Tour-de-France-Start in Deutschland: Dresden will Grand Départ 2030 ausrichten - es droht Konkurrenz aus Norwegen

Der Bewerbungsprozess für den Grand Départ 2030 läuft an - und auch Deutschland will sich um dem Start der Tour de France bewerben. Schon im April hatte Rudolf Scharping, Ehrenpräsident bei German Cycling einen Start der Tour de France in Dresden ins Auge gefasst und für möglich gehalten. Die Tour-Organisation ASO zeigt sich offen - aber es droht Konkurrenz aus Norwegen.

Der Grand Départ in Lille zum Auftakt der Tour de France 2025

Fotocredit: Getty Images

Laut einer "dpa"-Meldung hat es während der vergangenen Tour ein erstes Treffen zwischen Christian Prudhomme und den Spitzen des Organisationsteams auf deutscher Seite gegeben.
"Es war ein erstes Kennenlernen, um unserer Bewerbung ein Gesicht zu geben", sagte Andreas Prokop, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Grand Départ 2030", der sich im April in Leipzig gegründet hat. Deutschland sei für die ASO ein wichtiger Markt, habe man von den Franzosen zu verstehen bekommen.
"Das wurde uns nochmal verdeutlicht", so Prokop, der auch signalisierte, dass die Franzosen nach erster Sichtung einiger Unterlagen einer deutschen Bewerbung durchaus gute Chancen einräumen würden. Zumal bislang auch kaum Interessenten bekannt sind, die ihren Hut für 2030 in den Ring werfen wollen. Laut "De Telegraaf" bringt sich auch Trondheim in Norwegen in Stellung.
Wortführer in Norwegen scheint demnach allen voran Thor Hushovd zu sein. Der frühere Topsprinter, zehnfache Tour-Etappensieger und Weltmeister, der jetzt Uno-X Mobility managt, hat das Interesse seines Landes beim Veranstalter hinterlegt. "Sind wir in Gesprächen mit ASO? Ich teile meine Träume mit der Tour-Organisation, und sie wissen genau, was wir wollen", sagte der 47-Jährige.

Die nächsten Schritte zur Ausrichtung

Das Ziel ist dabei klar: das skandinavische Duell für sich entscheiden. "Wir alle haben gesehen, wie wahnsinnig gut der Tour-Start in Kopenhagen 2022 war. Ich denke, wir können es sogar noch besser machen als Dänemark." Dass die Tour erst kürzlich in Nordeuropa begann, könnte derweil zum Nachteil gereichen.
Allerdings hat Hushovd auch schon höchste politische Ebenen angezapft und mit Norwegens Premierminister Jonas Gahr Store gesprochen. "Sie haben über den Tour-Start" gesprochen, zitierte der "Telegraaf" eine anonyme Quelle, die sagte: "Ich darf das eigentlich nicht laut sagen. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist offen für einen Grand Départ hier."
Für die deutschen Pläne steht das weitere Vorgehen bereits fest: "Als nächster Schritt folgt ein Besuch in Paris, um die Bewerbung zu erörtern und zu klären, wie diese aussehen soll", sagte Prokop. Allein die Vorbereitung der Bewerbung verschlingt Ressourcen und damit auch Geld.
Das sei aber über Sponsoren abgedeckt. Genau wie die rund 20 Millionen Euro, die für die Ausrichtung der drei Etappen im Sommer 2030 kalkuliert werden. In erster sollen dafür private Quellen angezapft werden, Absichtserklärungen der drei beteiligten Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt liegen dem Verein nach eigenem Bekunden auf der Vereinshomepage aber ebenfalls vor.
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Quelle: Eurosport


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