Tour de France: Weiße Flecken auf der Straße sollen Sicherheit erhöhen - Tom Pidcock reagiert nach Sturz kritisch
Aufmerksamen Zuschauern der Tour de France dürften auch in diesem Jahr die weißen Flächen auf den Straßen aufgefallen sein. Was auf den ersten Blick merkwürdig oder gar unschön wirkt, dient tatsächlich der Sicherheit des Rennens und der Langlebigkeit der Strecke - vor allem dann, wenn die Temperaturen sich über der 30-Grad-Grenze bewegen. Tom Pidcock sieht das Thema allerdings sehr kritisch.
Erklärung: Das steckt hinter den weißen Flecken auf der Straße
Quelle: Eurosport
25 Kilometer vor dem Ziel der 10. Etappe war es gut zu erkennen: In der Abfahrt waren immer wieder größere Flächen der Straße mit einem hellen Weiß übertüncht: es handelt sich um Kalkmilch, eine "dispergierte Suspension von Calciumhydroxid in Wasser", wie es im Fachjargon heißt.
Vereinfacht ausgedrückt, bewirkt die Aufbringung des Mittels auf den Straßen eine Herabsetzung der Oberflächentemperatur um bis zu 10 Grad Celsius. Das führt bei großer Hitze zu einem stabileren Fahrbelag und minimiert den Haftungsverlust der Reifen.
Ein Sicherheitsplus für die Fahrer, die auf den Abfahrten der Tour de France mitunter die 100-km/h-Marke überschreiten.
Das Vorgehen ist indes nicht neu. Die Kollegen der französischen Regionalzeitung "Ouest-France" haben die Thematik schon während der Tour 2025 behandelt.
Kalkmilch "kühlt" Straße um bis zu 10 Grad Celsius
Das Ausbringen der Kalkmilch habe demzufolge auch den Vorteil, dass diese im Unterschied zum "Streuen von Sand oder Kies" keine oder weniger Rutschgefahr berge.
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Der pure Asphalt absorbiere aufgrund der dunklen Farbe Infrarotstrahlen (Wärmestrahlung), wodurch seine Temperatur 70 °C erreichen könne. Liege aber Kalkmilch auf, werde dieser Effekt gebremst, um bis zu 10 °C, wie es heißt.
Pidcock sauer: "Weiß nicht, was sie hier mit den Straßen machen"
So weit die Theorie, denn nicht alle Profis sind einverstanden mit der Maßnahme, im Gegenteil: "Ich weiß nicht, was sie hier mit den Straßen machen, aber sie hatten sie mit diesem ganzen weißen Zeug bestreut. Es war wirklich rutschig, vor allem in den Abfahrten", monierte Tom Pidcock im Eurosport-Interview.
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Pidcock beklagt Straßenverhältnisse: "Dieser weiße Sch... ist rutschig"
Quelle: Eurosport
Der Brite vom Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team stürzte auf der 10. Etappe bei der Abfahrt vom Col de Puy Mary und schrieb dies der ausgebrachten Kalkmilch zu. "Ich hätte nicht gedacht, dass die Straße so sein würde", so Pidcock.
Da dürfte es den 26-Jährigen kaum besänftigen, dass die Verbrennungen bei einem Sturz nach Angaben von "Ouest-France" schwerwiegender ausfallen, wenn die Straßenbeläge nicht behandelt werden.
Expertin: "Genau das kann gefährlich sein"
Zuständig für das Aufbringen der Kalkmilch sind die regionalen Straßenmeistereien. Die Technik wird aber nicht nur bei der Tour de France angewandt, sondern generell, um das Straßennetz in gutem Stand zu erhalten.
Das Bindemittel des reinen Asphalts ohne Kalkbedeckung "haftet an den Autoreifen und kann Kieselsteine von der Fahrbahn ablösen. Genau das kann gefährlich sein", wird Céline Leroux Branchu, Leiterin der Abteilung für Straßen und Flüsse im französischen Département Mayenne, in der Regionalzeitung zitiert. Überdies werde die Fahrbahn beschädigt und das Risiko eines Haftungsverlusts bei Fahrzeugen erhöht.
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Quelle: Eurosport
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