind unterwegs war. Das macht es zwar für die Fahrer an der Spitze des Feldes härter, für diejenigen weiter hinten im Feld im Windschatten aber aufgrund des niedrigen Tempos umso leichter - und dann sind eben alle frisch und hochmotiviert für das Sprintfinale, so dass sich das Chaos entfaltet.
"Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich heute einfach nur glücklich bin, wenn ich gesund ankomme", sagte Biniam Girmay (Intermarché-Wanty) im Ziel. "Es war wirklich heftig!"
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Red-Bull-Duo stürzt im Finale - auch Evenepoel involviert

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Kritik kam nach der Etappe an Tour-Veranstalterin ASO auf - auch weil beim Massensturz von Meeus gut drei Kilometer vor Schluss die Straße schnell deutlich schmaler wurde. Doch Dylan Groenewegen (Jayco-AlUla) wollte das nicht gelten lassen: "Bei der UAE Tour stürzen wir auch auf fünfspurigen Straßen", meinte er und nahm seine Kollegen selbst in die Verantwortung. "Niemand gibt irgendwem mehr den nötigen Platz!"
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Experten-Vorschau zur 4. Etappe: "Sägezahnprofil" im Finale

Quelle: Eurosport


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