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Jens Voigt checkt die Etappen der Tour de France 2026: Große Show schon vom Tour-Start weg - Teil 1
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Update 01/07/2026 um 18:25 GMT+2 Uhr
Die Etappenvorschauen mit Jens Voigt zur Tour de France 2026: Der Eurosport-Experte analysiert im ersten Teil seines Ausblicks den Auftakt in Barcelona, die Bergetappen in den Pyrenäen und dem Zentralmassiv sowie die Chancen der Sprinter während der ersten Hälfte der Frankreich-Rundfahrt. Tag für Tag stellen sich neue Herausforderungen und bieten sich Gelegenheiten für Stars, aber auch Ausreißer.
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Quelle: Eurosport
Mit dem ersten Tour-Start in Spanien seit 2023 in Bilbao wird die 113. Tour de France in Barcelona eröffnet. Von dort aus liegen 3321,2 Kilometer vor dem Feld, verteilt auf 21 Etappen bis zum Ziel in Paris.
Vom ersten Etappentag an werden die Topstars ums Gelbe Trikot kämpfen, denn es geht in Katalonien schon um jede Sekunde für Tadej Pogacar, Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Florian Lipowitz und Paul Seixas.
Für Eurosport wird Jens Voigt die erste Hälfte der Rundfahrt über die Fahrer hautnah auf dem TV-Motorrad begleiten und in den Übertragungen auf HBO Max exklusive Einblicke liefern. Der mehrfache Etappensieger und 17malige Tour-Starter blickt hier in seiner Vorschau auf jede Etappe.
1. Etappe: Barcelona - Barcelona, 19,6 km / 200 Hm
Wir starten mit einem Mannschaftszeitfahren - aber was für einem! Die Bergankunft und die individuelle Zeitmessung für die Fahrer werden das Nervositätslevel und den Druck aller Beteiligten ins Unermessliche steigen lassen: Es geht sofort um eine Standortbestimmung der Teams und vor allem zwischen den Topfavoriten. Das Ziel am Olympiaberg Montjuic liegt auf 104 m Höhe, das klingt nicht viel, aber wir kennen diesen Anstieg von der Katalonien-Rundfahrt - der hat es durchaus in sich. Für uns Fans gibt es schon am ersten Tag Drama und die ganz große Show beim Kampf ums erste Gelbe Trikot. Auf wen wird Red Bull setzen mit seinen beiden Kapitänen Florian Lipowitz und Remco Evenepoel?
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Quelle: Eurosport
2. Etappe: Tarragona - Barcelona, 168 km / 2500 Hm
Eine hügelige Etappe, die wieder am Montjuic endet, aber mit einem anderen, steilen Anstieg kurz vor dem Ziel und dem ansteigenden Finish zum Olympiastadion. Es werden drei Zielrunden gefahren und zuletzt gewannen an dieser Stelle Stars wie Pogacar, Evenepoel oder Roglic. Es wird also trotz des relativ einfachen Etappenprofils ein wichtiger und stressiger Tag für die Klassementfahrer. Weil die Runde mehrfach gefahren wird, haben alle Sieganwärter genug Zeit, sich genau zu überlegen, wann und wo sie attackieren. Ich bin selbst noch als Fahrer hier hochgefahren und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Rampen gerne unterschätzt werden. Wir starten also mit zwei wichtigen und schwierigen Etappen in diese Tour, nix mit einrollen oder so!
3. Etappe: Granollers - Les Angles, 196 km / 3850 Hm
Start in Spanien und Ziel in Frankreich auf immerhin fast 1800 Metern Höhe. Im Prinzip kann man sagen, dass es die ersten 34 km mit nur wenigen Unterbrechungen nur bergauf geht, ein schwerer Start also und ganz klar ein Tag für Fahrer wie Ben Healy - die Ausreißer werden das Rennen bestimmen. Das lange Flachstück in der Mitte der Etappe bedeutet für mich, dass eventuell ein Team mit einem bergfesten Sprinter doch noch überlegen kann, ob sie die Gruppe nicht vielleicht doch kontrollieren. Ein Fahrertyp wie Mads Pedersen hat schon oft gezeigt, dass er solche schweren Zielankünfte auch gewinnen kann. Allerdings muss er dann den ersten Berg der 1. Kategorie dieser Tour gut überstehen. Ins Ziel geht es mit 1,7 km und 6,5 % Steigung bergauf, aber es ist nichts für die reinen Bergfahrer, zu kurz und zu einfach in meinen Augen. Also Sieg für die Ausreißer oder einen sehr motivierten Sprinter.
