Tour de Suisse - 4. Etappe: Felix Gall düpiert Remco Evenepoel und Mattias Skjelmose und stürmt ins Gelbe Trikot

Nachdem er sich gestern mit Rang zwei begnügen musste, hat es für Felix Gall (AG2R Citroën) auf der 4. Etappe der 86. Tour de Suisse zum ersten Profisieg gereicht. Der 25-jährige Österreicher setzte sich über 153 Kilometer von Monthey zur Bergankunft in Leukerbad als Solist durch und übernahm das Gelbe Trikot von Mattias Skjelmose (Trek–Segafredo), der mit 1:03 Minuten Rückstand Dritter wurde.

Highlights: Gall hängt alle ab - Evenepoel hält sich lange bedeckt

Quelle: Eurosport

Eine Sekunde vor dem Dänen sicherte sich Weltmeister Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) als Etappenzweiter noch sechs Bonussekunden und damit zwei mehr als Skjelmose.
Sieger Gall fuhr der Favoritengruppe rund 20 Kilometer vor dem Ziel davon und hielt seinen Vorsprung von knapp einer Minute. Der Österreicher liegt nun im Gesamtklassement zwei Sekunden vor Skjelmose und 16 vor Evenepoel.
Rang vier ging an den für Bora – hansgrohe fahrenden Belgier Cian Uijtdebroecks (Bora – hansgrohe / +1:05), gefolgt von den zeitgleichen Wilco Kelderman (Jumbo – Visma) und Pello Bilbao (Bahrain Victorious).
Bester deutscher Profi war Maximilian Schachmann (Bora- hansgrohe / +1:49) auf Platz zehn.
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Gall wird für Solo-Ritt doppelt belohnt

Quelle: Eurosport

Gall versucht es mit der Brechstange - und hat Erfolg

Nachdem er seinen ersten Sieg als Berufsradfahrer am Vortag noch knapp verpasst hatte, versuchte Gall es am Mittwoch mit der Brechstange. "Gestern habe ich mich supergut gefühlt. Ich bin in der Form meines Lebens. Wir haben heute früh gesagt, dass, wenn ich mich wieder so gut fühle, ich es einfach probieren muss", meinte er im Ziel-Interview.
Der Anstieg nach Dorben hatte kaum begonnen, da ging der 25-Jährige schon in die Offensive. "Es war noch ein weiter Weg bis ins Ziel. Ich hätte nicht gedacht, dass das klappt. Aber mit den besten Beinen meines Lebens konnte ich nicht einfach im Feld sitzen und warten", meinte Gall.
Nach dreineinhalb sieglosen Jahren in der WorldTour konnte der Junioren-Weltmeister von 2015 erstmals jubelnd über den Zielstrich fahren. "Ich bin mit der Situation noch etwas überfordert, ich weiß gar nicht, was ich denken soll. Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich meinen ersten Profisieg bei der Tour de Suisse feiern kann. Und das Trikot des Führenden habe ich auch noch", freute er sich.

Skjelmose für Passivität bestraft

Im Klassement liegt Gall nun zwei Sekunden vor Skjelmose. Auch das Tragen eines Leadertrikots ist eine Premiere für den AG2R-Profi. "Hoffentlich kann ich das alles genießen", sagte Gall mit Blick auf die schwere Etappe am Donnerstag. "Die Etappe ist etwas anders. Die Berge sind länger und höher. Mal sehen, wie mir das liegt. Das wird eine neue Erfahrung für mich, denn es ist das erste Mal, dass ich auf diesem Niveau mitfahren kann", meinte er.
Für Bora – hansgrohe verlief der Tag nach Wunsch. Zwar spielte Sergio Higuita erneut keine Rolle, doch Uijtdebroeks und Schachmann konnten sich in der Verfolgergruppe halten. Der Deutsche musste die Favoriten erst auf den letzten Kilometern hinauf nach Leukerbad ziehen lassen. Sein 20-Jähriger Teamkollege kam drei Sekunden hinter Evenepoel als Vierter ins Ziel.
Der Weltmeister zeigte eine beeindruckende kämpferische Leistung, denn im Anstieg nach Dorben konnte er dreimal den besten sieben Fahrern, zu denen auch Schachmann gehörte, nicht folgen. In weniger steilen und abschüssigen Passagen kämpfte er sich stets wieder heran. Auf den letzten Kilometern fuhr Evenepoel allerdings stark und konnte seinen Kontrahenten im Sprint sogar noch um einige Sekunden davonsprinten.
Skjelmose dagegen fuhr ein sehr defensives Rennen und leistete erst auf den letzten Kilometern Verfolgungsarbeit. Er verlor so neben dem Gelben auch das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers an Gall. In der Punktewertung ist Wout van Aert (Jumbo – Visma) vorn, Lilian Calmejane (Intermarché – Circus – Wanty) übernahm aus der Gruppe des Tages heraus das Bergtrikot.
Die fünfte Etappe führt das Fahrerfeld am Donnerstag von Fiesch über 211 Kilometer nach La Punt. Auf dem Weg dorthin müssen zwei Anstiege der höchsten Kategorie und einer der ersten Kategorie überwunden werden.
(radsport-news.com + SID)
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Quelle: Eurosport

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