Tour de France - Ausfall von Wout van Aert trifft Jonas Vingegaard und Team Visma hart: "Fast mehr als nur ein Fahrer"

Jonas Vingegaard und Visma-Lease a Bike gehen mit einem prominenten Ausfall in ihre Mission Tour-Gesamtsieg: Edelhelfer Wout van Aert wird wegen einer Ellbogenverletzung bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt fehlen - ein herber Schlag für das Team. Die Eurosport-Experten Jens Voigt und Rolf Aldag ordnen den Ausfall und die möglichen Auswirkungen auf Vingegaards Jagd nach dem Gelben Trikot ein.

Highlights: Van Aert sticht die Konkurrenz im Massensprint aus

Quelle: Eurosport

"Visma wird Wout van Aert vom ersten Tag an vermissen - schon beim Mannschaftszeitfahren", erklärt Eurosport-Experte Voigt. "Er gibt einer Mannschaft Sicherheit, Ruhe und Stabilität. Wenn Wout am Start steht, haben viele Teamkollegen das Gefühl, dass eigentlich nichts schiefgehen kann", ergänzt der 54-Jährige.
Vor einer Woche hatte van Aert noch einen Etappensieg bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes gefeiert. Im Anschluss musste der Belgier die Rundfahrt aufgrund eines Trainingssturzes, bei dem er sich eine Wunde am Ellbogen zuzog, angeschlagen verlassen.
Diese entzündete sich im Verlauf des Rennens in Frankreich, weshalb eine Teilnahme an der Tour de France für den amtierenden Paris-Roubaix-Sieger nicht möglich ist.
"Mein ganzer Fokus liegt jetzt auf meiner Gesundung, damit ich später in der Saison wieder auf mein bestes Leistungsniveau zurückkommen kann", teilte der Edel-Helfer von Jonas Vingegaard mit.
Ein zweifelsohne herber Schlag für den Dänen und das Team Visma-Lease a Bike auf der Jagd nach dem zweiten Tour-Gesamtsieg nach 2023.
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Wout van Aert (l.) verhalf Jonas Vingegaard 2023 zum Tour-Sieg

Fotocredit: Getty Images

Aldag über van Aert: "Der Fels in der Brandung"

"Als Mensch wird van Aert dem Team sehr fehlen, weil er aus meiner Sicht der herausragende Kapitän ist. Wenn irgendwo Chaos entsteht, ein Sturz passiert oder sich das Rennen neu sortiert werden muss, dann ist van Aert da. Wenn man von einem Fels in der Brandung spricht, dann ist er genau das", adelte Eurosport-Experte Rolf Aldag den 31-Jährigen.
Der Allrounder steht seit 2019 beim niederländischen Team unter Vertrag und feierte in dieser Zeit zehn Etappensiege bei der Tour. Zuletzt gewann er im Vorjahr auf der schweren Schlussetappe über den Montmarte in Paris.
"Er kann nahezu alles: Berge fahren, im Flachen arbeiten, sprinten, Positionen absichern und Rennen lesen. Solche Fahrer sind für eine Mannschaft von unschätzbarem Wert", ergänzt Voigt.
Fast noch schwerer als der sportliche Verlust wiegt allerdings der menschliche.

Van Aert "fast mehr als nur Fahrer"

"Er ist da fast schon mehr als nur ein Fahrer - ich würde sagen, er ist im Rennen auch eine Art verlängerter Arm des Managements", betont Aldag: "Wenn Entscheidungen getroffen werden oder etwas schiefläuft, ist dieses direkte Feedback eines erfahrenen Teamkollegen extrem wertvoll. Das ersetzt man nicht von heute auf morgen."
Zumal Visma nach dem beschlossenen Abschied des sportlichen Leiters Grischa Niermann ohnehin einen kleinen Umbruch erlebt. Anstelle des Hannoveraners, der im September zu Lidl-Trek wechselt, übernimmt Marc Reef die Verantwortung während der Tour.
Der Niederländer war zuletzt als Cheftrainer bei Visma tätig und führte Vingegaard zum Gesamtsieg beim Giro d'Italia.
Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von van Aert sieht Aldag das Team im Kampf um das Gelbe Trikot gegen Topfavorit Pogacar gewappnet.
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Wout van Aert verpasst die Tour de France aufgrund einer Ellbogenverletzung

Fotocredit: Getty Images

Aldag sieht Visma trotz van-Aert-Ausfall gut aufgestellt

"Die Mannschaft wird das sportlich kompensieren können, weil sie in der Breite sehr stark aufgestellt ist", sagt der ehemalige Sportchef von Red Bull-Bora-hansgrohe.
Für van Aert rückt der Italiener Davide Piganzoli in die Mannschaft. Der Kletterer hatte Vingegaard bereits beim Giro erfolgreich unterstützt.
"Am Ende des Tages, wenn es für Vingegaard wirklich um den Toursieg geht, wird das eher nicht in Situationen entschieden, in denen Windkante oder Chaos eine Rolle spielen, sondern im Hochgebirge. Dort muss sich Vingegaard gegen Pogacar beweisen, da spielt van Aert eine deutlich kleinere Rolle", analysiert Aldag.
Nun liegt es an den anderen prominenten Edelhelfern wie Sepp Kuss und Matteo Jorgenson, ihren Kapitän Vingegaard über die schweren Etappen der Tour de France zu begleiten.
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Van Aert im Sprint nicht zu schlagen: Belgier gewinnt 5. Etappe

Quelle: Eurosport


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