Keine Tour de France mehr im Juli? Vorschlag von Tadej Pogacar findet Fürsprecher - Hitze wird zum großen Problem

Der jüngste Vorschlag von Superstar Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG), die Tour de France aufgrund der immer weitgreifenderen Auswirkungen des Klimawandels fortan in einem anderen Monat stattfinden zu lassen, hat für Aufsehen gesorgt. Mit Matej Mohoric (Bahrain-Victorious) und Mathew Hayman fanden sich zwei weitere Fürsprecher für eine - zumindest kleine - Revolution der Frankreich-Rundfahrt.

Tour wegen Hitze verschieben? Mohoric versteht Pogacar-Vorstoß

Quelle: Eurosport

"Aus Sicht der Fahrer wäre das mit Blick auf die extremen Wetterverhältnisse, denen wir gerade schon ausgesetzt sind und die in Zukunft auf uns zukommen werden, sicherlich sinnvoll", erläuterte Mohoric im Interview mit Eurosport.
Allzu einfach würde sich die Verlegung der berühmtesten Rundfahrt der Welt aber nicht gestalten. "Ich kann aber auch verstehen, warum die Tour de France im Juli stattfinden soll: Die meisten Menschen befinden sich dann im Urlaub, wodurch das Event die meiste Aufmerksamkeit bekommt", verwies der 31-jährige Slowene auch auf den finanziellen Faktor.
Sein Landsmann Pogacar hatte sich vor wenigen Tagen in die laufende Debatte rund um die klimatischen Bedingungen, welche die Tour de France in Form von extremer Hitze auf den ersten zehn Etappen im Griff hatten, eingeschaltet.
"Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Juli und August nicht an heißen Orten fahren", meinte der Superstar. "Ich würde einen völlig anderen Kalender aufstellen, aber das liegt nicht in meiner Macht."

Peloton sind bei großer Hitze die Hände gebunden

Vor allem im Radsport ist der menschliche Körper außergewöhnlichen Belastungen ausgesetzt, derlei Herausforderungen sind demnach nichts Neues. Laut Mohoric zeigten die Hitzewellen in Frankreich in dieser Hinsicht aber klare Grenzen auf.
"Oft genug gehen die Temperaturen über unsere eigene Körpertemperatur hinaus. Dann sind Eis oder Wasser einfach nicht genug, um sich abzukühlen und zu 100 Prozent da zu sein", sagte er. "Unsere Leitung ist limitiert."
Eine Möglichkeit, welche auch Pogacar ansprach, stellt ein früherer Etappenstart dar. Statt am frühen Nachmittag wäre ein Auftakt um zehn oder acht Uhr morgens denkbar.
"Das wäre eine Lösung", so Mohoric weiter. "Das würde sicherlich auch den Fans passen, die uns an der Straße anfeuern - dann sind sie auch in einer kühleren Umgebung als sonst. Ein Start am Morgen wäre für alle am besten. Und wer es am Fernseher sehen will, kann einfach zurückspulen."

Tour de France verschieben? Finanzieller Faktor spielt große Rolle

Mit Mathew Hayman meldete sich auch der Sportdirektor von Team Jayco AlUla zu Wort. "Die Welt verändert sich, es wird immer heißer. Die Temperaturen waren bisher extrem und für den Körper ist es wirklich schwierig, damit umzugehen und zu performen", merkte er an.
Den Status quo dürfe man laut dem 48-Jährigen nicht einfach beibehalten, eine Revolution würde jedoch einen Balanceakt erfordern.
picture

Hayman: Über Tour-Revolution "muss nachgedacht werden"

Quelle: Eurosport

"Mir ist bewusst, dass der kommerzielle Wert von einer Rundfahrt im Juli - sobald alle im Urlaub sind - von einem immensen Wert ist", so Hayman. "Aber in der Vergangenheit haben wir schon die Zeiten bei Grand Tours angepasst, die Vuelta a España ist das beste Beispiel."
Für Hayman ist die Angelegenheit klar: "Wir müssen uns Gedanken über die Gesundheit machen, dürfen das Kommerzielle aber nicht komplett aus den Augen verlieren, denn auch hier gibt es Probleme."
picture

Pidcock im WM-Fieber: "Hoffentlich kein Elfmeterschießen"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung