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Vuelta 2020: Die Favoriten auf den Gesamtsieg in Spanien
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Publiziert 19/10/2020 um 17:04 GMT+2 Uhr
Die 75. Auflage der Vuelta a Espana vom 20. Oktober bis 8. November verspricht einen spannenden Kampf um den Sieg. Viele große Namen stehen am Start der letzten Grand Tour des Jahres und mehrere von ihnen haben noch eine Rechnung offen mit dieser Saison oder der Spanien-Rundfahrt. Gelingt Primoz Roglic der Gesamtsieg, der ihm bei der Tour noch entglitt und wie stark ist Chris Froome wieder?
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Wir stellen die Favoriten im Kampf um das Rote Trikot des Gesamtsiegers vor - mit dabei sind neben dem Titelverteidiger auch weitere Fahrer, die das Rennen schon gewonnen bzw. auf dem Podium beendet haben. Dazu kommen aber auch Debütanten, denen viel zuzutrauen ist und in dieser außergewöhnlichen Saison sind Überraschungen besonders wahrscheinlich.
Wird die Form bei allen Favoriten bis in die Schlusswoche reichen, wessen Planung wird sich am Ende als erfolgreich erweisen, wer räumt nach Enttäuschungen bei Tour oder Giro noch einmal ab, wie stark sind die Altmeister Froome und Valverde in diesem Herbst noch - viele spannende Fragen werden sich auf den 18 Etappen bis nach Madrid klären!
Die Top-Favoriten auf den Vuelta-Sieg:
Primoz Roglic (Jumbo): Als Titelverteidiger zählt der Slowene wieder zu den Anwärtern auf den Gesamtsieg. Allerdings war in dieser Saison der Fokus auf die Tour de France gerichtet, bei der Roglic am vorletzten Tag das schon sicher geglaubte Gelbe Trikot noch an seinen Landsmann Tadej Pogacar abgeben musste. Verfügt Roglic nach der Tour, der WM und Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo er sich erstmals den Sieg bei einem Monument holte, noch über genügend Reserven und Motivation, um in Spanien auf Sieg zu fahren? Der Kurs mit den zahlreichen Anstiegen sollte dem 30-Jährigen, dessen Team mit Tom Dumoulin, Sepp Kuss, George Bennett und Robert Gesink herausragend besetzt ist, jedenfalls entgegenkommen.
Richard Carapaz und Chris Froome (Ineos): Der Ecuadorianer war zunächst als Kapitän für den Giro vorgesehen. Im Zug der Personalrochaden bei Ineos wurde Carapaz dann aber kurzfristig als Helfer ins Aufgebot für die Tour de France berufen, wo er knapp das Bergtrikot verpasste. Nun soll er gemeinsam mit Chris Froome eine Doppelspitze bilden. Allerdings ist fraglich, ob der Brite nach seinem seinem schlimmen Sturz bei der Dauphiné 2019 für eine Spitzenplatzierung in Frage kommt. Für Carapaz spricht nicht nur das schwere Profil der Spanien-Rundfahrt, sondern auch seine Form, die zum Ende der Tour immer besser wurde. Zudem hat der Giro-Sieger von 2019 eine starke Mannschaft an seiner Seite. Das alles zusammengenommen könnte Carapaz gegenüber vielen Konkurrenten einen Vorteil verschaffen.
Enric Mas (Movistar): Das Highlight des Movistar-Neuzugangs war die Tour de France, die er auf einem sehr guten fünften Platz beendete. Seitdem gönnte sich Mas viel Ruhe - er bestritt nur das WM-Straßenrennen in Imola und auch dabei stieg er vorzeitig aus. Deshalb wird Mas seine Heimatrundfahrt ausgeruht angehen können und mit Alejandro Valverde und Marc Soler als Edelhelfer könnte die starke Movistar-Mannschaft sogar das Rote Trikot für den 25-jährigen Kapitän anpeilen, der 2018 bereits Zweiter in Madrid war.
