Tour de France: Kritik an Florian Lipowitz von Remco Evenepoel nach 6. Etappe - "Ich war wütend - und mit Recht"
Remco Evenepoel hat scharfe Kritik an Teamkollege Florian Lipowitz geübt. Der Belgier fand nach der 6. Etappe der Tour de France harte Worte zum Verhalten seines Mannschaftskameraden: "Ich habe darum gebeten, dass für mich angefahren wird und das ist nicht passiert", erklärte der Olympiasieger dem belgischen Sender "Sporza" mit Blick aufs Etappenfinale, wo das Duo in einer Verfolgergruppe ankam.
Lipowitz reagiert auf Bergankunft: "Der Kampf wird super hart"
Quelle: Eurosport
Dort blieb Evenepoel auf sich alleine gestellt und unterlag im Sprint um Rang drei und die letzte Zeitgutschrift im Ziel dem Mexikaner Isaac del Toro (UAE).
"Ich war wütend - und mit Recht", führte der Zeitfahr-Weltmeister aus und verwies auf seine Helferdienste für Lipowitz im März: "Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich für ihn 30 Kilometer an der Spitze gefahren. Ich habe gebeten, dass ein zusätzlicher Kilometer an der Spitze gefahren wird (heute, Anm. d. Red.) und das wurde abgelehnt. Das hat mich wütend gemacht und darüber werden wir heute Abend noch genauer reden müssen."
Lipowitz beendete die Etappe zeitgleich mit Evenepoel als Sechster, ihre Gruppe kam 2:57 Minuten hinter Tagessieger Tadej Pogacar an der Bergankunft an. In der Gesamtwertung liegt Evenepoel auf Rang vier - mit der Zeitgutschrift im Ziel hätte er sich auf den dritten Platz geschoben.
Laut Red-Bull-Teamchef Ralph Denk haben sich die Co-Kapitäne längst vertragen. "Die beiden Jungs haben darüber gesprochen. Da ist jetzt nichts Großes. Die haben vereint beim Essen gesessen und gelacht", sagte Denk im Team-Podcast: "Das Thema wird größer gemacht, als es in Wirklichkeit war." Für Denk sei "ein bisschen Uneinigkeit, eine Sprachbarriere" dafür verantwortlich gewesen, "aber auch im Eifer des Gefechts. Das war nach einer 180-km-Bergetappe".
Evenepoel half Lipowitz aufs Podium
Evenepoel hatte sich in der Tat bei der Katalonien-Rundfahrt nach einem Sturz in den Dienst von Lipowitz gestellt und diesem geholfen, seinen dritten Gesamtrang zu verteidigen. Die nun geäußerte öffentliche Kritik an seinem Teamkollegen dürfte dennoch nicht im Sinne des deutschen Rennstalls gewesen sein. Lipowitz hingegen hatte nach Etappenende in der "ARD" positive Worte über die Zusammenarbeit verloren. "Die Team-Performance war heute top", sagte er nach dem Pyrenäen-Showdown, bei dem Pogacar zurück ins Gelbe Trikot gestürmt war.
Schon während des Rennens war zu sehen gewesen, wie Evenepoel immer wieder auch mit Konkurrenten in der Verfolgergruppe gesprochen und vehement versucht hatte, diese zur Mitarbeit in der Führung zu bewegen. Auch mit dem französischen Toptalent Paul Seixas sprach der Belgier. Der Doppel-Olympiasieger, den Red Bull vor der Saison teuer verpflichtet hatte, und der letztjährige Tour-Dritte Lipowitz teilen sich nach Team-Angaben zumindest in der Anfangsphase der Rundfahrt die Kapitänsrolle.
Das könnte Dich auch interessieren: "Es ist noch nicht vorbei": So reagieren Vingegaard, Lipowitz & Co.
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/07/09/image-4b4b18a2-3525-44ad-94f5-a0a20bc5fd49-85-2560-1440.jpeg)
Spektakulärer Sturz in der Abfahrt: Schwarzer Tag für Träen in Gelb
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-501de6cc-5a93-472f-ba7e-2a32bf0eb94e-68-310-310.jpeg)