Tadej Pogacar geht als Topfavorit in die Tour de France - UAE-Manager Matxin Fernández warnt vor Überraschung
VonJan Zesewitz
Update 27/06/2025 um 17:56 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar geht als Topfavorit in die Tour de France 2025 und in das fünfte Duell mit Jonas Vingegaard. Der Manager des UAE-Emirates-XRG-Teams, Matxin Fernández, sprach im Interview mit "Cyclingnews" über die Aussichten und Risiken seines Schützlings in den anstehenden drei Wochen. Gefahren für Pogacar gehen laut dem Spanier nicht nur vom zweifachen Tour-Sieger Vingegaard aus.
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Quelle: Eurosport
"Alles, was man bis jetzt getan hat, war gut, um die eigene Stärke und die der Gegner einzuschätzen", sagte Matxin: "Aber letztlich wissen wir alle - die Tour ist die Tour. Sie endet am 27. Juli, nicht eher."
Der Teammanager bremste damit die Euphorie im eigenen Team nach dem überlegenen Sieg beim Critérium du Dauphiné.
"Wenn man einen Vorsprung wie Tadej hat, dann will man den halten", erklärte Matxin: "Wenn man ein großes Ziel hat, dann realisiert man, dass das schwierigste nicht das Gewinnen ist. Das schwierigste ist, an der Spitze zu bleiben."
Der Vorsprung von einer Minute auf Vingegaard bei der Dauphiné-Rundfahrt wurde aus Sicht des UAE-Teams nur von einer Schwäche im Zeitfahren limitiert. Über 17,4 Kilometer verlor Pogacar dort 30 Sekunden auf Vingegaard und fast eine Minute auf Remco Evenepoel.
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Tadej Pogacar hatte zuletzt im Duell mit Jonas Vingegaard die Nase vorne
Fotocredit: Getty Images
Das fünfte Duell mit Vingegaard
"Tadej ist nicht immer überragend, und wenn er mal nicht so überragend ist, sieht es für viele Leute plötzlich so aus, als hätte er einen wirklich schlechten Tag gehabt", erklärte der Spanier. Gleichzeitig dürfe man aber auch die anderen Fahrer nicht unterschätzen: "Sie wissen, wie man Rennen fährt, und das haben sie auf dieser Etappe gezeigt."
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Vor dem Start in Lille erwarten viele Radsport-Beobachter das fünfte Duell zwischen Pogacar und Vingegaard. Beide gewannen je zwei Austragungen vor dem direkten Rivalen - Pogacar 2021 und 2024, Vingegaard 2022 und 2023. Addiert man die reinen Fahrtzeiten dieser Austragungen, war der Däne die Winzigkeit von drei Sekunden schneller als Pogacar.
"Die Zeitabstände sind nicht wichtig", sagte Matxin, "was zählt ist, ob man die Tour gewonnen oder verloren hat. Und gerade steht es 3:2 für Tadej." Den ersten Tour-Sieg feierte der Slowene 2020 gegen seinen Landsmann Primoz Roglic, erst im Anschluss begann die Rivalität mit Vingegaard.
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Quelle: Eurosport
Tour de France: Taucht ein Überraschungsmann 2025 auf?
Dieser historische Sieg mahnte Matxin aber auch zur Wachsamkeit. Statt dem erwarteten Duell könnte auch ein Fahrer plötzlich auftauchen und den Zweikampf sprengen: "Man muss realistisch bleiben. So wie Tadej und Vingegaard plötzlich die Szene betreten haben, kann das auch ein anderer Fahrer. Man kann sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen."
Matxin erwähnte den Mexikaner Isaac del Toro aus seiner eigenen Equipe als Beispiel, der nur einen Tag vom Erfolg beim Giro d'Italia entfernt war.
Während die Vorbereitung von den großen Rivalen erstmals seit 2022 nach Plan verlief, könnte die Tour selbst für eine veränderte Dynamik sorgen - Fernández sieht eine komplizierte erste Tour-Woche auf die Fahrer zukommen.
Nervöse erste Tour-Woche und andere Gefahren
"Die zweite Etappe nach Boulogne - sehr nervös. Die dritte nach Dünkirchen - ich will nicht mal darüber nachdenken", zählte er im Interview auf: "Die Etappe nach Rouen - nervös; das Teilstück in der Normandie: auch nervös. Wenn man das erste Zeitfahren rausrechnet, dann gibt es neun Etappen, bei denen die Anspannung am Siedepunkt sein wird."
Zudem kehrt die Tour in diesem Jahr an Orte zurück, an denen Pogacar empfindliche Niederlagen beigefügt bekam: In Hautacam sicherte Vingegaard 2022 den Tour-Sieg gegenüber dem Slowenen ab, am Col de la Loze brach der UAE-Kapitän im Jahr darauf ein. Und auch am Mont Ventoux wurde Pogacar 2021 von Vingegaard abgehängt, konnte den Rückstand in der Abfahrt aber wieder aufholen. Alle drei Anstiege sind Teil der diesjährigen Route.
"Wir können nicht in der Vergangenheit leben, zum Guten oder zum Schlechten", sagte Fernández dazu: "Ich denke nicht, dass etwas, das vor zwei oder drei Jahren passiert ist, irgendetwas mit dem Hier und Heute zu tun hat." Dass er als Titelverteidiger ins Rennen geht, sollte Pogacar aber zusätzliche Motivation geben, auch wenn Matxin weiß: "Man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass man nicht immer gewinnt."
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