Tadej Pogacar feiert 100. Profisieg in Rouen - Mathieu van der Poel behält aber das Gelbe Trikot der Tour de France
VonFelix Mattis
Update 08/07/2025 um 20:27 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar hat in Rouen den Sprint um den Tagessieg auf der 4. Etappe der Tour de France 2025 gewonnen und sich dabei klar vor Mathieu van der Poel durchgesetzt. Weil der Niederländer aber Jonas Vingegaard um wenige Zentimeter hinter sich hielt, verteidigte van der Poel das Gelbe Trikot, obwohl Pogacar und er nun zeitgleich sind. Primoz Roglic und Florian Lipowitz verloren 32 und 54 Sekunden.
Pogacar setzt erstes Ausrufezeichen im Zweikampf mit Vingegaard
Quelle: Eurosport
Für Pogacar war es der 100. Profisieg seiner Karriere. Das Gelbe Trikot verpasste er, weil van der Poel in der Addition aller vier bisherigen Etappenergebnisse auf die niedrige Platzziffernsumme kommt.
"Bei der Tour in diesem Jersey zu gewinnen, und dann auch noch zum 100. Mal, das ist unglaublich", strahlte der Slowene im Sieger-Interview mit Blick auf sein Regenbogentrikot.
Pogacars UAE-Team hatte im hügeligen Achterbahnfinale mit vier Bergpreisen und zahlreichen Richtungswechseln auf den letzten 30 Kilometern ein Höllentempo angeschlagen und das Peloton zum Explodieren gebracht - auf den letzten zehn Kilometern auch mit Hilfe von Visma-Lease a Bike. Dann attackierte Pogacar am letzten Bergpreis 5,5 Kilometer vor Schluss und nur Vingegaard konnte ihm noch folgen.
"Ich hoffe, jeder war heute am Limit", sagte der Slowene. "Ich habe am letzten Anstieg angegriffen, aber Jonas folgte mir und dann kam alles wieder zusammen."
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Analyse zum Rouen-Sieg: "Für Pogacar ist es perfekt gelaufen"
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Das Wort "alles" ist dabei allerdings nicht ganz richtig: Mehr als zehn Fahrer wurden sie in der ersten Gruppe nicht mehr. Pogacars Teamkollege Joao Almeida führte das Rennen den ansteigenden Schlusskilometer hinauf, bis van der Poel von seinem Hinterrad nach der letzten Kurve den Sprint eröffnete. Pogacar aber war stärker.
"Joao Almeida hat einen super Job gemacht, um für mich anzufahren, auch als die Attacken kamen und ich bin sehr glücklich und stolz auf das Team", so Pogacar, der nun am Mittwoch im Einzelzeitfahren das Gelbe Trikot übernehmen könnte.
Roglic fehlt in den Top 10
In der Gesamtwertung führt van der Poel zeitgleich vor Pogacar und acht Sekunden vor Vingegaard sowie 19 vor Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike). Kévin Vauquelin (Arkéa-B&B Hotels / + 0:26) ist Fünfter vor Enric Mas (Movistar / + 0:48), dem Bestplatzierten in der Gesamtwertung, der in Rouen nicht in der Spitzengruppe ankam.
Oscar Onley (Picnic-PostNL / + 0:55), Almeida (+ 0:55), Remco Evenepoel (Soudal-Quick-Step / + 0:58) und Mattias Skjelmose (Lidl-Trek / + 1:02), die allesamt in Rouen ganz vorne dabei waren, komplettieren die Top 10 der Gesamtwertung.
Zeitverluste kassierten dagegen erneut Red-Bull-Kapitän Roglic und sein Edelhelfer Lipowitz. Der Slowene kam in einer Gruppe mit Mas 32 Sekunden nach Pogacar an und ist nun Gesamt-13. (+ 1:27), der Deutsche weitere 22 Sekunden später in einer Gruppe mit dem Österreicher Gall (Decathlon-AG2R).
Lipowitz und Buchmann lassen Federn
Beide liegen in der Gesamtwertung nun 1:49 Minuten vom Gelben Trikot entfernt auf den Plätzen 18 (Gall) und 19. Emanuel Buchman (Cofidis / + 1:21) wurde Etappen-40. und rutschte vom zehnten Rang aus den Top 20 der Gesamtwertung heraus auf den 25. Platz mit 2:16 Minuten Rückstand.
