Tour de France 2026 - Marc Reef schlägt nach brenzligen Situationen in Alpe d'Huez Alarm: "So nicht mehr tragbar"
Die Bilder aus Alpe d'Huez gingen um die Welt: Tausende Fans verwandelten den 13,8 km langen Anstieg auf der 19. Etappe in einen Hexenkessel. Allerdings bewegt sich die Tour de France dabei auf schmalem Grat: Immer wieder kommt es zu sehr gefährlichen Momenten, da die Fans teils erst in letzter Sekunde die Straße freigeben. Marc Reef, Sportdirektor bei Visma-Lease a Bike, fand deutliche Worte.
Onboard in Alpe d'Huez: Der mythische Anstieg aus Fahrersicht
Quelle: Eurosport
"Was heute passiert ist, darf so nicht weitergehen", stellte Marc Reef nach der 19. Etappe im Gespräch mit dem Radsport-Portal "WielerFlits" klar.
Passiert ist tatsächlich eine Menge. Neben der herausragenden Rekordleistung von Etappensieger Tadej Pogacar prägten vor allem brenzlige Situationen den Tag.
Remco Evenepoel etwa wurde bei einer Attacke ausgebremst, weil er drei Begleitmotorräder vor sich hatte, die aufgrund der Fanmassen auf der Straße wiederum nicht an Thymen Arensman vorbeifahren konnten. Evenepoel steckte erst einmal fest, musste kurz darauf einen zweiten Angriff lancieren.
Der Belgier sei "schon richtig aufgehalten worden nach seiner Attacke. Er musste zwei Attacken fahren, das hat richtig Kraft gekostet", gab Red-Bull-Teamchef Ralph Denk im Podcast "Inside Red Bull-Bora-hansgrohe" zu bedenken.
Teamauto bremst wegen Zuschauer - Rubio kracht in Heckscheibe
Am schlimmsten erwischte es aber Einer Rubio von Movistar. Das vor ihm fahrende Teamauto von UAE Team Emirates-XRG musste eine Vollbremsung hinlegen, um nicht einen auf die Straße gestürzten Zuschauer zu überfahren. Rubio krachte allerdings mit dem Kopf voran in die Heckscheibe des Autos. Das Tour-Aus für den 28-Jährigen, der mit 20 Stichen im Gesicht genäht werden musste.
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Ullrich von Alpe d'Huez begeistert: "Radsport vom Allerfeinsten"
Quelle: Eurosport
Für Pascal Ackermann hielt der Aufstieg nach Alpe d'Huez ebenfalls eine böse Überraschung bereit: Der 32-Jährige kollidierte mit einem Materialfahrzeug und wurde dabei "quer über die Motorhaube gedreht".
Der Sprinter konnte zwar weiterfahren, musste das Rennen aber tags darauf auf der Königsetappe aufgeben.
Pogacar wedelt Fans beiseite, Grégoire wundert sich über betrunkene Zuschauer
Dominator Tadej Pogacar wiederum versuchte mit wedelnden Armen das Menschenmeer vor sich zu teilen, als er das Tempo anzog und sich an die Verfolgung der bis dato führenden Ausreißergruppe zu machen.
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Der französische Meister Romain Grégoire vom Groupama-Team machte indes die Erfahrung, dass die (gut gemeinte) Unterstützung seiner Landsleute schmerzhaft sein kann. "Ich glaube, sie waren so besoffen, dass es eher Schläge auf den Hintern als ein Anschieben war. Das war nicht besonders angenehm", berichtete der 23-Jährige, allerdings mit einem Lachen.
Reef: "Für die Fans ist das fantastisch, aber ..."
Visma-Teamchef Reef nahm die Vorfälle zum Anlass, um auf die Gefahren hinzuweisen. "Wir standen mit den Teamwagen mehrmals völlig still, während die Gruppe hinter uns immer näher kam. Für die Fans ist das fantastisch. Im Fernsehen sah es wahrscheinlich auch fantastisch aus. Aber für den Sport ist das so nicht mehr tragbar", betonte der Niederländer.
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Marc Reef (Sportdirektor Visma | Lease a Bike) am Eurosport-Mikrofon
Fotocredit: Eurosport
Zum einen gehe es um die Sicherheit aller Beteiligten, zum anderen werde die Frankreich-Rundfahrt auf unfaire Weise beeinflusst. Reef sieht daher nur eine Chance: "Ich glaube, die einzige Möglichkeit, in Alpe d'Huez noch Rennen zu fahren, besteht darin, entlang der gesamten 13 Kilometer Absperrungen aufzustellen."
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Highlights: Pogacar stellt in Alpe d'Huez alle in den Schatten
Quelle: Eurosport
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