Visma-Boss Richard Plugge kritisiert Umgang mit tödlichem Unfall von Finlay Tarling: "Gibt danach immer ein 'Aber'"

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Der tragische Tod von Finlay Tarling bei der Portugal-Rundfahrt entfacht nach wie vor eine Diskussion um die Sicherheit im Profiradsport. Richard Plugge, Teamchef von Visma-Lease a Bike, übt nun scharfe Kritik am Umgang der Verantwortlichen mit dem Unglück. Für Plugge ist es unverständlich, dass die Radsportwelt nach einem weiteren tödlichen Unfall schnell wieder zur Tagesordnung übergeht.

NSN-Team gedenkt Finlay Tarling bei Arctic Race of Norway

Quelle: Eurosport

"Was mich enorm enttäuscht, ist, dass jeder sagt, wie schrecklich es ist, aber direkt danach immer ein 'Aber' kommt", kritisierte der Niederländer gegenüber "WielerFlits".
"Ich würde sagen: Alles nach dem 'Aber' sollten wir streichen. Das darf einfach nicht passieren. Diese Haltung müssen wir als Radsport einnehmen."
Der erst 19 Jahre alte Tarling war bei der Portugal-Rundfahrt nach einer Frontalkollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug ums Leben gekommen. Der Fahrer des Wagens war offenbar irrtümlich davon ausgegangen, dass das gesamte Fahrerfeld die betreffende Stelle bereits passiert hatte. Der Besenwagen war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vorbeigekommen.
Plugge fordert dabei nicht nur kleinere Anpassungen. Sollte es nicht möglich sein, die klassischen langen Straßenrennen ausreichend abzusichern, müsse der Profiradsport grundsätzlich über sein Format nachdenken.

Plugge spricht von "Rundkursen von 15, 20 oder 25 Kilometern"

"Wenn es nicht mehr funktioniert, dass man über 200 Kilometer von A nach B fährt, dann müssen wir Rundkurse von 15, 20 oder 25 Kilometern fahren", erklärte der 56-Jährige. Voraussetzung sei, dass solche Strecken dann "zu 100 Prozent" abgesichert werden könnten.
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Der Tod von Finlay Tarling erschüttert die Radsport-Welt

Fotocredit: Getty Images

Als Beispiel führt der Visma-Teamchef die Straßenrad-Weltmeisterschaften an. Dort wird bereits regelmäßig auf lokalen Rundkursen gefahren. Diese seien nicht nur einfacher abzusichern, sondern würden laut Plugge auch sportlich funktionieren. Angesichts des zunehmenden Verkehrs stellt er deshalb infrage, ob klassische Etappen von einem Start- zu einem weit entfernten Zielort langfristig überhaupt noch möglich sein werden.

"SafeR ist zu einem politischen Konstrukt geworden"

"Wir müssen darüber nachdenken, wie wir in fünf Jahren noch Radrennen organisieren können", sagte Plugge. Für die Absicherung einer 200 Kilometer langen Strecke könnten andernfalls enorme Mengen an Personal notwendig werden.
Deutliche Kritik richtete Plugge zudem an SafeR. Die Organisation wurde nach einer Reihe schwerer Unfälle ins Leben gerufen, um die Sicherheit im professionellen Straßenradsport zu verbessern. Unter anderem werden Strecken analysiert und Veranstaltern Sicherheitsmaßnahmen empfohlen.
Nach Ansicht des Visma-Bosses hat sich das Projekt allerdings in die falsche Richtung entwickelt. "SafeR ist zu einem politischen Konstrukt geworden, in dem nur noch Kompromisse geschlossen werden", kritisierte Plugge.
Bei der Sicherheit der Fahrer dürfe es seiner Meinung nach jedoch keine Kompromisse geben: "Es ist entweder sicher oder es ist nicht sicher."
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Vuelta-Strecke, 4. Etappe: Schwere Bergetappe in Andorra

Quelle: Eurosport


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