Während van der Poel hauchdünn das Gelbe Trikot behauptete, behielt auch Jonathan Milan (Lidl-Trek) das Grüne Trikot mit 92 Punkten und damit fünf Zählern mehr als Biniam Girmay (Intermarché-Wanty) sowie je zwölf auf van der Poel und Pogacar. Der Slowene übernahm in Rouen das Bergtrikot von Teamkollege Wellens wieder und das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers gehört weiterhin Vauquelin mit nun 29 Sekunden vor Onley und 32 vor Evenepoel.
Vier Ausreißer lange Zeit zwei Minuten vor dem Feld
Schon direkt nach dem Start lösten sich mit Jonas Abrahamsen (Uno-X) und Lenny Martinez (Bahrain Victorious) die ersten zwei Fahrer aus dem Feld. Sie bekamen kurz darauf noch Begleitung von Thomas Gachignard (TotalEnergies) sowie Kasper Asgreen (EF Education-EasyPost) und zu viert setzten sie sich schnell bis auf zwei Minuten ab.
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Aldag: "Roglic hatte nur noch das große Kettenblatt"
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Dann aber übernahm Alpecin-Deceuninck mit Silvan Dillier im Peloton die Kontrolle und der hielt den Abstand lange Zeit konstant. 65 Kilometer vor Schluss verringerte man den Rückstand auf 1:30 Minuten und damit ging es 15 Kilometer später in den Anstieg zur Cote Jacques Anquetil, an der sich Asgreen den Bergpreis der 4. Kategorie sicherte.
Bis zum Zwischensprint, den sich Abrahamsen sicherte und an dem aus dem Feld Milan die meisten Punkte holte, hielt sich das Quartett noch vorne. Danach aber wurden die Ausreißer im nächsten Anstieg eingeholt - bis auf Martinez. Der Franzose sicherte sich noch den Bergpreis an der Cote de Belbeuf (3. Kat.) mit wenigen Sekunden vor Bergtrikotträger Tim Wellens (UAE-Emirates-XRG), wurde 21 Kilometer vor dem Ziel aber auch gestellt.
UAE und Visma sorgen für Höllentempo im Finale
Anders Halland Johannessen (Uno-X) holte sich 1.000 Meter später die Kategorie-4-Wertung an der Cote de Bonsecours, ansonsten aber dominierte nun UAE das Geschehen und sorgte für ein Höllentempo durch die Hügel um Rouen. Wellens führte das Rennen über die Cote de la Grand' Mare (4. Kat.) zwölf Kilometer vor Ziel, wobei mehr und mehr Fahrer hinten abreißen lassen mussten - darunter auch Ben O'Connor (Jayco-AlUla).
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Vingegaard und Visma beeindrucken: "Haben getan, was wir konnten"
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Danach dann rückte Visma-Lease a Bike mit Victor Campenaerts, Vingegaard, Jorgenson und Wout van Aert an die Spitze und setzte auf das UAE-Tempo nochmal eins obendrauf. 7,5 Kilometer vor Schluss fielen Emanuel Buchmann (Cofidis) und Felix Gall (Decathlon-AG2R) zurück und sechs Kilometer vor Schluss auch Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe).
Pogacar attackiert, Vingegaard kommt mit
Mit Vollgas rauschte das Feld dann in die letzte Steigung in Saint-Hilaire hinein. Dort attackierte Pogacar 5,5 Kilometer vor dem Ziel und nur Vingegaard konnte ihm folgen. Kurzzeitig konnte der Däne im Steilstück das Hinterrad nicht halten, kam dann aber auf der Kuppe wieder heran - und übernahm die Führung aber erstmal nicht.
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Ausrufezeichen an steiler Rampe: Pogacar und Vingegaard hängen alle ab
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4,2 Kilometer vor dem Ziel schlossen Evenepoel, Jorgenson, van der Poel, Almeida und Onley wieder auf und es ging zu siebt auf nach Rouen hinein und von hinten kamen auch Skjelmose, Vauquelin sowie Grégoire nochmal näher. Roglic aber lag drei Kilometer vor Schluss 20 Sekunden zurück. Jorgenson attackierte an der Flamme Rouge und riss eine Lücke, doch Almeida schloss das Loch auf den ansteigenden letzten 700 Metern.
Der Portugiese führte das Rennen 200 Meter vor Schluss um die letzte Ecke und dann eröffnete van der Poel den Sprint aus der zweiten Position. Der Mann im Gelb hatte aber nicht mehr die nötige Kraft, um bis zum Zielstrich durchzuziehen und so kam Pogacar noch an ihm vorbei, Vingegaard aber ganz knapp nicht.
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Tour-Strecke, 5. Etappe: Der Kurs des Zeitfahrens um Caen
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T. PogacarBeendet
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