Tour de France 2026: Red Bull-Doppelspitze Florian Lipowitz und Remco Evenepoel früh isoliert - "das kann nicht sein"
VonJan Zesewitz
Update 13/07/2026 um 10:23 GMT+2 Uhr
Die 9. Etappe der Tour de France war aufgrund der großen Hitze 30 Kilometer kürzer als geplant - die verbliebenen 155 Kilometer wurden komplett Vollgas gefahren. Im Kampf zwischen Ausreißergruppe und Hauptfeld blieb das Team Red Bull-Bora-hansgrohe etwas auf der Strecke. Florian Lipowitz und Remco Evenepoel waren schon früh ohne Helfer unterwegs. Ein Ausrutscher oder ein schlechtes Vorzeichen?
Red-Bull-Duo ohne Helfer: "Die Erwartungen sind andere"
Quelle: Eurosport
Etwa zur Mitte der Etappe, am schwierigsten Anstieg des Tages, dem 2.-Kategorie-Berg Suc au May, schrumpfte das Peloton auf rund 30 Fahrer. Mit dabei waren sechs Fahrer von UAE, vier von Visma, vier von Lidl-Trek, drei von Decathlon-CMA CGM - und nur zwei von Red Bull-Bora-hansgrohe.
Der Disput der beiden Kapitäne Remco Evenepoel und Florian Lipowitz bestimmte die Schlagzeilen nach der großen Pyrenäen-Etappe, bei dieser Mittelgebirgsetappe waren sie früh auf sich allein gestellt. Das entspricht nicht dem Anspruch eines der größten Teams der WorldTour.
Jai Hindley, Maxim Van Gils – diese beiden Fahrer würde man auf einer Etappe mit diesem Profil mindestens noch an der Seite der Leader erwarten, aber sie erwischten bei der großen Hitze wohl keinen guten Tag.
Insbesondere Van Gils wollte mithilfe einiger Mannschaftskollegen in die Gruppe des Tages. "Das war unser Plan", sagte Teamchef Ralph Denk im Podcast "Inside Red Bull-Bora-hansgrohe". "Als dann die Gruppe stand, hatten wir unser Pulver schon verschossen. Dann sieht man natürlich doof aus."
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Alle Helfer abgehängt: Lipowitz holt Flaschen für Evenepoel
Quelle: Eurosport
Kein Zeitverlust für Doppelspitze
Am Ende ging der Schwäche-Tag glimpflich aus. Die Doppelspitze kam gemeinsam mit den anderen Favoriten ins Ziel und musste dafür nicht übermäßig viel tun - auch wenn Lipowitz einmal am Teamwagen beim Flaschenholen gesichtet wurde. In der Gesamtwertung liegen beide nach wie vor in Schlagdistanz zum Podium.
Trotzdem - "das geht nicht", sagte Jens Voigt exklusiv zu Eurosport. "UAE war noch mit sechs Leuten in der ersten Gruppe, das kann nicht sein, dass die beiden Kapitäne alleine sind. Daran muss gearbeitet werden."
Gerade so lange die Kräfteverhältnisse zwischen Evenepoel und Lipowitz nicht endgültig geklärt sind, wird keiner gefordert sein, dem anderen zu helfen. Umso wichtiger wären starke Helfer, die ihre Rolle klar annehmen können und lange dabeibleiben können – vor allem, wenn es im weiteren Tour-Verlauf in die Vogesen und Alpen geht.
Für das Red Bull-Duo ist die Aussicht, auf sich gestellt zu sein, im weiteren Tour-Verlauf ein klarer Nachteil gegenüber den "Überteams" UAE und Visma – aber eben auch im Podiumskampf gegen Lidl-Trek mit Juan Ayuso und Decathlon mit Paul Seixas.
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Quelle: Eurosport
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