Tour de France - Drei Dinge, die auffielen: Pogacar auf 1. Etappe von Vingegaard geschlagen - und doch der Stärkste

Beste Unterhaltung: Das Mannschaftszeitfahren beweist zum Auftakt der Tour de France, dass der neue Modus die Fans begeistern kann. Durch den Mix aus Teamwork durch Barcelonas Straßen und Solo am Schlussanstieg wird die 1. Etappe zu einem spannenden Schlagabtausch. Die Stars und ihre Teamchefs müssen die Karten schon am ersten Tag auf den Tisch legen - mit Folgen. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Erster Punktsieg für Vingegaard und Visma

Quelle: Eurosport

Erstmals seit 1971 wurde die Tour de France wieder mit einem Mannschaftszeitfahren eröffnet und die 19,6 Kilometer zum Olympiastadion in Kataloniens Metropole waren ein Radsport-Leckerbissen für die Zuschauer an Strecke und Bildschirmen. Das Format, das nun erstmals auch auf der großen Bühne der "grande boucle" präsentiert wurde, hat seine für eine tolle Show gesorgt.
Jonas Vingegaard konnte sich knapp drei Jahre nach seinem letzten Tour-Gesamtsieg wieder das Gelbe Trikot überstreifen und damit einen Punktsieg gegen Tadej Pogacar landen.
Florian Lipowitz hingegen musste auf den letzten Kilometern seinen Teamkollegen Remco Evenepoel ziehen lassen, doch auch dessen Träume vom "maillot jaune" für Red Bull-Bora-hansgrohe zerplatzten.
Drei Dinge, die auf der 1. Etappe auffielen:

1. Pogacar geschlagen - aber doch der Stärkste

Nur Platz drei auf einer Etappe, die er zu gerne gewonnen hätte: Das Ergebnis für den Topfavoriten passte auf den ersten Blick nicht zum ultra dominanten Seriensieger der letzten Wochen, Monate und Jahre. Doch er brauche "keinen Trost", beruhigte der Slowene am Eurosport-Mikrofon nach der 1. Etappe. "Wir haben uns super gut präsentiert heute", schließlich sei das Team nicht spezialisiert auf Mannschaftszeitfahren. Tatsächlich hat Pogacar in seiner Karriere noch nie in dieser Disziplin triumphiert.
Doch dass der Titelverteidiger der heimliche Sieger des Tages war, machte der Blick auf das Bergtrikot klar, das er dabei stolz trug. Denn die Sonderwertung zeichnete auf dieser 1. Etappe jenen Fahrer aus, der die letzten 3,7 Kilometer der Tagesstrecke mit ihren zwei Anstiegen am schnellsten bewältigte.
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Pogacar beißt sich die Zähne an Vingegaard aus

Quelle: Eurosport

Mit 4:48 Minuten setzte Pogacar dort die Bestzeit und war damit zwei Sekunden schneller als Vingegaard: Zwar hatten die Stars dort je nach Teamtaktik noch unterschiedlich lange einen Tempomacher vor sich, doch die Zeiten des Schlusssektors geben die Kräfteverhältnisse der Topfahrer sehr viel besser wieder als die Gesamtwertung.
An der Topform des Weltmeisters besteht also keinerlei Zweifel und schon auf der 2. Etappe könnte er die Verhältnisse zurechtrücken. "Ich habe gute Beine und morgen könnte ein Finale für mich sein, es wird sehr schwer und auch technisch", blickte er voraus.
Der Blick auf die Auswertung der Zeiten auf dem Schlussabschnitt zeigte auch, dass Evenepoel dort als Dritter hervorragend abschnitt - sein Rückstand von 16 Sekunden in der Gesamtwertung hatte sich zum Großteil zuvor im Flachstück summiert. Auch er ist ein Siegkandidat für die erneute Ankunft am Olympiastadtion: Wie Pogacar hat auch Evenepoel dort bereits einmal die Schlussetappe der Katalonien-Rundfahrt für sich entscheiden können.
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Evenepoel hängt Lipowitz ab - Olympiasieger verpasst Bestzeit

Quelle: Eurosport

2. Neuer Modus sorgt für große Verlierer

Die Gesamtwertung der Tour hat nach 19,6 Kilometern schon deutliche Konturen bekommen. Der Modus des Teamzeitfahrens, der eine klare Fokussierung auf die Topfahrer für diesen Kurs erforderte, zwang die Mannschaften zu klaren Entscheidungen. Mit der Folge, dass viele namhafte Klassementfahrer mit mehr Rückstand aus diesem Kampf gegen die Uhr kamen, als es bei einem Einzelzeitfahren gleicher Länge der Fall gewesen wäre.
Die offenen oder versteckten Hoffnungen auf einen Platz in den Top Ten in Paris erhielten einen massiven Dämpfer bei Topfahren wie Cian Uijtdebroeks (+1:53 Minuten), Matteo Jorgenson (+2:30), Ben Healy (+3:10), Damiano Caruso (+3:12), Einer Rubio (+3:25), Michael Storer (+3:27), Adam Yates (+4:27) oder Ben O'Connor (4:33).
Da diese Rückstände in vielen der Fälle aber auch ganz bewusst gewählt wurden, könnten sie zumindest einigen dieser Fahrer mehr Freiraum für Attacken auf Etappensiege schon ab Montag in den Pyrenäen geben.
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"Bitter, bitter böse": Große Probleme bei Uijtdebroeks

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3. Bunte Farbenspiele der Tour-Sieger

Vingegaard in Gelb, Pogacar im Bergtrikot - das kannte man schon von der Tour de France aus früheren Jahren. Ein gänzlich ungewohnter Anblick aber bot sich bei der Siegerehrung für das Grüne Trikot: Bergspezialist Egan Bernal streifte sich das "maillot vert" nach der 1. Etappe über. Auch hier griff ein besonderer Modus: Nicht die Platzierung im Ziel wie sonst üblich, sondern die schnellste Zeit auf den ersten 5,1 Kilometern der Etappe gab den Ausschlag. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal dieses Trikot tragen würde", gestand der Kolumbianer schmunzelnd.
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Egan Bernal bei der Tour de France 2026 im Grünen Trikot

Fotocredit: Getty Images

Dadurch wurde auf dieser 1. Etappe gleich Tour-Geschichte geschrieben: Noch nie zuvor waren die drei Spitzenreiter in diesen Klassements allesamt frühere Tour-Sieger. Ein einmaliges Farbenspiel der Extraklasse zum Start der 113. Auflage der Rundfahrt.
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Tour-Strecke, 2. Etappe: Profil und Kurs zum Kampf um Gelb in Barcelona

Quelle: Eurosport


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