Tour de France - Lance Armstrong wundert sich über offensiven Tadej Pogacar: "Ein ganz anderes Spiel" als früher

Tadej Pogacar hat seine Favoritenrolle zusammen mit seinem UAE Team Emirates-XRG in den ersten drei Etappen der Tour de France untermauert – und zwar in einer Deutlichkeit, die bei einigen Experten regelrecht für Verwunderung sorgt. Früher war es als Favorit üblich, das Gelbe Trikot noch nicht in der ersten Woche zu erobern. "Das hier ist ein ganz anderes Spiel", betonte Lance Armstrong.

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Quelle: Eurosport

Die Taktik bei Pogacar und seinen Teamkollegen in diesen Tagen ist relativ klar: Vollgas. Auf der zweiten Etappe überließ der Slowene seinem Edelhelfer Isaac del Toro den Sieg.
Auf der dritten schnappte der vierfache Tour-de-France-Champion selbst zu und holte sich zudem das Gelbe Trikot von Mit-Favorit Jonas Vingegaard.
Mit zwei solcher Ausrufezeichen in die Tour zu starten, wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen, wie Lance Armstrong in seinem Podcast "The Move" anhand eines Beispiels erklärte.
"Lasst uns sagen, es ist 2005", leitete Armstrong ein und stellte sich vor, wie der damalige sportliche Leiter seines Teams Johan Bruyneel eine derartige Taktik vorschlagen würde.

Armstrong und Hincapie analysieren die Unterschiede

"Es ist die dritte Etappe. George wäre aufgestanden und aus dem Bus gestiegen mit: Ich werde das nicht machen. Jeder wird uns hassen und Scheiße über uns reden. Er hätte mit vollem Herzen widersprochen", sagte der US-Amerikaner über seinen damaligen Teamkollegen George Hincapie.
Früher habe die Taktik noch beinhaltet, Kräfte zu sparen – indes in verschiedenen Aspekten: Das Gelbe Trikot zu tragen, sei wegen der zusätzlichen Pressearbeit durchaus kräfteraubend. Entsprechend war es früher üblich, das Maillot Jaune in der ersten Woche nicht zu übernehmen.
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Quelle: Eurosport

"Das hier ist ein ganz anderes Spiel", betonte Armstrong: "Sie schauen sich um und fragen die anderen: Was?! Was habt ihr? Sie feuern aus allen Rohren, und das nach drei Tagen."
Hincapie stimmte seinem Landsmann zu. Die Tour werde heute anders gefahren als früher: "Große Teams wie Visma und UAE halten ihre Fahrer nicht mehr zurück. Wenn sie die Chance sehen, eine Etappe zu gewinnen, riskieren sie es. Auf der dritten Etappe bei noch drei zu fahrenden Wochen hätten wir das zu unserer Zeit niemals gemacht", sagte der 53-Jährige.

Evenepoel übt leichte Kritik

Pogacar aber kennt keine Gnade mit der Konkurrenz, die durchaus gespalten auf den frühen Siegeshunger des Dominators schaut.
"Es ist ein bisschen schade, dass sie die Ausreißer nicht haben fahren lassen", sagte etwa Remco Evenepoel bei "Sporza" in Richtung UAE und ergänzte: "Das wäre eine schöne Chance für sie gewesen. Aber es ist, wie Tadej nach dem Ziel sagte: Wenn du fühlst, dass du gewinnen kannst, solltest du es nicht liegen lassen."
Am Dienstag gibt es die nächste Chance für Ausreißer – sofern Pogacar nicht wieder eine andere Idee hat.
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Tour-Strecke, 4. Etappe: Profil und Kurs locken Ausreißer

Quelle: Eurosport


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