Tour de France 2026: Die Stärken von Florian Lipowitz kommen erst jetzt - 3 Dinge, die auf der 3. Etappe auffielen
Auf der 3. Etappe der Tour de France hat Florian Lipowitz wieder einige Sekunden auf Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard eingebüßt. Am kurzen Schlussanstieg der 3. Kategorie in Les Angles konnte der Ulmer den beiden Topfavoriten nicht ganz folgen, hielt sich aber als Siebter weitgehend schadlos. Das Gelbe Trikot übernahm der Slowene vom dänischen Rivalen - wobei beide (noch) zeitgleich liegen.
Highlights, 3. Etappe: Pogacar setzt dickes Ausrufezeichen
Quelle: Eurosport
Die Rückkehr der Tour de France auf französischen Boden nach dem begeisternden Auftaktwochenende in Barcelona wurde auch zur Rückkehr von Tadej Pogacar ins Gelbe Trikot.
Der Weltmeister tauschte das Regenbogenjersey nun mit dem "maillot jaune" und könnte es angesichts seiner Dominanz wieder bis nach Paris tragen.
Hinter dem Topfavoriten aber dürfte sich ein höchst spannender Kampf um die beiden verbliebenen Podiumsplätze entwickeln: Noch liegen Giro-Sieger Vingegaard, UAE-Youngster Isaac del Toro, der Spanier Juan Ayuso, das Red Bull-Duo Remco Evenepoel und Lipowitz sowie Frankreichs Teenager Paul Seixas innerhalb von 53 Sekunden - und zeigten sich allesamt in starker Verfassung.
Drei Dinge, die auf der 3. Etappe auffielen.
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Experten ziehen Zwischenfazit: "Lipowitz hat sich sehr gut geschlagen"
Quelle: Eurosport
1. Lipowitz' Tour beginnt erst jetzt
Noch belegt Lipowitz im "Siebenkampf der Stars" ums Tour-Podium den hintersten Rang - doch die gute Botschaft für die deutschen Fans ist: Für den 25-Jährigen startet die Tour de France erst jetzt so richtig. Denn die ersten drei Etappen waren alles andere als auf seine Stärken zugeschnitten und dafür verkaufte sich Lipowitz teuer und kann im weiteren Verlauf seine Trümpfe ausspielen.
Die kurzen Anstiege, ob im Finale des Mannschaftszeitfahrens, auf dem Stadt-Rundkurs am Olympiaberg und nun zum Abschluss der 3. Etappe liegen allen seiner Konkurrenten besser.
Dass Lipowitz mit sehr überschaubarem Rückstand aus diesem Auftakt kommt, sollte ihm Rückenwind geben. Entscheiden wird die Tour in ganz anderen Anstiegen, die für weitaus größere Abstände sorgen dürften. Entsprechend freut sich der Topkletterer schon auf den ersten echten Härtetest am Tourmalet auf der 6. Etappe.
Auch die Eurosport-Experten Rolf Aldag und Robert Bengsch unterstrichen im Velo Club, dass Lipowitz auf den klassischen Bergetappen in Pyrenäen, Zentralmassiv, Vogesen, Jura und Alpen seine Qualitäten erst so richtig in die Waagschale werfen kann - und dabei etliche seiner Mitbewerber ums Tour-Podest weit hinter sich lassen wird.
"Ich glaube, dass er total entspannt ist, weil er die Streckenführung eh nicht ändern kann. Er hat sich sehr gut geschlagen und seine Zeit kommt noch", bilanzierte Bengsch.
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Florian Lipowitz bei der Tour de France 2026
Fotocredit: Imago
2. Puncheure ohne Chance
Das schien doch eigentlich wie gemacht für Klassiker-Könner: Die 1,7 km bei 6,5 % Steigung zum Abschluss der 3. Etappe wirkten durchaus machbar für die Puncheure im Feld - theoretisch. Doch wie am Vortag in Barcelona, als es am Ende 700 Meter bei 7 % waren, blieben die Spezialisten für solche Finals ohne Chance, beide Male landete keiner in den Top 5 der Etappe.
Besonders auffällig: Bis rund drei Kilometer vor dem Ziel war die erste Gruppe des Feldes dabei auch noch durchaus gut besetzt - sobald es aber richtig zur Sache ging, waren die Männer für die Gesamtwertung fast komplett unter sich.
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Tom Pidcock war auf der 3. Tour-Etappe ohne Siegchance
Fotocredit: Getty Images
Lennert van Eetvelt (6.) rettete am Montag die Ehre der Puncheure, nachdem es am Vortag Romain Grégoire (7.) gewesen war. Aber schon Tom Pidcock (10./16.) hatte keinerlei Chance.
"Ich weiß nicht, ob ich schon mal so ein hartes Rennen in solcher Hitze bestritten habe - es war verrückt", erklärte Pidcock nach dem Rennen.
Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten es noch drei wenig vergnügliche Wochen für Etappenjäger ihrer Couleur werden. Immerhin bleibt ihnen inzwischen die Schlussetappe über den Montmarte in Paris, um - wie Wout van Aert im Vorjahr - zum Abschluss ihre Bilanz zu retten.
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Pogacar-Show begeistert Aldag: "Da sehen die anderen ein wenig dumm aus"
Quelle: Eurosport
3. Kurze Premiere für Caja Rural
Seit über 40 Jahren gehört das Team Caja Rural als fester Bestandteil zur Radsportwelt und in diesem Jahr auch wieder zum Feld der Tour de France. Ein Comeback nach langer Pause - Mitte der 80er Jahre war der Rennstall schon zweimal bei der Frankreich-Rundfahrt am Start gewesen.
Doch erst auf dieser 3. Etappe gab es eine Premiere für die Mannschaft: Erstmals präsentierte sie sich auf einem der Sondertrikots des Rennens. Alex Molenaar hatte am Vortag das Bergtrikot erkämpft und so trug der Niederländer mit katalanischen Wurzeln das gepunktete Jersey durch die Pyrenäen.
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Alex Molenaar trug auf der 3. Tour-Etappe das Bergtrikot
Fotocredit: Getty Images
Es blieb ein vorerst einmaliges Highlight, denn der Franzose Alex Baudin entthronte Molenaar umgehend. Doch es lohnt sich, auch die Alltags-Arbeitsbekleidung von Caja Rural genau ins Auge zu fassen: Denn am Rücken ihrer markanten Trikots findet sich der Schriftzug #ForcaJaume - damit erinnert das Team an seinen im Frühjahr schwer gestürzten jungen Profi Jaume Guardeno.
Der Spanier lag nach seinem Trainingssturz wochenlang im Koma und wird nun in einer Spezialklinik behandelt. Die Tour-Mannschaft von Caja Rural besuchte ihn vor dem Auftakt in Barcelona und trägt nun diese besondere Botschaft über die 3321 Kilometer.
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"Seine Zeit kommt noch": Experten bei Lipowitz gelassen
Quelle: Eurosport
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