Tour de France: Nächtliche Dopingkontrollen bei Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard vor Bergankunft auf 15. Etappe
Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard haben sich in der Nacht vor der 15. Etappe der Tour de France unangekündigten Dopingkontrollen unterziehen müssen. Der Däne bestätige im Exklusiv-Interview mit Eurosport, dass die Tester ihn um 02:00 Uhr morgens geweckt und getestet hätten, er sei erst 40 Minuten später wieder in seinem Hotelzimmer gewesen - alles andere als ideal vor einer Bergetappe wie heute.
Pogacar reagiert exklusiv auf Dopingkontrolle in der Nacht
Quelle: Eurosport
Auch Spitzenreiter Pogacar wurde getestet, nach Informationen der französischen Zeitung "Le Parisien" wurde der Slowene um 05:00 Uhr morgens von den Kontrolleuren der zuständigen ITA (International Testing Agency) besucht. Der Weltmeister selbst bestätigte seinerseits die Kontrolle im Gespräch mit Eurosport vor dem Start der 15. Etappe (live bei HBO Max). Er habe dadurch nur vier Stunden geschlafen.
"Ich schlafe immer erst spät, also war ein großer Schock für mich. Ich konnte nicht mehr einschlafen, hatte dafür aber einen entspannten Morgen und habe zu alten Hits von Eminem gechillt", sagte Pogacar gut gelaunt im Interview. "Aber es war natürlich nicht schön, mitten in süßen Träumen geweckt zu werden."
Der Slowene erinnerte daran, dass er als Spitzenreiter jeden Tag automatisch zur Dopingkontrolle nach der Etappe muss, "aber sie kommen auch morgens nach Zufallsprinzip während der Tour und heute haben sie sich die Nacht ausgesucht. Mit tun die Kontrolleure auch leid, ich kann mir vorstellen, dass manche Fahrer sauer und wütend auf sie sind - aber es ist nicht ihre Schuld. Sie machen nur ihren Job, ihre Chefs schicken sie."
"Die ITA hat mir nicht viel Schlaf gegönnt", erklärte Vingegaard bei Eurosport, "es ist natürlich gut, dass sie Test machen - aber wenn es deine Leistung und Schlaf beeinflusst, ist das nicht so gut. Und ich hoffe, ich bin nicht der Einzige, denn es sollte für alle gleich sein. Es war nicht die schönste Sache um 02:00 Uhr. Ich fühle mich zwar ganz ok, aber es war nicht die beste Nacht. Ich kann es nicht ändern, es ist einfach Teil des Ganzen."
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Vingegaard exklusiv über Dopingkontrolle mitten in der Nacht
Quelle: Eurosport
Evenepoel zu Nacht-Tests: "Ist unmöglich"
Nächtliche Dopingkontrollen sind in Frankreich seit 2016 auch im Zeitfenster zwischen 23:00 und 06:00 Uhr zulässig, aber de facto selten. Im dafür relevanten Reglement wird präzisiert, dass für eine nächtliche Kontrolle konkrete Verdachtsmomente vorliegen müssen. Wie diese im Fall von Pogacar und Vingegaard ausgesehen haben könnten, blieb bislang offen.
Laut des Berichts von "Le Parisien" sorgte die überraschende Aktion für großen Unmut in den Rennställen Visma und UAE: Dass ihre Kapitäne zwischen zwei schweren Bergetappen zumindest teilweise um ihren Nachtschlaf gebracht wurden, sei alles andere als ideal mit Blick auf Regeneration und die Belastungen des Rennens.
Beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe reagierte Topstar Remco Evenepoel mit Unverständnis auf die nächtlichen Tests, der Belgier selbst wurde aber nicht getestet. "Das ist unmöglich", reagierte der Olympiasieger beim belgischen TV-Sender "Sporza", "das ist doch nicht zulässig? Das ist nicht normal."
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So laufen die Dopingkontrollen: "Können jeden Fahrer jederzeit testen"
Quelle: Eurosport
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