Drei Dinge, die bei der Tour de France auffielen: Gewinner und Verlierer des zweiten Massensprints
VonJan Zesewitz
Update 11/07/2026 um 09:46 GMT+2 Uhr
Die 7. Etappe der Tour de France war eine Sache für die Sprinter. In Bordeaux traf sich die Elite der schnellen Männer zum zweiten Mal im Verlauf dieser Rundfahrt, diesmal jubelte nicht Olav Kooij, wie auf der 5. Etappe, sondern Soudal-Profi Tim Merlier, der seinen vierten Tour-Etappensieg feierte. Die deutschen Sprinter warten weiter auf den großen Coup. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Merlier schlägt Sprint-Elite - Deutsche mischen mit
Quelle: Eurosport
Erik Zabel, Mark Cavendish, Jasper Philipsen - schon ein Blick auf die Siegerliste in Bordeaux zeigte klar: auf dieser 7. Etappe der Tour würde es um die Sprint-Stars gehen.
Drei Jahre nach seinem Landsmann Philipsen reihte sich Tim Merlier in die illustre Liste der Gewinner in der Weinstadt ein. Im Finale siegte er souverän vor Sören Wärenskjold (Uno-X Mobility), der überraschend auf dem zweiten Platz landete.
Für die Favoriten in der Gesamtwertung war die Flachetappe fast ein Ruhetag - sieht man von den Unstimmigkeiten bei Red Bull-Bora-hansgrohe und den beiden Kapitänen Remco Evenepoel und Florian Lipowitz ab, die die Aussagen des Belgiers gemeinsam entkräften mussten.
In Bordeaux sollte es um die Sprinter gehen - und auch deutsche Sprintstars mischten vorne mit - wenn auch ohne den erhofften Erfolg: Max Kanter (XDS-Astana) wurde Vierter, Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) Sechster.
Drei Dinge, die auf der 7. Etappe auffielen:
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Merlier hat die stärksten Beine: Der Sprint Royal in Bordeaux
Quelle: Eurosport
1. Merlier mit Dank an den improvisierten Sprintzug
Merlier galt bei den Sprints dieser Tour schon im Vorfeld als Topfavorit. Es war schon sein siebter Saisonsieg - und das unter schwierigen Voraussetzungen.
Beim ersten Massensprint in Pau verlor er fast seinen gesamten Sprintzug bei einem Sturz fünf Kilometer vor dem Ziel, tags darauf musste sein etatmäßiger Anfahrer Bert Van Lerberghe aussteigen.
"Ich habe ihn während der Etappe etwas vermisst", sagte Merlier auf der Pressekonferenz über seinen Landsmann. Aber Soudal ist schon traditionell meisterhaft darin, seine Sprinter in eine Topposition zu bringen. Diesmal war das Jasper Stuyven. Der Belgier kam erst zu dieser Saison zur Mannschaft, seine Erfahrung und Cleverness war für Merlier an diesem Tag Gold wert.
"Es ging einfach darum, smart zu sein und zu erkennen, wer da ist, wer die Kontrolle hat oder die Kontrolle übernehmen will. Wir haben das gut gemacht. Ich hatte die Kontrolle und konnte die Bewegungen des Feldes vorhersehen", fasste Stuyven seine Rolle perfekt zusammen.
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Sprint-Analyse: Merlier geschützt und explosiv zum Sieg
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Dass am Ende des improvisierten Zugs noch der vielleicht aktuell schnellste Sprinter steht, ist bei aller Planung kein Hindernis. Gegenüber "Sporza" wurde Merlier im Ziel auch emotional: "Der Mann, der meinen Bruder und mich seit meinem zwölften Lebensjahr zu Rennen gefahren hat, liegt im Sterben. Ich hoffe, er hat ihn noch gesehen."
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2. Glückliche Gesichter bei Uno-X - Frust bei Alpecin
Hinter Merlier gab es Freude über gute Platzierungen und Frust über den verpassten Sieg. Das Team Uno-X war wieder auf der glücklichen Seite. Nach dem Gelb-Coup von Torstein Träen und seinem Ausscheiden am Vortag durchlebt das skandinavische Team eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle.
Sören Wärenskjold wurde in Merliers Windschatten überraschend Zweiter. "Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Ausführung des Sprints", sagte er. "Ich denke, ich habe ihn perfekt begonnen, kurz vor den anderen, um sie rechts auch etwas zu blockieren. Ich bin happy!"
Biniam Girmay (NSN) meldete sich mit Platz drei mal wieder bei der Sprint-Elite zurück. Zudem verbesserte er sich in der Punktewertung auf den zweiten Platz. Der Träger des Grünen Trikots, Mads Pedersen (Lidl-Trek), wurde "nur" Neunter und musste einmal mehr einsehen, dass er in einem flachen Sprint nicht zu den schnellsten gehört.
Trotzdem war es ein erfolgreicher Tag für den Dänen. Im Zwischensprint sicherte er sich als Sieger im Hauptfeld wichtige Punkte und hat immer noch 59 Punkte Vorsprung in dieser Sonderwertung
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Voigt zum Ärger zwischen Evenepoel und Lipowitz: "Das ist ein Fehler"
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Auf Grün hat es auch Jasper Philipsen (Alpecin-PremierTech) abgesehen. Der "Titelverteidiger" in Bordeaux, der die letzte Ankunft dort 2023 gewann, war 250 Meter vor dem Ziel perfekt positioniert. "Edel-Anfahrer" Mathieu van der Poel scherte aus - und der Belgier besaß nicht die Beine, um bis zur Linie durchzuziehen. Am Ende wurde er Fünfter.
"Das ist einfach nicht so, wie es sein sollte und wie meine Beine sein sollten", sagte er frustriert im Ziel. Auch der Sieger von Pau, Olav Kooij, kam nicht in die Position zu sprinten und landete abgeschlagen auf Platz 23.
3. Deutsche Sprinter warten auf den Coup
Irgendwo zwischen Freud und Leid an diesem Sprintertag bewegten sich die deutschen Fahrer. Nach seinem zweiten Platz in Pau landete Max Kanter diesmal auf Platz vier.
Diesmal aber unter ganz anderen Voraussetzungen. Im Chaos-Sprint der 5. Etappe ging Astana mit zahlenmäßiger Überlegenheit heraus - und Kanter musste Kooij noch vorbeiziehen lassen.
"Es war nicht ideal für uns", sagte er bei Eurosport. "Wir waren auf dem letzten Kilometer wirklich eingebaut. Ich hatte zwar noch drei Jungs bei mir, aber wir sind einfach nicht rausgekommen." Aus dieser Position noch auf Platz vier zu kommen, verdient einen eigenen Achtungsvermerk.
Der Lohn für den Astana-Sprinter: Platz drei in der Punktewertung, die er so lange weiter verfolgen will, wie es eben geht. Phil Bauhaus sprintete auf Platz sechs. "Der erste Sprint war eine Enttäuschung", sagte er: "Jetzt war der sechste Platz schon wichtig für mich. Es zeigt, dass ich bei den Besten dabei bin."
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Bauhaus zieht Bilanz nach Sprint auf 7. Etappe: "Bin bei den Besten dabei"
Quelle: Eurosport
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Aldag zum Red-Bull-Zoff: "Hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen"
Quelle: Eurosport
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