Tour de Romandie: Florian Lipowitz fordert Dominator Tadej Pogacar bis zu den letzten Metern der WorldTour-Rundfahrt
VonJan Zesewitz
Publiziert 03/05/2026 um 21:22 GMT+2 Uhr
Florian Lipowitz hat die Tour de Romandie auf Platz zwei beendet. Der Deutsche von Red Bull-Bora-hansgrohe erwies sich während der sechs Tage dauernden Rundfahrt als klar zweitbester Fahrer - bezwungen nur vom Dominator Tadej Pogacar. Und er bot dem Slowenen einen echten Kampf für seinen ersten Gesamtsieg in der Westschweiz. Ein weiteres Podium in der WorldTour gibt dem Deutschen Selbstvertrauen.
Highlights der Schlussetappe: Lipowitz attackiert Pogacar mehrfach
Quelle: Eurosport
20 Sekunden. Größer war der Unterschied "auf der Straße" zwischen Tadej Pogacar und Florian Lipowitz nach sechs anspruchsvollen Etappen nicht. Der gesamte Abstand von 42 Sekunden entstand zur Hälfte durch Zeitbonifikationen, die sich der Slowene durch seine Explosivität im Sprint sichern konnte.
Der Rest der Konkurrenz? Lag am Ende in Person von Lenny Martínez mehr als zwei Minuten zurück. Die stärkste Leistung hob sich Lipowitz dabei bis zum Schlusstag auf. Zweimal attackierte der Deutsche, nur Pogacar konnte folgen. Der war nach der Etappe auch aufrichtig beeindruckt von der Leistung seines schärfsten Konkurrenten.
"Florian hat zuerst attackiert und einen wirklich guten Job gemacht", sagte er im Sieger-Interview. "Glücklicherweise konnte ich an seinem Hinterrad bleiben. Als ich attackierte und er konterte, das war wirklich beeindruckend. Er hat den Sprint sehr früh lanciert und, puh, dann war es ein echter Kampf bis zur Ziellinie."
Natürlich war Pogacar auch in der Romandie der alles überstrahlende Fahrer. Er gewann vier der sechs Etappen und hatte mit seiner Mannschaft im Gebirge zu jeder Zeit alles unter Kontrolle. Und das nach einem Frühjahr, das von Eintagesrennen in seinem Programm dominiert war.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/03/image-471fb49e-06e4-45ca-8098-9e85010aee89-85-2560-1440.jpeg)
Lipowitz zieht Frühjahrs-Bilanz: "Stärker als letztes Jahr"
Quelle: Eurosport
So spät stieg der Weltmeister noch nie in die Rundfahrtensaison ein. Es war sein sechster Sieg bei einer der Major Tours, der großen einwöchigen Rundfahrten. Knapper als diese 42 Sekunden war es dabei nie - auch nicht, wenn der Hauptkonkurrent Jonas Vingegaard hieß.
Lipowitz: "Hatte nichts zu verlieren"
Abhängen konnte er Lipowitz nur auf dem letzten Kilometer des Jaunpasses am Ende der 4. Etappe. Tags darauf musste der Superstar selbst darauf achten, nicht das Hinterrad zu verlieren.
"Der Plan war, an Pogacars Hinterrad zu bleiben. Aber ich habe mich den ganzen Tag über sehr gut gefühlt und dachte fünf Kilometer vor dem Ziel, dass wir nichts zu verlieren haben", beschrieb Lipowitz den Schlusstag aus seiner Sicht. "Ich habe dann ein bisschen angetestet, um zu sehen, was die anderen Jungs so vorhaben. Ich habe es dann noch einmal probiert, dann war ich mit 'Pogi' alleine und habe wie vor zwei Jahren am letzten Kicker alles probiert." Er könne "sehr glücklich und stolz sein, wie es gelaufen ist".
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/03/image-4f89ec00-6170-4838-8407-e3165f534904-85-2560-1440.jpeg)
"Er war wirklich eindrucksvoll": Pogacar über Duell mit Lipowitz
Quelle: Eurosport
Das gilt nicht nur für diese Schlussetappe mit dem schweren Schlussanstieg nach Leysin, wo Lipowitz vor zwei Jahren sein erstes WorldTour-Podium feierte. Über die gesamte Rundfahrt hinweg war er klar der "Beste vom Rest". Ob er Pogacar ins Schwitzen bringen konnte? "Ich glaube, er war auch ziemlich am Limit, aber ich war nur froh, dass ich bei ihm war und zumindest die Chance hatte, im Finale gegen ihn anzutreten", sagte Lipowitz.
Bis zum Start der Tour de France in Barcelona sind es noch zwei Monate. Pogacar und Lipowitz werden sich darauf in den nächsten Wochen gezielt vorbereiten und vermutlich stärker an der Startlinie in der spanischen Metropole stehen. Das Frühjahr war für beide ein Schub fürs Selbstvertrauen - wenn auch Lipowitz keinen Sieg einfahren konnte.
Lipowitz: "Bin definitiv besser als vergangenes Jahr"
"Von Katalonien an lief es im Training und in den Rennen richtig gut", sagte der Deutsche. "Ich bin definitiv ein Stück besser als vor einem Jahr. Wir müssen einfach so weitermachen. Ich freue mich über eine kleine Auszeit jetzt, dann beginnt die Vorbereitung auf die Tour. Aber klar, die Podiumsplatzierungen zuletzt geben mir viel Selbstvertrauen."
In der teaminternen Hierarchie machte Lipowitz ebenfalls einen Sprung. Im Vergleich zu Co-Kapitän Primoz Roglic erwies er sich sowohl im Baskenland als auch in der Romandie als der klar stärkere Fahrer - und gegen Remco Evenepoel zeigte er in seinen Rennen deutlich mehr Konstanz.
Die Referenzwerte für Lipowitz, das wurde bei der Tour de Romandie deutlich, sind in Frankreich ohnehin nur Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard.
Das könnte Dich auch interessieren: Vorwürfe gegen Veranstalter: "Wenn sie wollen, dass Pogacar gewinnt ..."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/03/image-45587739-95e5-45df-be58-53db78f1aa5b-85-2560-1440.jpeg)
Pogacar nicht zu schlagen: Lipowitz unterliegt im direkten Duell
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung