Deutsches Alpecin-Talent Louis Kitzki beendet Karriere mit 21 Jahren wegen Sturzgefahr und Sicherheitsbedenken
VonJan Zesewitz
Update 13/08/2025 um 09:58 GMT+2 Uhr
Das deutsche Radsporttalent Louis Kitzki hat mit nur 21 Jahren seine Karriere beendet. In einem langen Post bei "Instagram" führte er Sicherheitsbedenken als Hauptgrund für seine Entscheidung an. Kitzki gewann im Jahr 2023 die Zwift Academy und verdiente sich somit einen Profi-Vertrag bei Alpecin-Deceuninck. Er war in den vergangenen beiden Jahren bei zwei Todesfällen im Peloton mit im Rennen.
Louis Kitzki im Renneinsatz für Alpecin-Deceuninck
Fotocredit: Getty Images
"Nach meinem letzten Rennen, dem Giro Valle d'Aosta und dem dortigen Tod von Samuele Privitera, habe ich entschieden, meine Karriere als Profi-Radfahrer zu beenden", schrieb Kitzki: "Nach der Österreich-Rundfahrt im vergangenen Jahr, bei der ein anderer Fahrer starb, hatte ich bereits ernste Zweifel und war an der Schwelle zum Aufhören. Trotzdem habe ich weitergemacht und das Geschehene im Kopf unterdrückt."
Kitzki war ein ambitionierter Amateursportler beim Embrace-the-World-Team, als er 2023 die Zwift Academy gewann - eine Art Casting-Programm für künftige Profi-Athleten, bei denen sich aus einem großen Pool an Bewerbern jeweils ein Mann und eine Frau durchsetzen, die dann einen Profivertrag bei Alpecin-Deceuninck beziehungsweise Canyon//SRAM-zondacrypto erhalten.
Der 21-Jährige gestand in seinem Post auch ein, dass er die Leistungen aus dem Training nie im Rennen umsetzen konnte. "Nach der Tour of Austria wurde ich leider nie wieder zu dem Rennfahrer, der ich einst war", schrieb er: "Ich machte mir immer mehr Sorgen um meine Sicherheit und fühlte mich in Rennen immer unwohler."
Bei der Österreich-Rundfahrt 2024 starb der Norweger André Drege in der Abfahrt vom Großglockner. Fast genau ein Jahr später war Kitzki erneut dabei, als ein tödlicher Rennunfall passierte: Samuele Privitera kam während der ersten Etappe des Giro Valle d'Aosta ums Leben.
"Ohne den Kopf kann der Körper nicht gut funktionieren"
Für Kitzki der entscheidende Moment, unter seine noch junge Karriere einen Schlussstrich zu ziehen.
"Die Rennen wurden zu einem störenden Nebeneffekt, den man akzeptieren musste, wenn man durchs Radfahren Geld verdienen möchte", schrieb der Deutsche in seinem Post: "Ich hatte den Spaß am Rennen komplett verloren und je chaotischer ein Rennen wurde, desto brutaler bin ich mental eingebrochen." Fazit: "Ohne den Kopf kann der Körper nicht gut funktionieren."
Kitzki bedankte sich bei Trainern und Verantwortlichen bei Alpecin und bedauerte die Entwicklung. Dennoch sei er sich seiner Entscheidung sehr sicher.
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Quelle: Eurosport
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