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Tour-Strecke, 3. Etappe: Profil und Kurs der ersten Kletterprüfung
Quelle: Eurosport
4. Etappe: Carcassonne - Foix, 182 km / 2700 Hm
Ein malerischer Start im Schatten der alten Festung. Ich hoffe, alle Zuschauer und Fahrer nutzen den neutralen Start, um den Blick auf diese Kulisse zu genießen. Zu meiner Zeit als Profi in Frankreich lebte ich seinerzeit ungefähr 100 km entfernt von Carcassonne und mit meinen beiden australischen Neoprofi-Kollegen ging unser erster Touristenausflug 1998 dorthin. Die Etappe startet flach, dann folgt welliges Terrain und später zwei Bergwertungen. Mit 1059 Höhenmetern ist der Col de Montsegur die letzte Bergwertung und auch der höchste Punkt der Etappe. Die 6,9 km mit 6,6 % Durchschnittssteigung klingen nicht sehr schwer, aber die Positionierung auf der Etappe mit dann nur noch 35 km bis ins Ziel könnte einige Fahrer zu Attacken locken.
5. Etappe: Lannemezan - Pau, 158 km / 1600 Hm
Die erste reine Sprinteretappe - weil die Etappe so kurz und es allen klar ist, dass es zum Sprint kommt, könnte das der erste Tag dieser Tour sein, an dem wir keine Ausreißer sehen werden - weil niemand Energie verschwenden möchte im Hinblick auf die kommenden schweren Etappen. Moderner Radsport halt, auf Effizienz getrimmt. Pau als Etappenort ist fast schon traditionell jedes Jahr dabei, dieses Jahr zum 77. Mal, und fast immer als Einfallstor in die Pyrenäen oder erster Ort nach den Pyrenäen. Ich selber habe immer bei der Streckenvorstellung der Tour nach Pau und dem Col d' Aubisque geschaut, weil ich in meiner ersten Tour 1998 gleich zweimal in der regennassen Abfahrt von diesem Berg gestürzt war und danach im Prinzip auf dem Zahnfleisch bis Paris gekrochen bin tagelang. Meine Angst- und Horrorabfahrt. Das letzte Mal in Pau gewann und man wird nichts falsch machen, wenn man ihn wieder als Favoriten des Tages benennt.
6. Etappe: Pau - Gavarnie-Gèdre, 186 km / 4100 Hm
Die erste richtige Pyrenäen-Etappe. Ein recht einfacher Start, aber dann kommt's ganz dicke: Ab Kilometer 106 geht es hinauf zum Col d'Aspin und auf den 12 km langen Anstieg kann man hier schon eine erste Vorentscheidung erzwingen. Dann folgt der höchste Berg in den Pyrenäen bei dieser Tour, der Tourmalet mit 17 km Länge. Beide Berge sind alte Bekannte der Tour, aber zum Finale steht ein neuer Berg an. Der Anstieg nach Gavarnie-Gèdre mit 18,7 km Länge, aber nur 3,5 % Steigung im Durchschnitt. Ganz sicher werden alle Teams diesen Berg im Training abgefahren sein und ihre Pläne dafür entwickelt haben. Der wichtigste Tag für die Klassementfahrer in der ersten Woche. Und für uns Touristen gibt es noch einen Wasserfall als Hintergrundkulisse.

Tour de France 2026 - Profil der 6. Etappe
Fotocredit: ASO
7. Etappe: Hagetmau - Bordeaux, 175 km / 850 Hm
Kurz und topfeben - so kann man diese Etappe zusammenfassen. Bordeaux, nicht nur für den Wein berühmt, sondern auch als Sprinterhauptstadt der Tour. Weil es durch die Region Les Landes geht, wird es die vermutlich entspannteste Etappe dieser Tour für die Klassementfahrer. Nahezu ununterbrochen säumen Kiefernwälder die Straße und es gibt praktisch keinen Windeinfluss. Nur am Ende der Etappe geht es am Fluss Garonne entlang und es könnte etwas Wind geben. Mit absoluter Sicherheit wird es zu einem Sprint des gesamten Pelotons kommen, ein Sprint für die wirklichen Spezialisten und die Qualität des Anfahrzuges wird dabei sehr, sehr wichtig sein. Während es in der Mitte der Etappe recht entspannt sein sollte, wird es auf den finalen Kilometern für alle stressig und auch gefährlich. Wir werden allen Fahrern die Daumen drücken, dass sie heil und sturzfrei durchkommen.
