Tour de France 20206 - Tadej Pogacar auf 3. Etappe fast zum Siegen gezwungen: "Er will nicht der Kannibale sein"

Tadej Pogacar hat auf der 3. Etappe der Tour de France erneut seine Extraklasse unter Beweis gestellt und das Gelbe Trikot von Jonas Vingegaard erobert. Der Slowene erklärte anschließend, dass der Tagessieg zunächst gar nicht geplant gewesen sei. Die UAE-Taktik stieß jedoch nicht überall auf Gefallen. Die Eurosport-Experten Rolf Aldag und Robert Bengsch ordneten Pogacars Auftritt im Velo Club ein.

Pogacar-Show begeistert Aldag: "Da sehen die anderen ein wenig dumm aus"

Quelle: Eurosport

Tadej Pogacar war zu Späßen aufgelegt.
Darauf angesprochen, ob er besonders hungrig sei, weil er die Ausreißer auf der 3. Tour-Etappe auch hätte ziehen lassen können, entgegnete der Slowene mit einem Lächeln: "Ich bin nicht so hungrig - ich esse alle 30 Minuten ein Gel, der Hunger ist nicht so arg."
Auch auf sportlicher Ebene hatte Pogacar die Konkurrenz am Schlussanstieg bei der ersten kleinen Bergankunft aufgefressen und seinem Herausforderer Jonas Vingegaard um einen Hauch die Gesamtführung entrissen.
Auf den letzten Metern des Schlussanstiegs nach Les Angles konnte Pogacar niemand mehr folgen. Zwei Sekunden nach dem Titelverteidiger erkämpfte sich Vingegaard (Visma-Lease a Bike) Rang zwei, muss das Maillot jaune trotz gleicher Zeit aber abgeben.
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Highlights, 3. Etappe: Pogacar setzt dickes Ausrufezeichen

Quelle: Eurosport

Aldag schwärmt von Pogacar: "Phänomenal"

"Dieser Antritt ist phänomenal. Das sieht aus, als wenn er im Flachen sprintet und alle andere sieben Prozent berghoch. Die anderen sehen da immer ein bisschen dumm aus", schwärmte Eurosport-Experte Rolf Aldag im "Velo Club" vom Dominator.
"Für gewöhnlich bist du irgendwo besonders stark und irgendwo hast du Defizite. Tadej ist allerdings - unglücklicherweise für die anderen - explosiv und kann lange Berge", ergänzte der ehemalige Sportliche Leiter von Red Bull-Bora-hansgrohe.
Nachdem Pogacar am Vortag seinem UAE Emirates-XRG-Teamkollegen Isaac del Toro selbstlos den Sieg überlassen hatte, rückte der 27-Jährige die Kräfteverhältnisse auf dem dritten Teilabschnitt wieder zurecht.
Dabei war das zunächst gar nicht der Plan, wie der Kapitän verriet.
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Tadej Pogacar hat auf der 3. Tour-Etappe die Muskeln spielen lassen

Fotocredit: Getty Images

Pogacar: "Haben zur Rennmitte gemerkt, dass etwas geht"

"Wir haben zur Rennmitte als Team festgestellt, dass heute etwas geht", erklärte Pogacar, der seine UAE-Mannschaft mit enormem Tempo über die glühende Strecke am Rande des französischen Waldbrandgebietes jagte.
"Riesenkompliment an mein Team. Ich bin überglücklich, wie die Rundfahrt bislang läuft", betonte der viermalige Toursieger.
Allerdings stieß die Taktik von Pogacar und seiner UAE-Mannschaft nicht überall auf Gefallen. Remco Evenepoel, Co-Kapitän bei Red Bull-Bora-hansgrohe an der Seite von Florian Lipowitz, hinterfragte die Vorgehensweise des Teams aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
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Pogacar von Etappensieg überwältigt: "Das war ein unglaubliches Finish"

Quelle: Eurosport

Evenepoel über UAE-Taktik: "Ist ein bisschen schade"

"Es ist ein bisschen schade, dass sie die Ausreißer nicht haben fahren lassen", sagte Evenepoel bei "Sporza" in Richtung UAE und ergänzte: "Das wäre eine schöne Chance für sie gewesen. Aber es ist, wie Tadej nach dem Ziel sagte: Wenn du fühlst, dass du gewinnen kannst, solltest du es nicht liegen lassen."
Genau darin liegt jedoch der entscheidende Punkt, wie auch die Eurosport-Experten anmerkten.
"Er will nicht der Kannibale sein, der Gierige. Aber man muss ja auch sagen: Die Mannschaft macht alles, um ihm diese Chance zu geben - dann kann er es auch nicht verschenken", erklärte Aldag.
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Tadej Pogacar (r.) und sein Team UAE Emirates-XRG gab auf der 3. Tour-Etappe den Ton an

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Bengsch über Pogacar: "War die richtige Entscheidung"

"Ich finde es total normal, dass er dann sagt: Die arbeiten vom Start bis zum Ziel für mich, dann kann ich nicht sagen: 'Jonas, du bist ein netter Kerl, gewinn du heute mal'", so Aldag weiter.
Bengsch pflichtete ihm bei. "Er ist der wahrscheinlich bestbezahlteste Radprofi, er fährt in der besten Mannschaft, warum soll er nicht - wenn er das Zeug dazu hat - die Etappen nehmen", so der 42-Jährige.
"Sie haben sich dazu entschlossen, auf den Sieg zu gehen, weil sie die Power haben und ich kann das komplett verstehen. Deshalb war das heute auch der richtige Weg und die richtige Entscheidung", lautete daher Bengschs Fazit.
Fest steht: Die Zeit der Geschenke - mit Ausnahme der eigenen Teamkollegen - ist für Pogacar auf dem Weg zu seinem fünften Tour-Gesamtsieg endgültig vorbei.
(mit SID)
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Genialer Wurf: Pogacar macht Teamkollegen mit Teddybär glücklich

Quelle: Eurosport


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