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Vuelta 2020: So schwer ist die Strecke der Spanien-Rundfahrt
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Publiziert 19/10/2020 um 22:54 GMT+2 Uhr
Nachdem das niederländische Utrecht wegen der Corona-Pandemie als Ausrichter des Vuelta-Auftakts absagen musste, wird die diesjährige Spanien-Rundfahrt nur noch 18 Etappen umfassen. Vor allem die Sprinter werden die fehlenden Flachetappen in den Niederlanden vermissen, dagegen wird die Vuelta 2020 Kletterspezialisten fast jeden Tag Chancen bieten mit Bergankünften wie am Tourmalet und Angliru.
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Einen Vorgeschmack darauf, was in den kommenden knapp drei Wochen auf die Fahrer zukommt, gibt schon der Auftakt im Baskenland, wo am Dienstag zum sechsten Mal eine Spanien-Rundfahrt beginnt.
Bereits die 1. Etappe über 173 Kilometer von Irun nach Eibar wartet mit einer schweren Schlusssteigung auf. Die Kuppe des fünf Kilometer langen und im Schnitt 7,7 Prozent steilen Alto de Arrate (1. Kat.) ist zwar 2,5 Kilometer vor dem Ziel erreicht, doch die Kletterer wird das kaum davon abhalten, früh erste Akzente zu setzen.
Erstes Highlight: Die Ankunft am Tourmalet
Während der zweite Tag eine Angelegenheit für bergfeste Ausreißer sein wird, steht auf der 3. Etappe schon die erste “echte“ Bergankunft an der Laguna Negra de Vinussa (1. Kat.) an. Nach einer weiteren Etappe für die Hügelspezialisten geht es auf auf dem sechsten Teilstück zum Col du Tourmalet (HC) auf 2.115 Meter hinauf. Der Frankreich-Abstecher markiert das erste Highlight dieser Vuelta und hat zuvor schon den Alto de Portalet (1794 Meter) und den Col d’Aubisque (1709 Meter) im Programm.
Nach dem ersten Ruhetag wird die 7. Etappe mit ihren zwei Bergen der 1. Kategorie eine Angelegenheit für Ausreißer, da es vom letzten Gipfel nur noch über 20 bergabführende und dann flache Kilometer ins Ziel geht. Etappe 8 wartet mit der nächsten Bergankunft auf - diesmal am Alto de Moncalvillo (1. Kat.). Nach einer weiteren Chance für die Ausreißer in Suances steht Bergankunft Nummer vier auf dem Vuelta-Programm. Der Alto de la Farrapona ist zwar kein besonders steiler Anstieg, dafür aber knapp 19 Kilometer lang und an diesem Tag der letzte von insgesamt drei Bergen der 1. Kategorie.
Königsetappe endet am ultrasteilen Angliru
Doch es kommt noch schwerer: Tags darauf folgt die Königsetappe, die zwar nur 109 Kilometer lang ist, dabei aber nicht weniger als fünf kategorisierte Anstiege aufweist mit dem berüchtigten Angliru als Schlussakkord endet. In dem 12,4 Kilometer langen und im Schnitt fast zehn Prozent und maximal 23,5 Prozent steilen Anstieg im nordspanischen Asturien wird die Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg fallen.
Selbst das einzige Einzelzeitfahren dieser Vuelta, das nach dem zweiten Ruhetag stattfindet, wird bezeichnenderweise mit einer Bergankunft enden. Nach 32 flachen Kilometern geht es noch den knapp zwei Kilometer langen und 14 Prozent steilen Mirador de Ezaro (3. Kat.) hinauf.
Die darauf folgende 14. Etappe bietet ein hügeliges Klassikerprofil mit zahlreichen, wenn auch nicht all zu schweren Anstiegen. Hier könnte wieder eine Ausreißergruppe zum Zug kommen. Zu einem ähnlichen Szenario könnte es auf der mit 230 Kilometern längsten Etappe dieser Vuelta darauf kommen, denn das Terrain von Mos nach Puebla de Sanabria ist hügelig und führt wieder durch Mittelgebirgsregionen. Für die Sprinter ist das wohl zu schwer, für die Klassementfahrer aber nicht selektiv genug.
Die Favoriten auf das Rote Trikot werden sich ihre Körner für die 17. Etappe aufsparen, wenn die letzte Bergankunft der Spanien-Rundfahrt am Alto de la Covatilla ansteht, einem Anstieg der Ehrenkategorie, der auf den letzten fünf seiner insgesamt 11,4 Kilometer sehr steil ist.
Sprinter Ackermann, Bennett & Co mit wenigen Chancen
Für die Sprinter um Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) bietet sich auf der 4. Etappe die erste Chance auf eine Massenankunft, die zweite wird am Ende des neunten Teilstücks in Aguilar d e Campoo folgen. Danach müssen sich die schnellen Männer wohl bis zur 16. Etappe gedulden - und auch da ist ein Sprintfinale nicht garantiert, denn im Mittelteil müssen je ein Anstieg der 2. und der 1. Kategorie bewältigt werden.
Die Sprinter, die es schließlich bis Madrid geschafft haben, dürfen sich in der spanischen Hauptstadt auf der abschließenden 18. Etappe nochmals in Szene setzen. Mehr als vier Gelegenheiten auf einen Massensprint werden sich also wohl nicht bieten.
Deshalb ist die Anzahl der gemeldeten Sprinter auch überschaubar. Neben Vuelta-Debütant Ackermann werden der Ire Sam Bennett (Deceuninck - Quick-Step), bei der Tour Gewinner des Grünen Trikots, der Belgier Jasper Philipsen (UAE - Team Emirates), die Italiener Matteo Moschetti (Trek - Segafredo) und Jakub Mareczko (CCC) sowie der Spanier Jon Aberasturi (Caja Rural) um Etappensiege kämpfen.
Corona und das Wetter könnten Vuelta ausbremsen
Ob die Vuelta a Espana wie geplant über die Bühne gehen und die Profis Madrid erreichen, wird vor allem vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen. Es gelten zwar strenge Sicherheitsmaßnahmen - so sind an insgesamt neun Anstiegen keine Zuschauer zugelassen -, aber angesichts der auch die Spanien wieder sprunghaft ansteigenden Infektionszahlen droht dem Rennen sogar ein vorzeitiger Abbruch.
Zudem könnte den Organisatoren auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn in den Bergen Schnee fällt - angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit kein unrealistisches Szenario - sind Etappenverkürzungen oder sogar -absagen nicht ausgeschlossen.
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