8. Etappe: Perigueux - Bergerac, 180 km / 1150 Hm
Eine weitere recht flache und einfache Etappe mit fast garantierter Sprintankunft. In der Vergangenheit hat hier unter anderem gewonnen und aufgrund des Streckenverlaufs zu großen Teilen am Fluß Dordogne entlang Richtung Ziel in Bergerac wird es kaum Chancen für die Ausreißer geben. Abseits der Strecke werden die Literaturfans unter uns sich an die wunderschöne Liebesgeschichte um Cyrano de Bergerac erinnern. Also Drama und Action für die Sprinter, ein langweiliger Transport-Tag für die Podiumskandidaten.
9. Etappe: Malemort - Ussel, 185 Km / 3300 Hm
Schluss mit Sprint und Ruhe: Wir sehen eine klassische Ausreißeretappe. Hartes und hügeliges Terrain, das ich selbst noch sehr gut kenne aus meiner aktiven Zeit. Hier führte das einst von Laurent Fignon ins Leben gerufenen Rennen "Paris - Corrèze" entlang und ich kann Euch sagen: Dort gab es eigentlich nie Massensprints. Ben Healy oder wären Kandidaten für diese Etappe. Auch die Stars müssen aufmerksam sein, weil es ständig bergauf und bergab geht - also immer Zug auf der Kette ist, wie es im Rennfahrerjargon heißt.
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Jordan Jegat (links) und Ben Healy (rechts) bei der Tour de France
Fotocredit: Getty Images
10. Etappe: Aurillac - Le Lioran, 167 Km / 3800 Hm
Wir sind im Zentralmassiv und es warten sieben Bergwertungen, alle über 1000 m Höhe, und ein Bergauf-Sprint zum Etappenziel. Mehr muss man fast nicht sagen, oder? Nach dem Ruhetag geht es mit dieser superschweren Etappe weiter und die ist für reine Kletterer reserviert. Das Zentralmassiv ist immer speziell, oft extrem heiß, schmale und gewundene Straßen, niemals flach. Für eine Mannschaft kaum zu kontrollieren, weil die Helfer nach zehn Minuten an der Spitze des Pelotons einfach explodieren. Es wird ganz klar ein Tag fürs Gesamtklassement und ich sehe leichte Vorteile für Pogacar und Vingegaard als exzellente Bergfahrer mit starken Mannschaften. Im hinteren Teil des Feldes wird es stressig und gefährlich, weil sich auf solchen Etappen fast nie ein organisiertes Gruppetto bildet und hier tatsächlich jeder für sich alleine ums Überleben kämpft. Ich hatte immer einen Heidenrespekt vorm Zentralmassiv - aber auch oft ganz viel Spaß, wenn ich hier einen guten Tag hatte.
11. Etappe: Vichy - Nevers, 161 km / 1400 Hm
Wieder ein Rhythmuswechsel, nach zwei schweren Tagen geht es wieder um alles für die Sprinter. Die Kürze der Etappe wird es ür die Sprinterteams einfach machen, das Rennen zu kontrollieren und die langen Geraden im Finale sind wie gemacht für die Sprinter. Eventuell suchen einige mutige Kämpfer trotz allem ihr Heil in der Flucht - aber fast ohne Aussicht auf Erfolg. Aber - aufgeben zählt nicht, oder?! Wer es nicht versucht, kann auch nicht gewinnen. Heute werden wir auch endgültig eine Tendenz bei den Sprintern erkennen können: Gibt es einen dominanten Seriensieger oder gewinnt jeder Sprinter seine Etappe? Wird der schnellste Sprinter auch seine Führung im Kampf ums Grüne Trikot festigen? Wie ernst nehmen die Sprinter die zwei Zwischensprints als Aufwärmprogramm für den finalen Showdown oder auch um wichtige Punkte im Kampf um das Grüne Trikot?
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Quelle: Eurosport
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