Aleksandr Vlasov (Astana): Auch der Russe war für die Italien-Rundfahrt vorgesehen, musste aber bereits am zweiten Tag das Rennen mit Magenbeschwerden aufgeben. Wäre er in Italien Edelhelfer von Jakob Fuglsang gewesen, darf Vlasov bei der Vuelta nun auf eigene Rechnung fahren. Man darf gespannt sein, wie sich der Russische Meister bei seiner zweiten Grand Tour schlagen wird. Dabei könnten dem 24-Jährigen die Verkürzung von 21 auf 18 Etappen in die Karten spielen, zumal nicht bekannt ist, ob sich die Erkrankung auf seine Form ausgewirkt hat. In der Verfassung von Tirreno-Adriatico, wo er Rang fünf belegt hatte, und mit einer schlagkräftigen Helferriege ist Vlasov das Vuelta-Podium zuzutrauen.
Tom Dumoulin (Jumbo): Der Niederländer ist die zweite Trumpfkarte bei Jumbo. Sollte Roglic schwächeln, wäre der Weg für Dumoulin frei. Dass allerdings wie schon bei der Tour nur ein Einzelzeitfahren ansteht, dem gleich sechs Bergankünfte gegenüberstehen, dürfte nicht nach dem Geschmack des 29-Jährigen sein. Zudem steht auch Dumoulin vor einer Doppelbelastung aus Tour und Vuelta. Allerdings zeigte in Frankreich die Formkurve des ehemaligen Zeitfahrweltmeisters nach oben, so dass der einstige Giro-Sieger, der bei der Tour Siebter wurde, durchaus zu den Podiumskandidaten zählt. Und er hat mit der Vuelta noch eine Rechnung offen, wo er 2015 am vorletzten Tag noch die Gesamtsieg verlor.
Alejandro Valverde (Movistar): Der Altmeister wird wie schon bei der Tour vermutlich als Edelhelfer von Enric Mas antreten. Aber der Sieger von 2009 und Vorjahreszweite dürfte dennoch genügend Motivation haben, um ganz vorne mitmischen zu wollen. Ob der Körper mitspielt, ist allerdings die Fragen. Bei der Tour wurde Valverde Zwölfter, im WM-Straßenrennen von Imola Achter. Danach gönnte sich der 40-Jährige eine Rennpause, um möglichst frisch bei der Vuelta am Start zu stehen.
Ivan Sosa (Ineos): Der Vuelta-Debütant ist ein ausgezeichneter Kletterer und wird sich vor allem in den Dienst von Richard Carapaz stellen. Sollte Sosa lange an der Seite seines Kapitäns bleiben können, dürfte automatisch auch eine Top-Ten-Platzierung im Schlussklassement herausspringen. Die steilen Berge dürften dem 22-Jährigen liegen, ob er auch konstant über drei Wochen ganz vorne mitmischen kann, wird Sosa erst beweisen müssen. In der Vorbereitung auf die Spanien-Rundfahrt zeigte er sich eher diskret. Seit dem Etappensieg bei der Burgos-Rundfahrt Anfang August blieben Spitzenergebnisse aus. Vielleicht aber gehört das bei Sosa mit zum Vuelta-Plan.
Thibaut Pinot (Groupama: Wieder einmal konnte der Franzose die Erwartungen bei der Tour de France nicht erfüllen. Diesmal warf Pinot eine Rückenverletzung aussichtslos zurück. Pinot kämpfte sich zwar bis Paris durch und beendete die Frankreich-Rundfahrt auf Platz 29. Danach jedoch schonte der 30-Jährige sich und fuhr keine Rennen mehr. Kriegt Pinot zum Saisonabschluss bei der Vuelta noch die Kurve und kann ein Wörtchen im Gesamtklassement mitreden? Oder wird er sich mehr auf Etappensiege konzentrieren und dabei glänzen wie mit seinem Doppelpack 2018?
Esteban Chaves (Mitchelton): Die besten Tage des Kolumbianers liegen zwar schon etwas zurück. Doch der bergige Kurs der 75. Vuelta ist Chaves wie auf den Leib geschneidert. Die Tour de France stecken dem 30-Jährigen zwar auch in den Knochen - dort belegte er Rang 23 - doch auch für Chaves sollte genügend Zeit zur Regeneration und Vorbereitung gewesen sein. Passt alles, dann ist er sogar ein Kandidat für die Top Fünf. Allerdings waren die Formschwankungen in der Vergangenheit auch aus gesundheitlichen Gründen sehr groß, so dass Chaves auch diesmal eher ein Wackelkandidat ist.
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