Mit einem Finale zum Fingernägel zerkauen ist die letzte Bergetappe der Spanien-Rundfahrt zu Ende gegangen. Während sich David Gaudu (Groupama - FDJ) aus einer ursprünglich 34-köpfigen Ausreißergruppe heraus die Etappe fast schon souverän gewann, wurde es im Kampf um den Vuelta-Gesamtsieg extrem spannend.
Am Ende rettete Primoz Roglic (Jumbo - Visma) sein Rotes Trikot ins Ziel und verhinderte es, nach der Tour de France erneut eine Grand Tour am vorletzten Tag aus den Händen zu geben. Am Sonntag wird er in Madrid als Vuelta-Sieger jubeln dürfen.
Doch der Slowene konnte drei Kilometer vor dem Ziel am Alto de la Covatilla nicht mehr folgen, als Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) attackierte und musste dann auf dem Weg zum Ziel um jede Sekunde kämpfen.
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Vuelta 2020: Roglic rettet 24 Sekunden Vorsprung ins Ziel

Er erreichte den Zielstrich 21 Sekunden nach dem Ecuadorianer und wird die Vuelta am Sonntag somit mit 24 Sekunden Vorsprung auf Carapaz gewinnen. Hugh Carthy (EF Pro Cycling) blieb Gesamtdritter, machte aber auch noch einmal sechs Sekunden auf Roglic gut und beendet die Vuelta mit 47 Sekunden Rückstand.
"Es ist immer gut, spannende Finals zu haben. Aber ich wusste, dass mein Vorsprung groß genug war und es reichen sollte, wenn ich mein eigenes Tempo fahre“, spielte Roglic im Interview die Gefahr von Carapaz Attacke herunter. Sein Rückstand war allerdings auch keine taktische Spielerei, sondern echte Schwäche.
Durch eine kalkulierte Leistung und etwas Teamunterstützung konnte der Slowene schließlich den Schaden in Grenzen halten: "Ich war im Finale nicht immer in Kontrolle, aber am Ende habe ich mein eigenes Ding gemacht. Natürlich hat jeder Meter, den Hofstede gefahren ist, geholfen. Es war ein super Job des gesamten Teams. Was soll ich sagen, ich bin superglücklich. Es ist schön, die Saison so zu beenden." Nach der Zieleinfahrt schüttelten sich Roglic und Carapaz in gegenseitiger Anerkennung die Hände.

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Vuelta 2020: Roglic gewinnt auch Grünes Trikot

Hinter Gaudu, der mit seinem Etappensieg auch in der Gesamtwertung noch einen großen Sprung vom elften auf den achten Platz machte, wurde Gino Mäder (NTT) aus der Schweiz Etappenzweiter. Rang drei ging an den Basken Ion Izagirre (Astana).
Felix Großschartner (Bora-hansgrohe) erreichte das Ziel 3:51 Minuten nach dem Tagessieger und 1:16 Minuten hinter Carapaz als 21. - in einer Gruppe mit dem Gesamtfünften Daniel Martin (Israel Start-Up Nation) und dem Gesamtsechsten Wout Poels (Bahrain McLaren).
Dadurch musste der Österreicher seinen siebten Gesamtrang an den Tagesvierten David De La Cruz (UAE Team Emirates) abgeben und auch Gaudu noch vorbeiziehen lassen. Großschartner wird die Vuelta am Sonntag als Gesamtneunter beenden.
Roglic wird neben dem Roten auch das Grüne Trikot in Madrid gewinnen. Das Bergtrikot geht an den Franzosen Guillaume Martin (Cofidis), das Weiße Trikot behauptete am Covatilla Enric Mas und dessen Movistar-Mannschaft blieb Spitzenreiter in der Teamwertung.

So verteidigte Roglic sein Rotes Trikot auf der letzten Bergetappe

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