Tour de France - Tobias Halland Johannes verursacht Sturz von Tadej Pogacar: "Dann sind wir ineinander geknallt"

Es war die Szene der 11. Etappe: Weltmeister Tadej Pogacar stürzte rund sechs Kilometer vor dem Ziel in Toulouse. Vor ihm hatte der Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X) die Straßenseite wechseln wollen, kreuzte dabei aber zu eng vor dem Weltmeister und zog ihm geradezu das Vorderrad weg. "Das wollte ich wirklich nicht", beteuerte der 25-Jährige nach dem Rennen im Interview mit Eurosport.

Schreck im Finale! Pogacar stürzt - Feld wartet auf Topfavorit

Quelle: Eurosport

"Das ganze Peloton hat sich in dem Moment nach rechts bewegt", sagte Johannessen am Eurosport-Mikrofon nach der 11. Etappe. "Ich bin Matteo Jorgensons Bewegung und ein paar anderen Jungs gefolgt."
"Ich glaube, Pogacar war gerade am Funkgerät", fügte der Norweger hinzu, "dann sind wir ineinander geknallt. So was passiert im Radsport, aber ich wollte wirklich nicht, dass er stürzt. Niemand im Feld möchte, dass Pogacar hinfällt."
"Wir haben dann sofort angehalten in der Gruppe und auf ihn gewartet", führte der 25-Jährige weiter aus. "Ich hoffe, es geht ihm gut. Solche Dinge passieren, aber es tut mir natürlich leid. Niemand mag Stürze."
Johannessen habe nach dem Ende des Rennens sofort den Weg in Richtung Pogacar gesucht: "Ich habe im Ziel sofort mit ihm gesprochen. Ich habe mich entschuldigt und gesagt, dass es ein Rennunfall war - natürlich möchten wir nicht, dass so etwas passiert. Er hat zu mir gesagt: 'No worries' (dt. Mach dir keinen Kopf). Mir tut es sehr leid für ihn."

Johannessen beklagt Hassnachrichten nach Pogacar-Sturz

Am Abend meldete sich der Norweger noch einmal bei "X" zu Wort und sprach von einem "Fehler". "Es fühlt sich scheiße an", führte er aus und beklagte Anfeindungen im Netz. "Ich wünsche niemandem diese Anzahl an Drohungen, die ich erhalten habe. Es tut mir sehr leid, aber ich bin auch erschüttert von all dem Hass", schrieb der 25-Jährige: "Das ist sehr beängstigend."
Die Organisatoren der Tour verurteilten die Kommentare und sicherten Johanessen ihre Unterstützung zu. "Derartige Vorfälle sind Teil des Sports, und glücklicherweise scheint jeder wohlauf zu sein. Hass über die Sozialen Medien, bei der Tour oder sonst wo zu schüren, ist nicht akzeptabel", hieß es in einem Statement: "Bleib stark, Tobias."
Trotz des Unfalls und der Kommentare hatte Johannessen im Ziel auch Grund zur Freude. Sein Teamkollege Jonas Abrahamsen holte in Toulouse den Tagessieg - den ersten überhaupt bei der Frankreich-Rundfahrt für das Team Uno-X.
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"Es tut mir leid für ihn": Johannessen über Pogacar-Sturz

Quelle: Eurosport


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